Groß-Rohrheim (mic). Ein Jubiläum gab es am vergangenen Samstagabend in der evangelischen Kirche Groß-Rohrheim zu feiern. Der von der Musikkiste organisierte Herbstjazz feierte seinen 15. Geburtstag und zahlreiche Gäste waren gekommen, um dies mitzufeiern. „Jazzparty von nachmittags bis in den Abend. Zuhörer Profis und Amateure treffen sich zwanglos zu einem Event voller Musik“, lautete das Motto und genau so war es auch. Wie immer war das Konzert für alle kostenlos und wem es gefiel, der konnte einen Obolus in die Spendenkasse werfen. Passend zum Geburtstag waren zudem einige Jazzgrößen eingeladen, die das Publikum begeisterten.
Den Auftakt am frühen Nachmittag gestaltete wie stets der evangelische Kirchenchor. Danach präsentierte „Split Mods“ einen Mix aus Bossa Nova, Klassik, Pop und Jazz. Zu hören gab es auch jede Menge Eigenkompositionen. Überhaupt wurde dem Publikum auch reichlich ungewöhnliche Musik mit den unterschiedlichsten Instrumenten präsentiert. Da waren beispielsweise die beiden Musikprofessoren Hubert Nuss und Matthias Schriefl. Sie boten Klangfarben und ungewöhnliche Kompositionen – beispielsweise mit der Kombination aus Klavierflügel und Alphorn. Einen ganz anderen Sound, eher in Richtung Weltmusik, hatten zuvor Khadim Seck, Max Clouth und Tony Clark mit im Gepäck. Das hörte sich nur sehr wenig nach Jazz an, sondern eher nach Musik aus Afrika mit Gesang. Und dann sollte das Publikum bei dem einen oder anderen Song auch mitsummen. Das Publikum bildete quasi den Backgroundchor zu einer Musik, die manchmal zum Träumen einlud.
Tony Clark ist ein in der Szene schon seit vielen Jahren bekannter Studiomusiker, der viele Musikinstrumente beherrscht, darunter beispielsweise die japanischen Shakuhachi-Flöte, die den Klangkompositionen des Trios an diesem Abend einen meditativen Charakter verlieh. Diese Musik gefiel auch Ehrengast Landrat Christian Engelhardt, der ebenfalls am Abend vorbeigekommen war, um der Musikkiste zu gratulieren. „Das ist heute mein achter Termin und dann hörte ich diese Musik . Ich bin wirklich begeistert“, sagte Engelhardt. „Wenn Musik beginnt, verändert sich ein Raum. Das ist die besondere Kraft von Musik“, fuhr Engelhardt in seiner Geburtstagsansprache fort. 15 Jahre Herbstjazz bedeuteten Ideen, Organisation und vor allem Menschen, die dafür sorgten, dass aus einer Idee ein besonderes Wochenende wird: „Deshalb gilt mein besonderer Dank der Musikkiste und allen, die dieses Festival über die Jahre getragen haben.“ Und genau so solle Kultur auch sein: offen, lebendig und nah bei den Menschen. Engelhardt bezog sich hier auf jenen Teil des Abends mit der so genannten Session.
Das Kernteam des Jazzclubs Weiterstadt hatte die Zuhörer zum Mitmachen eingeladen. Wer wollte, konnte nach vorne kommen und entweder singen oder ein Instrument spielen. Abschließend sagte Engelhardt: „Beim Herbstjazz wird nicht nur einfach konsumiert, hier wird Kultur gemacht. Ich wünsche der Musikkiste daher auch weiterhin gute Ideen, begeisterte Musiker und ein Publikum, das neugierig bleibt.“
Glückwünsche ans Orgateam richtete anschließend auch Bürgermeister Karsten Krug. Er zeigte sich stolz, „dass in unserem Dorf ein so tolles Kulturangebot stattfindet.“ Er erinnerte auch an die anderen Angebote der Musikkiste wie etwa die allmonatlich stattfindende „offene Bühne“ oder „Rock ´n´ Grill“. Für dieses Engagement hatte er auch ein kleines Geburtstagsgeschenk für die Vereinskasse mitgebracht.
