Die Bürgerinnen und Bürger Seeheim-Jugenheims verfügen laut der IHK Darmstadt über die höchste Kaufkraft im Verbandsgebiet. Foto: Gemeinde

Jede Menge Zahlen und Fakten

IHK Darmstadt veröffentlicht Kommunalsteckbriefe für Südhessen

Region (ps). Die IHK Darmstadt hat kürzlich aktuelle Daten zu 72 südhessischen Kommunen sowie den Kreisen Darmstadt-Dieburg, Groß-Gerau, Bergstraße, Odenwald und zur kreisfreie Stadt Darmstadt in Form von Kommunalsteckbriefen auf ihrer Homepage eingestellt.
Wie die IHK Darmstadt auf ihrer Website berichtet, zählt der Bezirk mehr als eine Million Einwohner, über 400.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, rund 65.000 IHK-Mitgliedsunternehmen und jährlich rund 8000 Hochschulabsolventinnen und -absolventen. Aufgrund der besonderen Kompetenzen im Bereich Engineering bezeichnet sich die Region laut IHK als Kern der „Engineering Region Darmstadt Rhein Main Neckar“.

Die Steckbriefe ermöglichen einen detaillierten Blick auf die wirtschaftliche Lage der Städte und Gemeinden und ermöglichen auch Vergleiche zum Vorjahr und zu anderen Kommunen, erklärt die IHK. So ist den Auswertungen zum Beispiel zu entnehmen, welche Kommune bei den Hebesätzen den stärksten Sprung gemacht hat oder welche Stadt über die höchste Kaufkraft verfügt.
Mit den Kommunalsteckbriefen veröffentlicht die IHK jedes Jahr statistische Daten zu Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Pendlerverkehr, Anzahl der IHK-zugehörigen Unternehmen, Branchen wie Einzelhandel und Tourismus, aber auch zu kommunalen Steuern und Gebühren und mehr.

Seeheim-Jugenheim mit der höchsten Kaufkraft
Im Mittelwert liegt der Hebesatz der Grundsteuer B bei 744 Punkten und der Gewerbesteuer bei 401 Punkten. In 16 Kommunen wurden die Hebesätze um mehr als 100 Punkte angehoben – in einem Fall sogar um 655 Hebesatzpunkte. Die Spannbreite bei der Grundsteuer B reicht derzeit von 330 Punkten (Heppenheim) bis 1600 Punkten (Riedstadt), was große Unterschiede in der Steuerlast für Unternehmen je nach Standort bedeutet.
Mit 2955 Euro je Einwohner hat laut IHK Gernsheim die größte Steuereinnahmekraft des IHK-Bezirks, gefolgt von Dieburg mit 2461 Euro. Über die höchste Kaufkraft in Südhessen freuen sich hingegen die Einwohner Seeheim-Jugenheims. Ihnen stehen 9990 Euro des verfügbaren Einkommens im Jahr für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Schlusslicht ist Raunheim mit 6987 Euro je Einwohner.
Wie in den Vorjahren richten die Steckbriefe auf jeweils fünf Seiten einen vertieften Blick auf die Kreise, beispielsweise auf Existenzgründungen, Löhne und Gehälter sowie die Verfügbarkeit von schnellem Internet. So wird deutlich, dass im Kreis Groß-Gerau im vergangenen Jahr 8,5 Unternehmen je 1000 Einwohner gegründet wurden – so viele wie in keinem anderen Kreis in Südhessen. Darmstadt-Dieburg hat die Nase auf anderen Feldern vorn: In keinem anderen südhessischen Kreis entstanden seit 2007 so viele Arbeitsplätze (plus 33 Prozent). Im Odenwaldkreis gibt es überdurchschnittlich viele Auszubildende, denn auf 100 beruflich Qualifizierte kommen 4,2 Auszubildende. Darmstadt wird laut IHK seinem Rang als Wissenschaftsstadt gerecht: Gut die Hälfte (54 Prozent) aller IHK-Mitgliedsunternehmen sind in wissensintensiven Wirtschaftszweigen aktiv, das sind rund zehn Prozentpunkte mehr als im südhessischen Durchschnitt. Auch die Verfügbarkeit von schnellem Internet (1000 Mbit/s) ist hier am besten, gefolgt vom Landkreis Darmstadt-Dieburg. Über die niedrigste Arbeitslosenquote in Südhessen freut sich seit Jahren die Bergstraße (2025: 4,6 Prozent). Der Odenwaldkreis ist der Bergstraße mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent jedoch auf den Fersen.

