Pfungstadt (rd). Noch einmal den Wind in den Haaren spüren, vertraute Orte besuchen und dabei mit anderen Menschen ins Gespräch kommen: Was für viele selbstverständlich klingt, ist für ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen häufig kaum noch möglich. Das Angebot „Radeln ohne Alter Pfungstadt“ möchte ihnen deshalb künftig kostenlose Ausflüge mit einer Rikscha ermöglichen. Die ersten Fahrten sollen im Spätsommer starten.
„Zeit schenken. Erinnerungen wecken. Lebensfreude gemeinsam erleben“ lautet der Gedanke hinter dem Projekt. „Radeln ohne Alter Pfungstadt“ ist eine Abteilung des Vereins „Der Pflegeverein – Förderverein für mehr Lebensqualität“. Zugleich gehört die Initiative dem Dachverband Radeln ohne Alter Deutschland und damit einem deutschlandweiten Netzwerk an.
Ziel ist es, Menschen, die nicht mehr selbst Fahrrad fahren können, wieder ein Stück Bewegungsfreiheit und gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Bei den Ausflügen geht es deshalb nicht allein darum, von einem Ort zum anderen zu gelangen. Die gemeinsamen Erlebnisse, Gespräche und Begegnungen stehen im Mittelpunkt. Die Fahrgäste sollen ihre Umgebung aus einer neuen Perspektive wahrnehmen, bekannte Plätze wiedersehen und schöne Stunden außerhalb ihres gewohnten Alltags verbringen können.
Nicht jeder kann noch selbst Fahrrad fahren, doch das bedeutet nicht, auf das Gefühl von Freiheit verzichten zu müssen. In der Rikscha können die Fahrgäste bequem Platz nehmen, während sie von ehrenamtlichen Fahrerinnen und Fahrern durch Pfungstadt und die Umgebung gefahren werden. Aus den freiwilligen Helferinnen und Helfern werden dabei sogenannte Pilotinnen und Piloten. Derzeit laufen die entsprechenden Schulungen, damit sie die ihnen anvertrauten Menschen später sicher, verantwortungsvoll und mit viel Einfühlungsvermögen begleiten können.
Die möglichen Ausflugsziele sollen so vielfältig sein wie die Wünsche der Fahrgäste. Denkbar sind beispielsweise gemütliche Fahrten mit Blick auf die Bergstraße, eine Tour zum Erlensee oder ein Ausflug zu einem Café. Auch Pfungstadt selbst bietet sich für Entdeckungstouren an. Dabei lässt sich erkunden, wie sich die Stadt in den vergangenen Jahren verändert hat.
Für Menschen, die schon lange in Pfungstadt leben, können solche Fahrten zugleich eine Reise in die eigene Vergangenheit sein. Vielleicht werden Erinnerungen an frühere Wohnorte, Geschäfte, Arbeitsplätze oder gemeinsame Unternehmungen mit der Familie wach. Auch individuelle Wünsche können nach vorheriger Absprache berücksichtigt werden. Dadurch sollen möglichst persönliche Erlebnisse entstehen, die zu den Interessen und Möglichkeiten der jeweiligen Fahrgäste passen.
Mit dem Angebot möchte der Verein zugleich unterschiedliche Generationen miteinander verbinden. Während der gemeinsamen Touren entsteht Zeit für Gespräche. Fahrgäste können aus ihrem Leben erzählen, während die Pilotinnen und Piloten neue Sichtweisen und Geschichten kennenlernen. Aus einer Rikscha-Fahrt kann so eine Begegnung werden, von der beide Seiten profitieren. Die Verantwortlichen hoffen, auf diese Weise Momente zu schaffen, die noch lange in Erinnerung bleiben. Die Fahrten werden ehrenamtlich angeboten und sind für die Fahrgäste kostenlos. Damit das Projekt nach seinem Start möglichst vielen Menschen zugutekommen kann, ist die Initiative allerdings auf Unterstützung angewiesen. Gesucht werden weitere ehrenamtliche Rikscha-Fahrerinnen und -Fahrer. Sie können sich bei freier Zeiteinteilung engagieren und selbst entscheiden, wann und in welchem Umfang sie Fahrten übernehmen möchten.
Voraussetzung ist vor allem Freude am Umgang mit Menschen und die Bereitschaft, ihnen Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Auf ihre Aufgabe werden die künftigen Pilotinnen und Piloten durch Schulungen vorbereitet. Schließlich sollen sie nicht nur mit der Rikscha vertraut sein, sondern auch verantwortungsvoll auf die Bedürfnisse ihrer Fahrgäste eingehen können.
Mitmachen können Menschen, die gerne Fahrrad fahren, sich ehrenamtlich einbringen und anderen eine Freude bereiten möchten. Ihr Einsatz ermöglicht älteren und mobilitätseingeschränkten Personen Erlebnisse, die ihnen allein häufig nicht mehr offenstehen. Gleichzeitig kann das Ehrenamt für die Fahrerinnen und Fahrer selbst bereichernd sein: Sie lernen Menschen und deren Geschichten kennen, entdecken die Umgebung mit ihren Fahrgästen und erleben unmittelbar, wie aus geschenkter Zeit Lebensfreude entstehen kann.
Wer das Angebot unterstützen möchte, kann sich auch mit einer Spende beteiligen. Die Mittel kommen dem Projekt „Radeln ohne Alter“ innerhalb des Pflegevereins zugute. Informationen zum geplanten Fahrbetrieb und zum ehrenamtlichen Engagement gibt Initiatorin Sylvia Schmitt.
Kontakt: (0170) 5717240,
gemeinsam.rikscha@web.de
