Rund 400 Menschen waren am vergangenen Dienstag in die Sport- und Kulturhalle gekommen, um sich über Fortschritt und Antlitz des Baugebiets „Stadtgärten“ zu informieren. Foto: Conceptaplan

Gärten ersetzen Gerstensaft

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Rund 400 Menschen waren am vergangenen Dienstag in die Sport- und Kulturhalle gekommen, um sich über Fortschritt und Antlitz des Baugebiets „Stadtgärten“ zu informieren. Foto: Conceptaplan

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Pfungstadt (rd). Wo früher Bier gebraut wurde, soll künftig gewohnt, gespielt, gearbeitet und gemeinsam Zeit verbracht werden. Wie sich das ehemalige Brauereigelände in die Stadtgärten Pfungstadt verwandeln soll, wollten am Dienstagabend mehr als 400 Menschen wissen. In der Sport- und Kulturhalle stellten die Projektbeteiligten ihre Pläne vor, die Quartier Stadtgärten Pfungstadt GmbH & Co. KG hatte dazu eingeladen. Und schaute man vor Ort in die Gesichter der vielen Besucher und Besucherinnen während und nach der Veranstaltung war die Stimmung vor Ort durchweg positiv.

Das Besondere an den Stadtgärten ist die Verbindung von Alt und Neu. Die charakteristischen Gebäude der früheren Brauerei sollen nicht einfach verschwinden, sondern erhalten bleiben und neue Aufgaben bekommen. So ist im Sudhaus ein Quartierstreff vorgesehen, im Maschinenhaus ein Gasthof mit Biergarten. Zum Konzept gehören außerdem eine Kindertagesstätte am Schalanderhof, Angebote für Servicewohnen sowie ein Gesundheitszentrum. Aus einem bislang stark von der Brauereigeschichte geprägten Areal soll damit ein Ort werden, der ganz unterschiedliche Lebensphasen und Bedürfnisse verbindet: junge Familien, ältere Menschen, Berufstätige und Menschen, die die Angebote in der Nachbarschaft nutzen möchten.

Ihre Pläne präsentierten Dr. Thomas Grimann von „Conceptaplan“, die Architekten Achim Bilger von „Bilger Fellmeth“ und Michael Rudek von den „Baufröschen“ sowie Landschaftsarchitekt Konrad Deines von „Wiede“. Auch Bürgermeister Maximilian Schimmel nahm teil und stellte die Perspektive der Stadt dar. Moderator Colin Mahnke führte durch den Abend.

Ein wichtiges Element sind die Freiräume, die dem Quartier seinen Namen geben. Begrünte Wohnhöfe, Plätze und Gärten sollen zwischen den Gebäuden entstehen und Raum zum Verweilen bieten. Die Erschließung des Quartiers soll autofrei sein. Gerade für Menschen, die mitten in Pfungstadt wohnen und zugleich Grün vor der Haustür haben möchten, könnte das reizvoll sein. Bei der Bürgerinformation wurde deutlich, dass die Projektbeteiligten nicht nur einzelne Häuser, sondern das Zusammenspiel von Wohnraum, öffentlichen Bereichen und den erhaltenen Brauereigebäuden im Blick haben.

Wie aber funktioniert ein weitgehend autofreies Quartier, wenn die Bewohner und ihre Gäste trotzdem Fahrzeuge haben? Diese Frage beschäftigte mehrere Besuchende nach dem Vortrag. Der städtisches Pressesprecher Patrick Steuernagel berichtete im Gespräch von konkreten Nachfragen nach der Veranstaltung zur Stellplatzsituation. Die Planer erläuterten, dass Parkmöglichkeiten über Tiefgaragen und zusätzliche Besucherstellplätze vorgesehen sind. Neben den Visualisierungen interessierte also auch die Alltagstauglichkeit.

Auch die geplante Kita wurde angesprochen. Ein Besucher äußerte die Sorge, dass Kinderlärm die Nachbarschaft stören könnte. Nach Steuernagels Schilderung reagierte Dr. Grimann darauf deutlich: Kinder und ihre Lebensfreude seien kein störender Lärm, sondern gehörten zu einem lebendigen Quartier. Wer damit Schwierigkeiten habe, für den sei ein Wohnort unmittelbar neben einer Kita möglicherweise nicht der passende. Für diese Haltung habe es aus dem Publikum Beifall gegeben.

Neben dem Miteinander im Quartier spielte bei der Vorstellung auch die technische Ausstattung eine Rolle. Die Energieversorgung soll auf Photovoltaik und Wärmepumpentechnologie setzen, voraussichtlich unter Nutzung von Grundwasser. An heißen Sommertagen ist zudem eine Temperierung der Wohnräume über die Fußbodenheizung vorgesehen und soll für angenehme Raumtemperaturen sorgen.

Seit August laufen die Bauarbeiten. Im ersten Bauabschnitt sollen rund 200 Mietwohnungen entstehen. Mehr als die Hälfte davon ist mit Mietpreisbindung geplant. Nach der derzeitigen Planung soll die Vermietung im Sommer 2028 beginnen, die Fertigstellung dieses Bauabschnitts ist für Anfang 2029 vorgesehen.

In weiteren Abschnitten sind rund 80 Reihenhäuser sowie Eigentumswohnungen geplant. Der Verkauf der Reihenhäuser soll im Frühjahr 2027 starten, der der Eigentumswohnungen Anfang 2028. Informationen zum Projekt und die Möglichkeit zur Vormerkung bietet die Webseite des Bauprojekts. Ein kleines Buch mit Aufnahmen des historischen Brauereigeländes und Visualisierungen des künftigen Quartiers konnten die Gäste mit nach Hause nehmen.
Weitere Infos: stadtgaerten-pfungstadt.de

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