Region (hst). Seit Jahrtausenden sind Menschen von Naturereignissen fasziniert. Ob Gewitter, Stürme, Erdbeben, Vulkanausbrüche Sternschnuppen oder Hagel: viele dieser Naturereignisse haben die Menschen in der Vergangenheit zutiefst verängstigt, dachten sie doch, die Götter würden ihnen zürnen.
Besonders beängstigend waren Mond- oder Sonnenfinsternisse. Wenn sich der Mond bei einer Sonnenfinsternis vor die Sonne schiebt und den Tag für kurze Zeit zur Nacht werden lässt, ist das ein seltenes Schauspiel, das heutzutage dank wissenschaftlicher Erklärung in den meisten Kulturen keine Ängste mehr auslöst, sondern die Menschen ganz im Gegenteil so fasziniert, dass sie sich in die Natur begeben, um das Himmelsphänomen zu beobachten. Auch Mondfinsternisse sind faszinierend: Hier „schiebt“ sich die Erde auf ihrer Bahn um die Sonne zwischen Mond und Sonne. Mond, Erde und Sonne befinden sich nahezu auf einer Linie und der Schatten der Erde wandert über den Mond.
Sonnenfinsternis am 12. August in der Dämmerung
Am Mittwochabend, dem 12. August, ist auch in ganz Deutschland die partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Dabei wird die Sonne nicht komplett vom Mond bedeckt, sondern ein kleiner Teil – etwa wie beim Sichelmond – wird noch zu sehen sein.
Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist die größte Sonnenabdeckung in Freiburg zu sehen: Rund 90 Prozent der Sonne werden in Deutschland ab circa 19.11 Uhr vom Mond verdeckt. Da die Finsternis in die Zeit des Sonnenuntergangs fällt, kann sie auch in Hessen ab circa 19.17 Uhr besonders eindrucksvoll erscheinen. Das Maximum der Sonnenfinsternis, also eine Abdeckung von rund 88 Prozent der Sonne, wird im Raum Darmstadt für 20.14 Uhr erwartet, um 20.49 Uhr geht die Sonne dann unter und das Ende der Sonnenfinsternis wird um circa 21.05 Uhr erwartet.
Die besten Beobachtungen kann man, allerdings nur bei klarem Himmel, von erhöhten Orten aus machen. Man muss nach Westen und Nordwesten schauen, am besten ohne Bäume oder hohe Häuser. In der Region gibt es einige solcher Orte, die man aufsuchen kann, um die Sonnenfinsternis von der bestmöglichen Warte aus zu sehen: Die Burg Frankenstein, das Schloss Alsbach, der Melibokus, um nur einige zu nennen. Auch Türme oder hohe Gebäude eignen sich gut für die Beobachtung des Himmelsphänomens. Allerdings sind auch Wolken vorausgesagt worden, deswegen sollte man den Wetterbericht gut verfolgen und eventuell ein bisschen weiter fahren, um die Sonnenfinsternis gut sehen zu können.
Augen richtig schützen mit speziellen Brillen
Wichtig ist dabei, dass man seine Augen gut schützt, um die Netzhaut nicht zu schädigen. Spezielle Brillen werden im Handel angeboten, wobei man darauf achten sollte, dass sie den ISO-Normen entsprechen. „Hochgefährlich ist auch die direkte Beobachtung der Sonne durch Ferngläser, Teleskope oder Kameras. Diese Geräte bündeln die Sonnenstrahlen zusätzlich. Im Fachhandel werden spezielle Filteraufsätze oder Folien angeboten. Die Filter müssen vor der Optik des entsprechenden Geräts angebracht werden“, rät das BsF. Normale Sonnenbrillen oder selbstgebaute Brillen mit rußgeschwärzten Gläsern seien nicht geeignet.
Partielle Mondfinsternis am 28. August
Eine Finsternis kommt selten allein: Schon rund zwei Wochen später, am Freitag, 28. August, wird eine partielle Mondfinsternis sichtbar sein, allerdings nur für Nachtschwärmer oder Frühaufsteher, denn sie beginnt im Raum Darmstadt bereits um 3.24 Uhr mit dem Halbschatten, die partielle Verdunklung wird gegen 4.34 Uhr sein. Die maximale Verdunkelung mit über 96 Prozent wird gegen 6.13 Uhr erwartet und endet dann, wenn der Mond unter dem Horizont steht. Das Gute an einer Mondfinsternis: Man muss die Augen nicht schützen. Das Schlechte: Die meisten Nächte bei einer Mondfinsternis in der Region Darmstadt sind bewölkt.
