Eschollbrücken (rd). Einen Blick in sonst verborgene grüne Oasen werfen, Ideen für den eigenen Garten sammeln und mit Gleichgesinnten ins Gespräch kommen: Der dritte Tag der offenen Gärten in Eschollbrücken und Eich bot jüngst erneut Gelegenheit dazu. Mehrere private Gartenbesitzerinnen und -besitzer öffneten ihre Grundstücke für interessierte Besuchende und gewährten Einblicke in liebevoll gestaltete Gärten, Höfe und Außenanlagen. In einigen der teilnehmenden Gärten wurden zudem Kaffee, Kuchen und Getränke gegen eine kleine Spende angeboten. Teilweise präsentierten die Gastgeber auch Kunstwerke, Selbstgemachtes oder besondere Fundstücke.
Die Veranstaltung, die vom Verein „Pfungstadt lebenswert“ organisiert und unterstützt wird, hat sich inzwischen fest etabliert. Viele Teilnehmende waren bereits zum dritten Mal dabei – so auch Irmgard Roth, Mitglied des Ortsbeirats in Eschollbrücken. Über mangelndes Interesse konnte sie sich nicht beklagen. Bereits am frühen Nachmittag herrschte in ihrem „Schildkrötenparadies“ reger Betrieb. Nach eigener Schätzung besuchten rund 35 bis 40 Gäste ihr Grundstück.
Besonderer Blickfang waren dementsprechend ihre vier griechische Landschildkröten. Die Tiere leben bereits seit vielen Jahren bei der Familie und bewegen sich auf einem großzügigen, gesicherten Gelände frei zwischen Pflanzen, Verstecken und Rückzugsorten. „Man hat schon eine Bindung zu ihnen“, erzählte Roth. Wenn sie das Gehege betrete, kämen die Schildkröten häufig aus ihren Verstecken hervor. Gleichzeitig bezeichnete sie die Tiere schmunzelnd als „Ausbrecherkönige“. Immer wieder hätten die Schildkröten in der Vergangenheit selbst kleinste Lücken gefunden und seien bereits bei Nachbarn oder sogar in einer Garage wieder aufgetaucht.
Neben den Schildkröten interessierten sich die Besucherinnen und Besucher auch für Hochbeete, Bäume und die allgemeine Gartengestaltung. Viele der Gäste kannte Roth zuvor nicht oder nur vom Sehen. Gerade diese Begegnungen und Gespräche seien ein wichtiger Teil der Veranstaltung.
Einen optisch anderen, aber ebenso beeindruckenden Eindruck hinterließ das Grundstück vom Architektenpaar Jörg Deffner und seiner Frau Ulrike Schmedes. Gemeinsam mit ihrem Schwager Achim Reineke und dessen Frau haben sie in den vergangenen Jahren ein historisches Hofensemble Schritt für Schritt umgestaltet und erhalten. Wo früher Kuh-, Pferde- und Schweineställe standen, entstanden neue Nutzungen für Privaträume, ohne den ursprünglichen Charakter des Anwesens aufzugeben. Der frühere Kuhstall wurde aufwendig saniert, ein ehemaliger Stallbereich zu Wohnraum umgebaut und weitere Gebäude behutsam ergänzt. „Wir wollten, dass das alte Gehöft weiterhin sichtbar bleibt“, erklärte Deffner.
Heute verbindet das Grundstück historische Bausubstanz mit modernen Elementen. Mediterran wirkende Bepflanzungen, Sitzbereiche, eine Außenküche, Teiche und zahlreiche liebevolle Details verleihen dem Hof eine besondere Atmosphäre. Dass hier viel Zeit, Arbeit und Leidenschaft investiert wurden, war für die Besuchenden auf den ersten Blick erkennbar.
Auch die Resonanz fiel positiv aus. Deffner schätzte die Zahl der Gäste am Nachmittag bereits auf etwa 60 bis 70 Personen. Die verkehrsgünstige Lage an der Hauptstraße dürfte dabei zusätzlich geholfen haben.

