Weiterstadt (mw). Die einstige Ausflugsgaststätte Storckebrünnchen im Wald zwischen Weiterstadt und Arheilgen wurde kürzlich ein Raub der Flammen. Seit einigen Jahren steht der Gasthof leer und war mit seinem Außengelände in der Vergangenheit immer wieder auch als illegale Müllkippe benutzt worden (wir haben berichtet).
Gegen 2.45 Uhr wurden die Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei alarmiert, beim Eintreffen stand das Gebäude bereits im Vollbrand. Schnell wurden weitere Feuerwehren aus Gräfenhausen, Schneppenhausen und Griesheim hinzugeholt, rund 60 Kräfte waren vor Ort im Einsatz. Besonders problematisch war laut Feuerwehr der massive Brand im Bereich des Dachstuhls. Dieser hatte bereits teilweise nachgegeben und war stellenweise eingestürzt. Ein Innenangriff habe deshalb in diesem Bereich aus Sicherheitsgründen nicht erfolgen können. Die Löscharbeiten erfolgten daher größtenteils von außen über mehrere Strahlrohre. Was folgte war ein langwieriger und intensiver Kampf gegen die Flammen, nach mehreren Stunden hatten die Brandschützenden das Feuer unter Kontrolle. Vor allem konnte ein Übergreifen auf den umliegenden Wald und damit eine noch problematischere Lage verhindert werden. Mit dabei war zudem die Gebietsbereitschaft Weiterstadt des Deutschen Roten Kreuzes, ebenso machten sich Bürgermeister Niklas Gehnich und Kreisbrandinspektor Matthias Maurer-Hardt am Storckebrünnchen ein Bild von der Situation.
Das Polizeipräsidium Südhessen hat laut Meldung Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen, während sich das Feuer in Weiterstadt in eine aktuelle Serie von Bränden in sogenannten „Lost Places“, also verlassenen Orten und Gebäuden, in Hessen einreiht. Am Wochenende zuvor hatte es im früheren Allee-Hotel in Bensheim gebrannt, ebenso wie in einer lange nicht mehr bewohnten, ehemaligen Arztvilla in Bad Wildungen ein Feuer ausgebrochen war. Am Dienstag quoll dichter Rauch aus der geschlossenen Odenwaldklinik in Bad König. Während die Polizei für den Fall in Bad Wildungen Brandstiftung inzwischen bestätigt hat, wird es für die anderen Fälle mindestens vermutet. Ob ein Zusammenhang besteht ist Gegenstand der Ermittlungen.
Hinweise für Weiterstadt: Drittes Polizeirevier Darmstadt, (06151) 96941310
