Weiterstadt, die Stadt an den zwei Autobahnen, verfügt über eine Fläche von mehr als 34 Quadratkilometern, auf der neben Landwirtschaft auf viele Gewerbebetriebe angesiedelt sind. Foto: Archiv

Weiterstadt in Zahlen

IHK-Gemeindesteckbrief: Einwohnerzahl ist gestiegen

Weiterstadt (hst/red). Die IHK Darmstadt hat aktuelle Daten zu 72 südhessischen Kommunen und vier Kreisen in Form von Kommunalsteckbriefen auf ihrer Homepage eingestellt. Vom Arbeitsmarkt über den Pendlerverkehr bis zu Steuern: Die Steckbriefe ermöglichen laut IHK Darmstadt „einen detaillierten Blick auf die wirtschaftliche Lage der Städte und Gemeinden und ermöglichen auch Vergleiche zum Vorjahr und zu anderen Kommunen.“ So sei den Auswertungen auch zu entnehmen, welche Kommune bei den Hebesätzen den stärksten Sprung gemacht habe oder welche Stadt über die höchste Kaufkraft verfüge.

Grundsteuer B wurde in jeder dritten Kommune erhöht
Wie hoch ist die Grundsteuer A und B in Weiterstadt im Vergleich zu Nachbarkommunen? Wie viele Unternehmen werden im Landkreis Darmstadt-Dieburg gegründet? Oder wie viele Beschäftigte gibt es in Darmstadt? Antworten auf diese Fragen liefern die neuen Kommunalsteckbriefe der Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt Rhein Main Neckar: Die IHK Darmstadt erstellt jedes Jahr aktuelle statistische Daten zu Bevölkerung, Arbeitsmarkt, Pendlerverkehr, Anzahl der IHK-zugehörigen Unternehmen, Branchen wie Einzelhandel und Tourismus, aber auch zu kommunalen Steuern und Gebühren.

„Beim Vergleich mit der Erhebung des letzten Jahres sieht man beispielsweise, dass viele Kommunen angesichts leerer Kassen an der Steuerschraube gedreht haben, manche sogar rückwirkend“, sagt Dr. Daniel Theobald, Geschäftsbereichsleiter Unternehmen und Standort der IHK Darmstadt. So erhöhte rund jede dritte südhessische Kommune die Grundsteuer B. Auch die Gewerbesteuern blieben nicht von Erhöhungen verschont. „Bei allem Verständnis für die klamme Finanzlage der Kommunen: Das ist eine Dynamik, die wir nicht begrüßen können“, kritisiert Theobald. Im Mittelwert liege der Hebesatz der Grundsteuer B bei 744 Punkten und der Gewerbesteuer bei 401 Punkten. In 16 Kommunen wurden die Hebesätze um mehr als 100 Punkte angehoben – in einem Fall sogar um 655 Hebesatzpunkte. Die Spannbreite bei der Grundsteuer B reiche derzeit von 330 Punkten (Heppenheim) bis 1.600 Punkten (Riedstadt), was große Unterschiede in der Steuerlast für Unternehmen je nach Standort bedeute.

Hohe Kaufkraft pro Kopf in Weiterstadt
Weiterstadt erstreckt sich laut IHK auf eine Fläche von über 34 Quadratkilometern und hat über 26.000 Einwohnerinnen und Einwohner (Stand 2024). Die „Einzelhandelsrelevante Kaufkraft 2026“ beziffert die IHK Darmstadt mit 217,4 Millionen Euro, was einer Kaufkraft von 8202 Euro je Einwohner entsprechen würde. Die Steuereinnahmekraft je Einwohner lag 2024 laut IHK bei 2027,70 Euro.

Die Stadt Weiterstadt erhebt laut IHK einen Gewerbesteuersatz von 385 Punkten, die Grundsteuer B liegt bei 835 Punkten, die Grundsteuer A bei 565 Punkten. Die Anzahl der Beschäftigen in Weiterstadt ist in den letzten zehn Jahren um fast 17 Prozent von 9026 (2015) auf 10.548 (2025) gestiegen. Im Durchschnitt waren in Weiterstadt im Jahr 2025 736 Personen ohne Beschäftigung.

Bei der Altersstruktur hat die IHK für Weiterstadt berechnet, dass die bis 6-Jährigen 5,6, die 6- bis 15-Jährigen 9,7, die 15- bis 65-Jährigen 65,1 und die über 65-Jährigen 19,6 Prozent der Einwohnerinnen ausmachen.

Gernsheim hat die höchste Steuereinnahmekraft
Mit 2955 Euro je Einwohner hat Gernsheim die größte Steuereinnahmekraft des IHK-Bezirks, gefolgt von Dieburg mit 2461 Euro. Über die höchste Kaufkraft in Südhessen freuen sich die Einwohner Seeheim-Jugenheims. Ihnen stehen 9990 Euro des verfügbaren Einkommens im Jahr für Ausgaben im Einzelhandel zur Verfügung. Schlusslicht ist Raunheim mit 6987 Euro je Einwohner.

Landkreise im Vergleich
Im Landkreis Groß-Gerau sind im vergangenen Jahr 8,5 Unternehmen je 1.000 Einwohner gegründet wurden – so viele wie in keinem anderen Kreis in Südhessen. Darmstadt-Dieburg hat die Nase auf anderen Feldern vorn: In keinem anderen südhessischen Kreis entstanden seit 2007 so viele Arbeitsplätze (plus 33 Prozent). Im Odenwaldkreis gibt es überdurchschnittlich viele Auszubildende, denn auf 100 beruflich Qualifizierte kommen 4,2 Auszubildende.

Darmstadt vorne bei Verfügbarkeit von schnellem Internet
Darmstadt wird seinem Rang als Wissenschaftsstadt gerecht: Gut die Hälfte (54 Prozent) aller IHK-Mitgliedsunternehmen sind in wissensintensiven Wirtschaftszweigen aktiv, das sind rund zehn Prozentpunkte mehr als im südhessischen Durchschnitt. Auch die Verfügbarkeit von schnellem Internet (1.000 Mbit/s) ist hier am besten, gefolgt vom Landkreis Darmstadt-Dieburg. Über die niedrigste Arbeitslosenquote in Südhessen freut sich seit Jahren die Bergstraße (2025: 4,6 Prozent). Der Odenwaldkreis ist der Bergstraße mit einer Arbeitslosenquote von 4,7 Prozent jedoch auf den Fersen.

Die Statistiken der Kommunalsteckbriefe beziehen sich laut IHK auf Angaben des Hessischen Statistischen Landesamtes, der Bundesagentur für Arbeit, auf Angaben der Kommunen und der IHK Darmstadt. Sie können online heruntergeladen werden.

Weitere Infos: ihk.de/darmstadt

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