Seeheim-Jugenheim (ps). Seit vielen Jahren ist Cornelia Milius für Menschen mit Behinderungen im Einsatz. Daran hat sich seit dem Renteneintritt nichts geändert. Unermüdlich bietet die Behindertenbeauftragte der Gemeinde Seeheim-Jugenheim Sprechstunden zum Thema Behindertenrecht an, neuerdings im Forum am Rathaus, aber wenn die Interessentinnen und Interessenten nicht mobil sind, fährt sie auch gerne in die Ortsteile, macht aber auch an den Gemeindegrenzen nicht Halt. „Ich war auch schon in Bickenbach oder Alsbach-Hähnlein unterwegs“, erklärt Cornelia Milius im Gespräch mit der Redaktion. Regelmäßig hält sie auch Vorträge, um die Menschen in der Region zu informieren.
Dabei bleibt es nicht bei Beratung – Milius hilft Interessierten ganz konkret, beim Ausfüllen von Anträgen und Formularen, die sie bei Bedarf auch selbst mitbringt und nach dem Ausfüllen für die Betroffenen zum Amt bringt. „Ich habe das jahrelang gemacht, das ist für mich Routine, aber für viele Betroffene eben nicht“, erklärt Milius. Diese Kompetenz kommt nicht von ungefähr, war Cornelia Milius doch mehr als 40 Jahre für das Hessische Amt für Versorgung und Soziales in Darmstadt aktiv. „Viele Menschen scheuen sich, einen Antrag zu stellen, obwohl ihnen ein Grad der Behinderung zusteht und sie dadurch möglicherweise Vergünstigungen, etwa auf steuerlicher Ebene, in Anspruch nehmen könnten“, so Milius. Anderen fehle schlicht das Wissen, welche Möglichkeiten sie haben. „Viele kennen die Gesetze gar nicht.“
Auf steuerliche Vergünstigungen achten
Ein Thema, auf das Milius immer wieder hinweist, sind steuerliche Vergünstigungen für Rentner mit Beeinträchtigungen. „Dadurch, dass mittlerweile auch Renten besteuert werden, ist es für Rentnerinnen und Rentner wichtig, über Vergünstigungen Bescheid zu wissen. Es lohnt sich für Viele, einen Antrag nach Schwerbehindertenrecht zu stellen.“ Auch eine Altersbegrenzung für Vergünstigungen gebe es nicht mehr. „Die gelten über das 65. Lebensjahr hinaus.“ Milius ruft Seniorinnen und Senioren dazu auf, sich mit diesen Möglichkeiten auseinanderzusetzen. „Warum soll man dem Staat Geld schenken, wenn man krank ist.“
Ein anderes Thema sind Ausweise, die zur Nutzung von Behindertenparkplätze berechtigen und bei Bürgerinnen und Bürgern sehr begehrt sind. „Die Leute wollen die Behindertenparkplätz in der Gemeinde Seeheim-Jugenheim gerne benutzen“, so Milius. Als Beispiel nennt sie die entsprechenden Parkplätze vor der Sparkasse. Hier ist der blaue Behindertenparkausweis nötig, der EU-weit gültig ist. Der Schwerbehindertenausweis allein genügt dafür nicht. Aber dieser blaue Ausweis ist, so weiß Milius, nicht ganz einfach zu bekommen. „Dazu ist unter anderem eine Bescheinigung vom Arzt notwendig. Aufgrund des Mangels an Ärztinnen und Ärzten ist das mittlerweile gar nicht mehr so einfach.“ Zwar verfügten die Ämter auch über ärztliche Gutachter, aber diese würden nur nach Aktenlage überprüfen. Ein persönlicher Kontakt mit den Antragstellenden sei nicht möglich.
Gerade dieser persönliche Kontakt ist Cornelia Milius enorm wichtig. Dass wissen auch jene zu schätzen, die ihre Hilfe bereits angenommen haben. „Die Menschen sind dankbar, dass das Angebot besteht.“
Kontakt: Cornelia Milius, (06257) 990110, behinderte@seeheim-jugenheim.de
