Harald Benz von der Naturlandstiftung hat die Veränderungen in der Landschaft fotografisch dokumentiert. Das Bild zeigt eine Fläche in Erfelden, die im Jahr 2018 neu angelegt worden ist. Seit dieser Zeit mussten jährlich Nachpflanzungen vorgenommen werden. Dieses Jahr sind von den ehemals gepflanzten 20 Obstbäumen bereits wieder vier Bäume abgestorben und die verbliebenen Bäume machen keinen vitalen Eindruck, so die Naturlandstiftung. Foto: Benz

Streuobstwiesen leiden unter Hitze

Naturlandstiftung warnt vor Klimaschäden an wertvollen Biotopen

Kreis Groß-Gerau (red). Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen bereiten der Naturlandstiftung Kreis Groß-Gerau laut einer Pressemitteilung zunehmend Sorge. Vor allem die von ihr betreuten Streuobstbestände würden unter den Folgen des Klimawandels leiden. „Auf mehreren Flächen sind bereits deutliche Schäden zu beobachten: Bäume verlieren an Vitalität, ältere Bestände sterben teilweise ab. Besonders stark betroffen sind junge Anpflanzungen“, so die Stiftung.

Der Kreisverband Groß-Gerau der Naturlandstiftung hat in den vergangenen Jahren auf gepachteten Flächen zahlreiche Naturschutzmaßnahmen umgesetzt. Entstanden sind unter anderem Streuobstwiesen, Heckengürtel, Benjes­hecken, Feldholzinseln, Blütenwiesen und weitere Lebensräume für Tiere und Pflanzen. Insgesamt betreut die Naturlandstiftung kreisweit rund 30 Flächen mit einer Gesamtgröße von annähernd zehn Hektar.

„Wir stellen fest, dass unsere Streuobstflächen durch die zunehmenden Wetterextreme enorm unter Druck geraten“, erklärt Reinhard Ebert, Vorsitzender der Naturlandstiftung Kreis Groß-Gerau. „Hohe Temperaturen, lange Trockenphasen und fehlende Niederschläge schwächen die Bäume nachhaltig.“
Besonders betroffen seien ältere Streuobstflächen, die sich nach Einschätzung der Naturlandstiftung zunehmend ausdünnen. Eine großflächige Bewässerung sei derzeit keine nachhaltige Lösung, da sie den ohnehin angespannten Grundwasserhaushalt zusätzlich belasten würde.

In der Vergangenheit versuchte die Naturlandstiftung laut eigener Aussage, betroffene Flächen unter anderem durch Pflanzungen von Esskastanien zu stabilisieren. Der erhoffte Erfolg sei jedoch ausgeblieben. Um die wertvollen Lebensräume langfristig zu erhalten, setze die Stiftung weiterhin auf regelmäßige Ersatzpflanzungen und intensive Pflegemaßnahmen.

Laut der Naturlandstiftung Kreis Groß-Gerau wird der Erhalt von Streuobstwiesen angesichts des Klimawandels immer anspruchsvoller. Zugleich seien diese Flächen wichtige Rückzugsräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten und prägend für das Landschaftsbild im Kreis. „Wir werden uns weiter dafür einsetzen, diese wertvollen Biotope zu sichern und an die veränderten Bedingungen anzupassen“, so Baldur Schmitt, stellvertretender Vorsitzender der Naturlandstiftung.

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