Die Kommunen im Gebiet der Bergsträßer Woche (Seeheim-Jugenheim, Alsbach-Hähnlein, Bickenbach, Zwingenberg)
Die Gemeinde Seeheim-Jugenheim bietet sich laut IHK aufgrund ihres Anschlusses an die A5 sowie die B3 und weiteren öffentlichen Verkehrsanbindungen als Wirtschaftsstandort an. Die Nähe zu den Metropolregionen Frankfurt-Rhein-Main sowie Rhein-Neckar hätten sich bereits einige große Firmen wie die Lufthansa zunutze gemacht. Wie bereits erwähnt, ist die Gemeinde Spitzenreiter im IHK-Bezirk in Sachen Kaufkraft je Einwohner, die insgesamt bei über 163 Millionen Euro liegt. Die Bevölkerung ist zwischen 2014 und 2024 von 15.961 auf 16.392 gewachsen – ein plus von 2,7 Prozent. Höher fiel das Wachstum bei den Beschäftigten aus, ihre Zahl von 2015 bis 2025 von 2532 auf 3392 und damit sogar um 34 Prozent. Die Gewerbesteuer liegt in der Kommune bei 390, die Grundsteuer A bei 1154 und die Grundsteuer B bei 1226 Prozent. Die Steuereinnahmekraft lag je Einwohner 2024 bei rund 1419 Euro.

Alsbach-Hähnlein ist wiederum laut IHK deswegen an lukrativer Standort, weil die Kommune direkt an der Grenze zu den Kreisen Bergstraße und Groß-Gerau und damit im „Drei-Kreise-Eck“ liegt. Pro Einwohner kommt Alsbach-Hähnlein auf 8964 Euro Kaufkraft, insgesamt liegt sie bei 82,8 Millionen Euro. In der Gemeinde ist die Bevölkerung zwischen 2014 und 2024 von 9203 auf 9273 und damit um 0,8 Prozent gewachsen. Anders als in Seeheim-Jugenheim sank in Alsbach-Hähnlein die Zahl der Beschäftigten zwischen 2015 und 2025 von 2546 auf 2382 und damit um 6,4 Prozent. Die Gewerbesteuer liegt in Alsbach-Hähnlein bei 380, die Grundsteuer A bei 675 und die Grundsteuer B bei 575 Prozent, die Steuereinnahmekraft je Einwohner lag dort 2024 bei rund 1980 Euro.

Wie bei Seeheim-Jugenheim wird auch Bickenbach von der IHK für den Autobahnanschluss an die A5 sowie für den Regionalbahnhof auf der Strecke Frankfurt/Heidelberg gelobt. Außerdem habe sich die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts durch die Ausweisung neuer Gewerbeflächen erhöht. In Bickenbach liegt die Kaufkraft pro Kopf derzeit bei 8918 und insgesamt 53,4 Millionen Euro. Die Bevölkerung der Gemeinde wuchs zwischen 2014 und 2024 von 5650 auf 6031 und somit um 6,7 Prozent. Dagegen schrumpfte auch hier die Zahl der Beschäftigten von 1545 auf 1449 – ein minus von 6,2 Prozent. Die Gewerbesteuer liegt bei 410 Prozent, die Grundsteuer A bei 610 und die Grundsteuer B bei 1015 Prozent. Die Steuereinnahmekraft lag 2024 bei 2173 Euro pro Einwohner.

Zwingenberg glänzt laut IHK ebenfalls mit seinem Autobahn an die A5 sowie dem Regionalbahnhof auf der Strecke Frankfurt/Heidelberg. Rund um den Ort hätten sich außerdem moderne Gewerbegebiete entwickelt. Pro Einwohner verfügt Zwingenberg über eine durchschnittliche Kaufkraft von 9277 Euro. Insgesamt liegt die Kaufkraft bei 67,3 Millionen Euro. Die Einwohnerzahl erhöhte sich zwischen 2013 und 2024 von 6705 auf 7283, somit wuchs sie um 8,6 Prozent. Der Anteil der Beschäftigten ist laut IHK zwischen 2015 und 2025 von 1288 auf 1129 gesunken – ein minus von 12,3 Prozent. In der Stadt am Melibokus liegt die Gewerbesteuer bei 400 Prozent. Die Grundsteuer A steht bei 780 Prozent, ebenso die Grundsteuer B. Die Steuereinnahmekraft lag 2024 in Zwingenberg bei rund 1518 Euro pro Einwohner.

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