Weiterstadt (hst). Immer mehr Schülerinnen und Schüler gehen auf die Albrecht-Dürer-Schule (ADS) in Weiterstadt. „Im Schuljahr 2016/17 besuchten 1122 Schülerinnen und Schüler die Schule, aktuell werden rund 1650 Schülerinnen und Schüler erwartet“, teilt der Landkreis Darmstadt-Dieburg in einer Meldung mit. Daher arbeite der Landkreis an einer dauerhaften Erweiterung des Schulstandorts – und drängt auf eine zeitnahe Lösung.
„Die Zahlen sprechen eine eindeutige Sprache: Die Albrecht-Dürer-Schule wächst seit Jahren kontinuierlich, und die zukünftige Interimslösung mit den Containern kann nur eine Übergangslösung sein“, sagt Schuldezernent Lutz Köhler. „Wir können mit dem Neubau nicht beliebig lange warten. Die Schule braucht jetzt Planungssicherheit, keine Verzögerung.“
Auch Schulleiter Dr. Hartmut Lissinna betont laut Landkreis die Dringlichkeit: „Unsere Schule ist an ihre Kapazitätsgrenzen gestoßen. Umso wichtiger ist es, dass jetzt zügig eine langfristige Lösung erarbeitet wird, die unseren Schülerinnen und Schülern auch in Zukunft gute Rahmenbedingungen zum Lernen bietet.“
Um kurzfristig zusätzlichen Raum zu schaffen, richtet der Landkreis nach eigenen Angaben eine Übergangslösung mit Containern bis nach den Herbstferien ein. Langfristig soll ein neues Oberstufengebäude mit zwölf Klassenräumen entstehen und die Containerlösung ersetzen.
Nach Prüfung der bislang untersuchten Möglichkeiten steht dafür, so der Landkreis, ein benachbartes Grundstück der Stadt Weiterstadt im Fokus. Dort befinden sich derzeit auch Räume des Warenkorbs Weiterstadt (wir haben berichtet). Der Landkreis und die Stadt wollen nach Aussage des Landkreises dem Warenkorb zeitnah geeignete Alternativstandorte aufzeigen und würden für konstruktive Gespräche über eine Verlagerung bereit. „Wir werden kurzfristig zusätzlichen Raum schaffen und erwarten jetzt zügige Fortschritte für die kommenden Jahre“, sagt Köhler. „Uns ist die Arbeit des Warenkorbs bewusst, aber der Raumbedarf der Schule duldet keinen weiteren Aufschub. Wir brauchen zeitnah eine Perspektive für den Neubau.“
Bürgermeister Niklas Gehnich hat zum eventuellen Umzug des Warenkorbs in der letzten Sitzung der Stadtverordneten am Donnerstag, dem 20. August, gesagt, dass es ein unglücklicher Zeitpunkt gewesen sei, zu dem die Frage nach einer Verlegung des Warenkorbs aufgekommen sei, denn fast alle Entscheidungsträger von Landkreis, Stadt, Schule und Warenkorb und seien in den Ferien gewesen. Er sei sich bewusst, dass jetzt große Unsicherheit bei den Ehrenamtlichen des Warenkorbs herrsche, denn diese hätten mit vielen Stunden und großem Engagement dafür gesorgt, dass der Warenkorb von ehemals acht Containern mittlerweile so groß geworden sei, dass er über einen eigenen Kühlcontainer und eine PV-Anlage verfüge. „Die Ängste der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind verständlich“, sagte Gehnich. Aber auch er wisse, dass die ADS dringend mehr Platz brauche.
Nach Mitteilung des Landkreises stünden der Kreis und die Stadt für weitere Gespräche bereit und der Kreis setze „auf eine zügige Klärung, um dem Warenkorb zeitnah tragfähige Alternativen aufzuzeigen“. Darüber hinaus gibt der Landkreis zu bedenken, dass er gezwungen sein könnte, wenn keine zeitnahe Lösung für den Neubau gefunden würde, neue Schülerinnen und Schüler nicht mehr der Albrecht-Dürer-Schule zuzuweisen, sondern auf andere Schulen zu verteilen. Eine solche „Lenkung“ sei aber ausdrücklich nicht das Ziel des Landkreises und auch „nicht absehbar“.
„Uns ist wichtig, dass ein Umzug reibungslos gelingt und die Versorgung für die Kundinnen und Kunden auch während der Übergangszeit sichergestellt bleibt – dafür braucht es aber jetzt zeitnah Gesprächsbereitschaft aller Beteiligten“, sagt Bürgermeister Gehnich.
Der Landkreis will nach eigenen Angaben „die Gespräche mit der Stadt Weiterstadt und dem Warenkorb zügig vorantreiben“. Ziel sei eine Lösung, „die der Schulgemeinde kurzfristig Planungssicherheit gibt und den wachsenden Schulstandort zukunftsfest macht.“
