Von links: Ehrenbürgermeister Klaus Jäger, Staatsminister Michael Meister, Vorsitzender Thilo Figaj und Bürgermeister Christian Schönung. Foto: Volk

Geschichte bewahren

Heimat- und Kulturverein Lorsch feiert Jubiläum

Lorsch (vomi). Die Geschichte der Stadt zu bewahren, erforschen und für die kommenden Generationen festzuhalten – das war der Gedanke der Gründerväter des Heimat- und Kulturvereins vor 100 Jahren. Kürzlich wurde dieses Jubiläum mit einem Festempfang im Museumszentrum gefeiert.

Die Organisatoren des Geburtstags um den ersten Vorsitzenden, Thilo Figaj, hatten im Foyer eine Ausstellung präsentiert, die den Gästen einen Einblick in die vielfältige Arbeit des Vereins seit der Gründung gab. Hierzu gehören unter anderem das Anlegen eines Kräutergartens nach dem Lorscher Arzneibuch, das Tabakprojekt, das Tabakmuseum, die Pflege der Mundart, das Foto- und Dokumentenarchiv, der Heimatkundliche Verlag und die Erforschung des jüdischen Lorschs. Eine große Rolle spielt natürlich auch das Kloster Lorsch.

Das Engagement des Heimat- und Kulturvereins stand auch im Mittelpunkt der Reden von den offiziellen Gratulanten des Abends, darunter Staatsminister Michael Meister, die Kreisbeigeordnete Barbara Schader, Bürgermeister Christian Schönung, Hermann Schefers von den hessischen Schlössern und Gärten, Stefan Hebenstreit von der AG Geschichtsvereine und Petra Weis vom lokalen Verein zur Förderung von Kunst und Kultur. Sie gratulierte im Namen aller Vereine der Karolingerstadt. Thilo Figaj legte die Schwerpunkte seiner Festrede auf die Chronik des Vereins und die Erforschung des Klosters.

Auch auf die Geschichte des Vereins ging man beim Empfang ein. Zur Gründung eines Heimatvereins trafen sich im Jahr 1926 17 Bürger im damaligen Gasthaus Krone. Frauen waren bei der ersten Versammlung nicht anwesend, einige Bürgerinnen traten aber später dem Verein bei. Aus einem Kreis um die Honoratioren des Ortes, der den Bürgermeister, einen Pfarrer, einen Apotheker, einen Amtsgerichtsassessor, einen Sparkassenrechner, einen Zigarrenfabrikanten, einen Architekten, einen Kirchenhistoriker und mehrere Lehrer umfasste, konstituierte sich der erste Vorstand. Zum ersten Vorsitzenden wurde Valentin Huba gewählt. Nach einem Jahr zählte der Verein über 300 Mitglieder und gab mit den Heimatblättern monatlich eine Aufsatzsammlung zu historischen Themen heraus.

Ein weiteres frühes Projekt war die Errichtung eines Ehrenmals für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges auf dem Platz zwischen Kirchenfragment und der Torhalle.

Mit dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde die Vereinsarbeit zunächst eingestellt und später verboten. Im Jahr 1948 wurde der Verein mit dem Namen Heimat- und Kulturverein neugegründet und der damalige Bürgermeister Georg Werner wurde zum Vorsitzenden gewählt. Im Laufe der kommenden Jahrzehnte wurde die Geschichte Lorschs und dessen Kloster weiter untersucht. Höhepunkte waren unter anderem die Stadtrechte Lorschs 1964 und die Aufnahme des Klosters in die Liste des Weltkulturerbes der Unesco 1991. Für die musikalische Umrahmung des Empfangs sorgten Petra Weis am Piano und Sorin-Dan Capatina an der Violine.

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