Nicht nur in der Kirche, sondern auch im Radio aktiv: Pfarrerin Hannah Woernle aus Alsbach spricht im Hessischen Rundfunk über Fragen zu Glauben und Gesellschaft. Foto: HR

Glaubensfragen aus dem Äther

Pfarrerin Hannah Woernle aus Alsbach ist beim Hessischen Rundfunk aktiv

Alsbach (ps). Pfarrerin Hannah Woernle aus der evangelischen Kirchengemeinde Alsbach ist am Samstag, 30. August, wieder im Hessischen Rundfunk (HR) zu hören. Ab 7.45 Uhr gestaltet sie auf HR1 einen Beitrag in der Sendereihe „Sonntagsgedanken“. Die Reihe will dazu einladen, sich mit Fragen des Lebens und des Glaubens auseinanderzusetzen. „Evangelische und katholische Autorinnen und Autoren greifen aktuelle Lebensthemen auf, erzählen von eigenen Erfahrungen und geben Impulse aus christlicher Perspektive“, erklärt das Evangelische Dekanat Bergstraße.

Für Hannah Woernle ist der Beitrag eine weitere Station ihrer Zusammenarbeit mit dem Hessischen Rundfunk. Erste Kontakte zum Sender knüpfte sie während ihres Spezialvikariats im Fachbereich Gottesdienst des Theologischen Seminars der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Herborn.

Seit ihrer Ordination im Dezember 2022 arbeitet Woernle als Pfarrerin in der evangelischen Kirchengemeinde Alsbach. Bereits im Sommer 2023 war sie erstmals im Programm des Hessischen Rundfunks zu hören. Damals schrieb und sprach sie sechs Ausgaben des Podcasts „Zuspruch“. Die werktägliche Reihe möchte den Hörerinnen und Hörern ein anregendes, informatives und tröstendes Wort mit auf den Weg geben. HR2 sendet „Zuspruch“ täglich ab 6.30 Uhr. Inzwischen gehört Hannah Woernle zum festen Team der Autorinnen und Autoren von „Kirche im HR“. Mit ihren Beiträgen verbindet sie persönliche Erfahrungen mit Gedanken aus dem christlichen Glauben und möchte Menschen im Alltag begleiten und zum Nachdenken anregen. Auf ihre Sendungen hat sich mit einem unter anderem mit einem Workshop und Sprechtraining vorbereitet.

„Das reizvolle an der Radioarbeit ist für mich, dass ich hier über meinen Glauben spreche in einem Umfeld, das sehr säkular geprägt ist“, erklärt Hannah Woernle auf Anfrage der Redaktion. „In meine Gottesdienste kommen Menschen, weil sie Impulse aus der Bibel hören und für ihr Leben ausgelegt bekommen möchten.“ Radio hörten hingegen die meisten wegen der Musik oder informativer Nachrichten und Hintergründen – aber nicht für religiöse Erbauung. „Die Herausforderung ist also: Wie kann ich so lebensnah über meinen Glauben sprechen, dass auch diese Menschen etwas für sich mitnehmen können? Mit Bibelzitaten zum Beispiel gehen wir beim Radio sehr sparsam um. Im Fokus steht eher die Frage: Wie blicke ich als Christin auf Themen, die viele Menschen beschäftigen?“

Die Themen seien dabei ganz unterschiedlich. „Mal mache ich Sendungen zu Themen, die viele aus ihrem Alltag kennen: Wie gelingt es mir, bei einem vollen Terminkalender Zeit für das zu finden, was mir wirklich wichtig ist? Oder: Eine große Familienfeier steht an und ich versuche sie so zu feiern, wie es zu meiner Familie passt – und nicht nur auf die Tradition zu schauen.“

Manchmal gehe es aber auch um größere gesellschaftliche Themen. Anfang des Jahres habe sie etwa eine Sendung über die „Liegenddemos“ für die Sichtbarkeit von ME/CFS-Erkrankten gemacht. „Oder eine Sendung darüber, wie ich mich beim Pilgern mit jemanden angefreundet habe, der politisch ganz andere Haltungen vertritt als ich – und warum ich das gerade heute wichtig finde“, so die Pfarrerin. Sie betont, dass ihr Solidarität und Gemeinschaft sehr wichtig sei. Woernle ist überzeugt, dass die Kirche dazu „etwas beizutragen“ habe. „Viele haben das Empfinden, es gäbe mehr Spaltung als Gemeinschaft in unserer Gesellschaft. Impulse zu geben, wie sich das ändern kann, oder wo das ganz anders gelebt wird, ist mir wichtig.“

Weitere Infos: kirche-im-hr.de

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