Die Groß-Rohrheimer Bürgerinnen und Bürger konnten an den Thementischen aufschreiben, was von ihnen in Groß-Rohrheim bereits als positiv empfunden wird und wo aus ihrer Sicht noch Handlungsbedarf besteht. Foto: Burmeister

Viele Ideen und Vorschläge

ISEK-Auftaktveranstaltung in Groß-Rohrheim sehr gut besucht

Groß-Rohrheim (mic). Am vergangenen Donnerstagabend fand in der Rathausscheune die ISEK-Auftaktveranstaltung statt. Zahlreiche Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik waren an diesem Abend gekommen, um an der möglichen Neugestaltung und der Zukunftsausrichtung ihres Dorfes aktiv mitzuwirken. „ISEK“ ist das Kürzel für „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“. Das sei im Prinzip ähnlich dem früheren Programm zur Dorferneuerung, wie Bürgermeister Karsten Krug bei seiner Begrüßungsrede erklärte.

Welche Stärken und welche Schwächen gibt es im Ort? Wie stellen sich die Groß-Rohrheimerinnen und Rohrheimer die Zukunft ihres Ortes vor? Ferner gibt es die eine oder andere (Frei-) Fläche im Ort, die das Potential für eine Entwicklung habe, so Krug. Groß-Rohrheim wurde vor Kurzem offiziell in das ISEK-Förderprogramm aufgenommen. Da fließen reichlich Mittel des Bundes und das über einen längeren Zeitraum. „Diese förderfähigen Maßnahmen werden auch bis zu zwei Drittel bezuschusst. Nun müssen wir sagen, was wir wollen und, ob es sich auch finanziell umsetzen lässt“, erklärte der Bürgermeister den Zuhörerinnen und Zuhörern. Heute sei man hierhergekommen, um solche Themen zu sammeln.

Für den Auftakt (sowie den gesamten Prozess) hat die Verwaltung Fachleute eingeladen. Gekommen war unter anderem Sandra Hermann vom Planungsbüro aus Darmstadt. Sie erklärte, dass das Team des Fachbüros überwiegend aus Stadtplanern und Architekten bestehe und man fast ausschließlich für kommunale Projekte arbeite. Gekommen war auch Rebekka Biehl, Umweltwissenschaftlerin einer Energieberatungsfirma aus Lampertheim. Sandra Hermann erklärte, dass bei ISEK nur öffentliche Maßnahmen (Gebäude) gefördert würden. Dann skizzierte sie den groben Zeitplan. Nach der Auftaktveranstaltung gibt es 2026 noch zweit weitere Treffen mit interessierten Bürgerinnen und Bürgern nach den Sommerferien. Spätestens gegen Ende des Jahres sollte dann die erste Phase abgeschlossen sein und es sollte feststehen, welche Vorschläge und Ideen möglicherweise umgesetzt werden. Darüber muss auch die Kommunalpolitik beraten. Für Ende des Jahres ist eine Abschlussveranstaltung geplant.

Dann können Vorschläge eingereicht werden, die bezuschusst werden. Mit dem Beginn der Umsetzung (Bewilligungszeitraum) hat Groß-Rohrheim zehn Jahre Zeit und in bis zu 15 Jahren sollte spätestens alles realisiert worden sein. „Wer vielleicht gedacht hat wir könnten mit dem Programm auch den möglichen Feuerwehrneubau realisieren, liegt falsch. Solche Pflichtaufgaben einer Kommune sind von der Förderung leider ausgeschlossen“, ergänzte Krug. Die Anwesenden waren aufgerufen nach der kurzen Einweisung und Erklärungsphase nun selbst aktiv zu werden. Genau das ist ja auch so erwünscht und gehört mit zum Förderprogramm – die Menschen, sollen ihren Ort mitgestalten.

Dazu hatten die Mitarbeiterinnen aus den Planungsbüros drei Arbeitstische vorbereitet, auf denen kleine bunte Zettel, Stifte sowie ein großer Ortsplan lagen. Tisch Eins hatte das Thema Wohnen und Alltag, Tisch Zwei beschäftigte sich mit Begegnung und Freizeit (beispielsweise Sportangebote und Vereine) und am dritten Tisch ging es um den Themenbereich Mobilität (beispielsweise um den Verkehr). Nach etwa einer halben Stunde wurde gewechselt, so dass jeder an diesem Abend seine Vorschläge an zwei verschiedenen Tischen abgeben konnte.

Sogleich verteilten sich die Anwesenden auf die Thementische und es entspannten sich jeweils konstruktive Gespräche. Zudem wurden Meinungen und Vorschläge diskutiert und auch aufgeschrieben. Auf die grünen Zettel kam das, was bereits vorhanden ist, was als positiv empfunden wird und beibehalten werden soll. Auf roten Zetteln stand das, was nach Meinung der Podiumsteilnehmenden fehlt oder dringend einer Veränderung bedürfe.

So wurden folgende Themen, Vorschläge, Ideen oder Veränderungswünsche (tischübergreifend) genannt: Spielplätze, Angebote für Kinder und Jugendliche, der ÖPNV, (falsch) parkende Autos, Rad- sowie Spazierwege, die Zukunft der Grillhütte, das Kiesloch (Badestelle), der (zu wenig genutzte) Trimm-Dich-Pfad am Sportgelände, das Alleegelände (Bouleplatz), Zukunft des Freigeländes der ehemaligen Gärtnerei Kirsch, Umgang mit Leerständen und Wunsch nach Bäcker sowie Apotheke, ein neues Seniorenheim mit betreutem Wohnen, Wunsch nach einem Bürgerhaus (Begegnungsstätte mit öffentlichem Erdgeschoss), das Sängerheim, Angstraum Bahnunterführung oder Umsetzung eines Treffpunkts für bestimmte Zielgruppen. Wer die Auftaktveranstaltung verpasst hat, kann sich dennoch am Forum beteiligen.

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