Braunshardt (hst/red). Am Sonntag, dem 18. Oktober, wird die kleine Schlosskirche St. Ludwig in Braunshardt offiziell nicht mehr von der Kirche als Kirchengebäude genutzt. Wie die katholische Pfarrgemeinde St. Johannes der Täufer aus Weiterstadt mitteilt, geschieht dies in einer besonderen Andacht, um 15 Uhr, in der Schlosskirche.
Maria Lorenz von der katholischen Pfarrgemeinde erläutert den Vorgang der Profanierung: „Eine Profanierung ist im Sinne des kanonischen Rechts der römisch-katholischen Kirche notwendig, wenn die kirchliche Nutzung eines Kirchengebäudes beendet wird, in unserem Fall durch den Verkauf. Eine Entwidmung wird vom zuständigen Bischof beschlossen. Auch wir haben Mitte August ein entsprechendes Schreiben von Bischof Dr. Peter Kohlgraf erhalten, in dem er die Profanierung der Kapelle St. Ludwig im Schloss Braunshardt verfügt.“
Es sei für niemanden ein leichtes Unterfangen und verursache „immer Bauchweh“, eine Kirche als Gottesdienstort zu verabschieden. Gerade und vor allem für Menschen, die über Jahre oder Jahrzehnte ihre Heimat in dieser Kirche hatten, sei es sehr schwierig und tue weh. „Kirche ist ja nicht nur ein Gebäude. Mit einer Kirche verbinden viele Menschen kostbare Augenblicke, die ihr Leben berührt haben – Taufen, Hochzeiten, besondere Gottesdienste oder Begegnungen“, sagt Lorenz.
Umso wichtiger sei es, für einen würdigen Abschluss zu sorgen: „Deshalb feiern wir am Sonntag, dem 18. Oktober, um 15 Uhr, in der Schlosskirche St. Ludwig in Braunshardt zusammen mit Domkapitular Klaus Forster als Vertreter des Bistums Mainz, dem leitenden Pfarrer Engelbert Müller und Pfarrer Peter Eckstein eine Andacht“, sagt Lorenz, und lädt alle ein, bei dieser besonderen Andacht dabei zu sein.
