Feuerwehr als Familiensache: Vor dem Gernsheimer Feuerwehrboot stehen Lea-Sophie Köth (16), ihre Mutter Sabine Köth, Vater Alexander Köth und die ältere Tochter Clarissa Köth (18) (von links). Drei Generationen der Familie sind mit der Feuerwehr verbunden. Foto: Ritzert/Deichert

Brandschutz als Familiensache

Bei Familie Köth gehört die Feuerwehr seit drei Generationen zum Leben dazu

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Feuerwehr als Familiensache: Vor dem Gernsheimer Feuerwehrboot stehen Lea-Sophie Köth (16), ihre Mutter Sabine Köth, Vater Alexander Köth und die ältere Tochter Clarissa Köth (18) (von links). Drei Generationen der Familie sind mit der Feuerwehr verbunden. Foto: Ritzert/Deichert

Bei Familie Köth gehört die Feuerwehr seit drei Generationen zum Leben dazu

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Gernsheim (rd). Wenn bei Familie Köth über Feuerwehr gesprochen wird, kann es schon einmal passieren, dass sich am Tisch irgendwann alles nur noch um dieses Thema dreht. Vor allem Sabine Köths Schwiegermutter kennt das. Ihr Mann gehört inzwischen der Alters- und Ehrenabteilung der Feuerwehr Büttelborn-Worfelden an, Sohn und Schwiegertochter sind weiterhin aktiv, inzwischen auch die beiden Enkelinnen – und selbst der Freund einer der Töchter ist bei der Feuerwehr. „Dann sage ich manchmal: Gell, wir reden wieder alle von der Feuerwehr“, erzählt Sabine Köth lachend.

Drei Generationen verbindet damit das gleiche Ehrenamt. Köths Schwiegervater gehörte zuvor der Einsatzabteilung der Feuerwehr Büttelborn-Worfelden an. Sein Sohn Alexander begann ebenfalls dort und wechselte 2006 zur Feuerwehr nach Gernsheim. Sabine Köth selbst begann bereits mit 16 Jahren bei der Feuerwehr Gernsheim.

Auch kennengelernt haben sich die beiden über die Feuerwehr. Köth half bei Lehrgängen im Küchenteam, ihr späterer Mann war dort als Ausbilder tätig. Über Jahre kannten sie sich, 2006 wurden sie ein Paar und ein Jahr später heirateten sie. „Irgendwann habe ich ihn behalten“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.
Dass später auch die Töchter zur Feuerwehr gehen würden, war für die Eltern keineswegs gesetzt. Sie sollten selbst entscheiden. Umso größer sei heute der Stolz, wenn die Kinder freiwillig denselben Weg einschlagen. Die ältere Tochter Clarissa ist 18 Jahre alt und bereits in der Einsatzabteilung. Ihre 16-jährige Schwester Lea-Sophie gehört noch zur Jugendfeuerwehr und soll ab Dezember ebenfalls in die Einsatzabteilung wechseln.

Beide Töchter lernen derzeit außerdem für den Bootsführerschein. Dieser wird in Gernsheim unter anderem für den Einsatz auf den Feuerwehrbooten benötigt und kann dort nach Köths Angaben ab dem 16. Lebensjahr im Rahmen des Feuerwehrdienstes erworben werden. Für die beiden jungen Frauen heißt es deshalb derzeit auch: lernen für die Prüfung.

Sabine Köth selbst hat ihren Schwerpunkt innerhalb der Feuerwehr über die Jahre etwas verlagert. Früher stand für sie stärker der Einsatzdienst im Mittelpunkt, heute investiert sie viel Zeit in die Nachwuchsarbeit. 2016 gründete sie in Büttelborn eine Kinderfeuerwehr und leitete sie mehrere Jahre. 2022 war sie auch an der Gründung der Kinderfeuerwehr in Gernsheim beteiligt, die sie heute leitet.

Dabei schließt sich für sie inzwischen ein Kreis: Ihre ältere Tochter unterstützt sie dort als Betreuerin. Gleichzeitig bleibt Köth selbst im Einsatzdienst aktiv. Sie bildete sich zur Gruppenführerin weiter und machte außerdem den Lkw-Führerschein.

Wie sehr Feuerwehr und Familienalltag ineinandergreifen, zeigt sich, wenn während der Kinderfeuerwehr der Melder geht. Dann muss kurzfristig geklärt werden, wer bei der Kindergruppe bleibt und wer gegebenenfalls zum Einsatz ausrückt. Köth beschreibt das scherzhaft als „Schnick, Schnack, Schnuck“. Als Leiterin bleibt sie in solchen Situationen meist bei den Kindern, während ihre Tochter als Betreuerin eher ausrücken kann.

Dass inzwischen das eigene Kind zum Einsatz fährt, sei für sie zunächst ungewohnt gewesen. „Man muss erst einmal lernen, dass der Melder geht und das eigene Kind ins Feuerwehrauto rennt“, sagt sie. Auch heute habe sie bei gemeinsamen Einsätzen ein Auge darauf, wo ihre Tochter gerade sei. Ihrem Mann falle dieses Loslassen etwas leichter. Gleichzeitig helfe die gemeinsame Feuerwehrerfahrung der Familie dabei, Erlebtes zu verarbeiten. Nach belastenderen Einsätzen werde auch zu Hause darüber gesprochen. Ihr Mann könne viele Situationen nachvollziehen, weil er selbst ähnliche Erfahrungen gemacht habe. Manchmal kämen Fragen ohnehin erst später, wenn wieder Ruhe eingekehrt sei.

Für Köth ist die Feuerwehr deshalb weit mehr als ein Hobby. Es gehe darum, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Hinzu kommen die Technik und die Gemeinschaft. Gerade diese habe sie über viele Jahre geprägt. Früher habe man sich beispielsweise auch sonntags getroffen und sei gemeinsam mit dem Fahrrad am Rhein entlang gefahren. Für Köth fühlt sich die Feuerwehrgemeinschaft deshalb ein Stück weit wie Familie an.

Die Köths leben inzwischen in Büttelborn-Worfelden, sind der Feuerwehr Gernsheim aber weiterhin eng verbunden. Sie nehmen regelmäßig an Übungen teil und rücken auch weiterhin zu größeren Einsätzen aus. Früher wohnte die Familie sogar direkt bei der Gernsheimer Feuerwehr. Wenn damals der Melder ging, seien sie dementsprechend meist die Ersten am Gerätehaus gewesen.

Dass inzwischen auch die nächste Generation ihren Platz in der Feuerwehr gefunden hat, bedeutet Sabine Köth viel. Aus ihrem eigenen Engagement ist längst etwas geworden, das die ganze Familie verbindet – und zugleich ein Ehrenamt, das von einer Generation an die nächste weitergetragen wird.

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