Rehasport beim TuS ist längst nicht mehr nur für Seniorinnen und Senioren oder kranke Personen attraktiv. Auch junge Menschen haben ihn für sich entdeckt, um zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken. Foto: Hausl

Von der Vision zur Institution

Rehasport beim TuS Griesheim feiert in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen

Griesheim (gu). Mit einem gemütlichen Nachmittag feierte die Rehasport-Abteilung des TuS Griesheim am vergangenen Samstag im Kultus ihr 50-jähriges Bestehen.

Was 1976 als visionäre Initiative begann, ist heute eine unverzichtbare Säule für Gesundheit und Lebensqualität. Damals gehörte der Verein zu den hessischen Pionieren im Gesundheitssport. Heute bietet die Abteilung unter der Leitung der ersten Vorsitzenden Adelheid Deinert mit neun zertifizierten Übungsleitern insgesamt 13 Kurse an, von Wassergymnastik über Orthopädie- und Wirbelsäulengymnastik bis hin zu ärztlich begleitetem Herz- und Lungensport. Medizinisch unterstützt wird die Abteilung von Dr. Gilles Steininger, Dr. Eckard Gottstein und der Ärztin Katja Burk.

Wie die Vorsitzende Adelheid Deinert in ihrer Ansprache betonte, gehe es im Rehasport um weit mehr als um das Abarbeiten von Übungsprogrammen. Er bietet einen geschützten Raum, in dem Lachen, gegenseitige Motivation und soziale Kontakte eine genauso wichtige Rolle spielen wie die medizinisch fundierte Betreuung durch qualifizierte Übungsleiter. Vor 50 Jahren brauchte es Weitblick, um zu erkennen, dass Sport die beste Medizin sein kann. Heute weiß man beim TuS, dass gezielte Bewegung Lebenskrisen abfedern und die Lebensqualität dauerhaft steigern kann.

Den Grundstein für die Erfolgsgeschichte legte der damalige Vorsitzende Karl Weingärtner, der vor einem halben Jahrhundert auf das Aktionsprogramm „Sport und Gesundheit“ der Landesregierung aufmerksam wurde. Ziel des Programms war es, Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranken und Gesundheitsgefährdeten durch den organisierten Breitensport eine Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. In Zusammenarbeit mit dem Hessischen Sozialministerium, dem Hessischen Turnverband und der Stadt Griesheim traf er die nötigen Vorbereitungen zur Durchführung von Rehabilitationssport. Er beschaffte die erforderlichen medizinischen Geräte, so dass ab Januar 1976 regelmäßige Sportstunden eingeführt werden konnten. Nach der ersten Herzsportgruppe unter der medizinischen Leitung von Dr. Karl Stephan Senior wuchs das Angebot unter den nachfolgenden Abteilungsleitern Peter Feuerbach und Barbara Langenbeck stetig weiter. Es folgten Gruppen für Diabetes und Osteoporose, die das Profil der heutigen Abteilung maßgeblich prägten.

„Der Bedarf ist nach wie vor riesig“, berichtet der Vorstand. Allerdings sei man durch die aktuelle Hallen- und Übungsleiterkapazitäten eingeschränkt, so dass es derzeit kaum freie Plätze gebe. Auffällig sei zudem ein demografischer Wandel in den Kursen. Während früher fast ausschließlich Senioren das Angebot nutzten, sind es jetzt zunehmend jüngere Menschen, die mit Rehasport einen Gang zurückschalten, um ihre Gesundheit langfristig zu stärken.

Mit modernen Konzepten und kontinuierlich geschultem Fachpersonal stellt sich die Abteilung den Herausforderungen der kommenden Jahre und ist bestrebt, den Menschen in der Region auch weiterhin ein verlässlicher Partner für ein gesundes, bewegtes Leben zu sein.

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