Pfungstadt (red). Eine der größten Gefahren für Einsatzkräfte bei Waldbränden ist die schnelle Ausbreitung des Feuers, so die Pfungstädter Feuerwehr in einer aktuellen Pressemitteilung. Diese werde maßgeblich durch Windstärke und Windrichtung beeinflusst. Bereits kleine Änderungen können dazu führen, dass sich ein Brand rasch ausbreitet oder seine Richtung verändert. Darüber hinaus stellt insbesondere in der Anfangsphase die Lokalisierung des Brands eine Herausforderung dar. In weitläufigen und unübersichtlichen Waldgebieten muss die Brandstelle zunächst gefunden werden, was mit Großfahrzeugen mitunter schwierig sein kann.
Für diese Anforderungen hat die Feuerwehr Stadt Pfungstadt ein neues Waldbrandmodul für einen bereits am Standort Mühlstraße vorhandenen Pickup beschafft und nach Abschluss der Ausbildung kürzlich in Dienst gestellt. Dabei handelt es sich um ein Lademodul, das im Wesentlichen aus einem 500-Liter-Wassertank, einer Pumpe mit Schaumzumischsystem, Schläuchen, Strahlrohren sowie weiteren Armaturen und weiterer Schutzausrüstung besteht.
Das Modul wird auf der Ladefläche des Ford Ranger auf einem Schwerlastauszug transportiert. Dieser wurde von Feuerwehrangehörigen selbst auf- und eingebaut, sodass lediglich das Modul als separate Einheit von einem Fachbetrieb gefertigt werden musste. Die Stadt Pfungstadt investierte als Träger der Feuerwehr hierfür rund 15.600 Euro in diese von der Feuerwehr konzipierte Variante und sparte damit laut Feuerwehr städtische Gelder in knapp vierfacher Höhe gegenüber einem alternativen Komplettsystem.
Das Fahrzeug rückt bei dem Einsatzstichwort „Waldbrand“ mit einer Besatzung aus Fahrer und Fahrzeugführer als erstes Fahrzeug an die Einsatzstelle aus. So könne die Lage frühzeitig erkundet und an nachrückende Einsatzkräfte kommuniziert werden. Kleinere Brände im Entstehungsstadium könnten zudem bereits mit den an Bord befindlichen Einsatzmitteln bekämpft werden.
Fahrzeug und Modul sollen sich insbesondere in den Pfungstädter Waldgebieten bewähren. Die Waldareale würden unter anderem durch Totholz zunehmend enger und seien selbst für die in Pfungstadt vorhandenen, sehr wendigen Tanklöschfahrzeuge teilweise nur eingeschränkt befahrbar. Gleichzeitig sei bei Waldbränden die Zeit bis zum Beginn erster Löschmaßnahmen von entscheidender Bedeutung. Insbesondere trockenes Gras könne eine Brandausbreitung erheblich beschleunigen.
Das Auto hat nun drei Einsatzmodule: für flexible Transportaufgaben, etwa gebrauchte Schläuche nach Brandeinsätzen, ein selbstentwickeltes Unwetterset mit Pumpen und Schläuchen für vollgelaufene Keller nach Starkregen und das thematisierte Waldbrandmodul. Eine notwendig gewordene Nachrüstung zum Erhöhen der Zuladung habe der Förderverein der Feuerwehr finanziert.
