Alsbach/Region (cf/ps). Im Beisein von Nachkommen sowie Vertretern der jüdischen Gemeinde in Hessen wurde kürzlich auf dem Jüdischen Friedhof in Alsbach der Grabstein von Moses Wolf im Rahmen einer Gedenkfeier der Öffentlichkeit präsentiert. Philip Voron, ein Nachkomme von Moses Wolf, der in den USA lebt, enthüllte im Rahmen der Veranstaltung den wiedererichteten Grabstein. Prominenter Gast auf der Veranstaltung war Daniel Neumann, Vorsitzender des Landesverbands der Jüdischen Gemeinden in Hessen.
Moses Wolf und seine Ehefrau Hannchen, geborene Rosenthal, lebten laut einem Bericht der Stadt Bensheim zunächst in Bickenbach und später in Bensheim. In unmittelbarer Nähe des heutigen Kaufhauses Ganz betrieben sie dort eine Mehl- und Futterhandlung. Nach dem Tod von Moses Wolf im Jahr 1927 wurde er auf dem jüdischen Friedhof in Alsbach beigesetzt. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurde sein Grabmal zerstört und das Grab so stark verwüstet, dass es für die Nachfahren später kaum noch zu identifizieren war. Hannchen Wolf wurde 1942 in das Konzentrationslager Theresienstadt deportiert und dort ermordet. Ihrem Sohn Jakob war 1937 gemeinsam mit seiner Familie die Flucht in die USA gelungen. Im Rahmen der Gedenkfeier erhielt Hannchen Wolf eine symbolische Ruhestätte an der Seite ihres Mannes.
Entdeckt hatte den lange verschollenen Grabstein die Geschichtswerkstatt der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Bensheim. Deren Mitglieder Frank Maus und Peter Ströbel informierten anschließend Klaus Werner vom Landesverband der Jüdischen Gemeinde in Hessen. Schülerinnen und Schüler beschäftigten sich unter der Leitung von Maus und Ströbel im Rahmen ihrer historischen Recherchen mit der Geschichte der Familie Wolf und entwickelten daraus ein Projekt. Zu den einzelnen Schritten gehörten die Erforschung und Aufarbeitung der Familiengeschichte, die Spurensuche auf dem jüdischen Friedhof in Alsbach, archäologische Grabungen nach Fragmenten des zerstörten Grabsteins sowie deren Bergung.
Das Projekt wurde von mehreren Partnern und Unterstützern begleitet, darunter der Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen, der Museumsverein Alsbach-Hähnlein, die evangelische Kirche, die Melibokusschule Alsbach-Hähnlein, die Partnerschaft für Demokratie Bensheim sowie weitere Förderer und Sponsoren.
