Einhausen (red/ps). Der Hessische Turnverband (HTV) hat kürzlich in Einhausen den 44. Landesturntag veranstaltet. 120 Delegierte waren laut einer Mitteilung des Verbands hierfür in die Weschnitzgemeinde gekommen.
Mit dem Grundsatzbeschluss „Safe Sport“ beschloss der Turntag in der Mehrzweckhalle, dass das Wohl von Kindern und Jugendlichen im Hessischen Turnverband Vorrang vor sportlichen Leistungszielen, Wettkampferfolgen, Kaderinteressen, Vereins- oder Verbandsinteressen sowie individuellen Erwartungen von Eltern, Trainerinnen und Trainern, Funktionsträgerinnen und -trägern oder sonstigen Beteiligten habe.
Durch eine Satzungsneufassung soll außerdem die Zusammenarbeit zwischen Ehrenamt und Geschäftsstelle klarer geregelt werden. Mit der Überarbeitung des Beitragswesens soll die Finanzstruktur transparenter gestaltet und mit der Schaffung einer Ethik-Kommission die Integrität im HTV gestärkt werden, um künftig den Anforderungen eines Safe Sport Codes Rechnung zu tragen.
Nach der Beschlussfassung über die Haushaltsberichte der Jahre 2023 bis 2024 sowie dem Bericht der Rechnungsprüfer wurde das Präsidium einstimmig von den rund 120 Delegierten entlastet. Bei den folgenden Wahlen wurde Ulrich Müller als Präsident einstimmig wieder gewählt. Ihm stehen als Vizepräsident:innen weiterhin Katja Ferger, Boris Held, Annalena Mickel und Heike Schnoor zur Seite. Neu ins Präsidium gewählt wurde Oliver Weinke. Der Bensheimer ist in der Turnfamilie kein Unbekannter, er war laut HTV bis 2024 bereits im Vorstand der Hessischen Turnjugend.
Die Hessische Sportministerin Diana Stolz hat bei ihrer Rede vor den Delegierten die Bedeutung des Turnens für den Sport und die Gesellschaft gewürdigt. „Der Hessische Turnverband steht für eine beeindruckende Tradition und vor allem für ein starkes und vielfältiges Engagement für den Sport in Hessen. Mit mehr als 624.000 Mitgliedern ist er der zweitgrößte Sportverband Hessens. Hinter dieser beeindruckenden Zahl stehen Menschen, die sich in mehr als 2000 Turnvereinen tagtäglich für Bewegung, Gemeinschaft und das Miteinander einsetzen“, erklärte Stolz.
„Für viele Kinder beginnt der Weg in den Sport im Turnverein vor Ort. Hier machen sie ihre ersten Erfahrungen mit Bewegung, lernen, sich gemeinsam mit anderen zu bewegen, und entdecken, wie viel Freude Sport machen kann“, so die Ministerin. „Turnvereine sind Orte, an denen Menschen zusammenkommen. Sie verbinden Generationen, schaffen Gemeinschaft und leben vom Engagement ihrer Mitglieder. Gerade das Ehrenamt ist dabei von unschätzbarem Wert.“
Der Landesturntag sei deshalb auch ein wichtiges Zeichen für die Bedeutung des organisierten Sports in Hessen. „Wenn wir wollen, dass sich mehr Menschen bewegen, müssen wir dort ansetzen, wo Sport seinen Anfang nimmt: in unseren Vereinen vor Ort. Dort entstehen Begeisterung und Motivation, dort werden Kinder an den Sport herangeführt und dort erleben Menschen, dass Bewegung gemeinsam noch mehr Freude macht“, betonte Stolz.
