Am Ende der zurückliegenden Kreisliga-B-Saison hatte Germania Pfungstadt nach einer beispiellosen Siegesserie den Wiederaufstieg in die A-Klasse gefeiert. Foto: Archiv

… und sie schießen wieder Tore

Saisonvorbereitung der Germanen lässt auf erfolgreiche A-Liga-Runde hoffen

Pfungstadt (red). Seit dem Trainingsauftakt am 23. Juni bereitet sich der RSV Germania 03 auf seine Comebacksaison im A-Klassen-Schaufenster vor, heißt es vom Verein. Zur Wettkampf-Ouvertüre organisierte Trainer Ben Talib ein Marathonprogramm von drei Partien binnen einer Woche, um die Fitness seiner Schützlinge nach wochenlangen Aufstiegsorgien wieder in einen funktionsfähigen Zustand zu hieven und die Neuzugänge ins Mannschaftsgefüge zu integrieren.

Weil sich die mexikanische Sonora-Wüste am 28. Juni nach Deutschland verirrte und ergo auch Pfungstadt zur (Sch)weißglut brachte, wurde die englische Woche sogar auf fünf Tage minimiert. Der verlegte Startschuss erfolgte in den Abendstunden des 30. Juni gegen Rot-Weiß Walldorf III (Kreisliga-A-Kollege des Groß-Gerauer Bezirks). Ungeachtet der langen Sommerpause begann die neue Runde so, wie die alte Spielzeit endete: Mit einem Tor der germanischen Einschweißmaschine. Max Meier benötigte nach seinem zurückliegenden Bestmarken-Highscore (steuerte dank 56 Buden den Beförderungslöwenanteil bei) für die Re-Anmeldung auf der Torschützenliste knappe vier Minuten. Nach dem Gästeausgleich rechtfertigte Meier im Gegensatz zu den über dem Teich peinlich vom Punkt scheiternden Nationalkickern seine Mitgliedschaft im Elferrat und vollstreckte zur neuerlichen Führung, welche Mehmet Köroglu noch vor der Pause zum 3:1 ausbaute.

Im zweiten Abschnitt tauschte Ben Talib bis auf wenige Ausnahmen sein Personal aus und schenkte dem kompletten Kader das Vertrauen, was sich im überraschend deutlichen 7:3-Finalergebnis wiederspiegelte. Die restlichen Treffer gingen auf die Konten von Heimkehrer Ranbir Singh (zuletzt FCA Darmstadt) und Bilal Sabbagh, der einen Hattrick auf das Trapez zauberte.

Keine 48 Stunden später gab Eintracht Bürstadt seine Visitenkarte am Grünen Steg ab. Der einen Fußballstock höher beheimatete Bergsträßer Kreisoberligist musste beim Kehraus der abgelaufenen Saison lediglich dem in die Gruppenliga aufrückenden Lorscher Klubtandem Tvgg und Olympia den Vortritt lassen. Doch der Außenseiter scherte sich einen feuchten Kehricht über die Stärken des Favoriten. Obwohl die jüngste Aufgabe natürlich noch in den Knochen steckte, lieferte der RSV eine beeindruckende Paroli, die sich durch einen frühen Abstauber von Maik Kaudel (wechselte vom VfR Eberstadt an die Ostendstraße) rasch auszahlte.

Die spätestens seit dem Niedergang des ehemaligen Zweitligisten VfR als kickende Bürstädter Nummer Eins etablierte Eintracht konnte bis Mitte der zweiten Hälfte das Blatt zunächst wenden, ehe Bilal Sabbagh wiederum seiner Joker-Rolle gerecht wurde und zehn Minuten vor Feierabend das Egaslierungverfahren zum verdienten 2:2-Score dokumentierte.

Das Finale des schlauchenden Prologs navigierte die Germanen schließlich am 05. Juli in den Zwingenberger Ortsteil Rodau zum dort wartenden respektive vom einstigen Bürstädter Zweitligaspieler Ludwig Brenner gecoachten B-Liga-Herausforderer. Neben Ranbir Singh und Kaudel bevölkerten mit Yannick Lowery (TuS Griesheim) und Dmitrij Heumann (SKG Stockstadt) alle vier Neuverpflichtungen gemeinsam die Anfangs-Elf. Nach einem Wechselbad der Gefühle setzten sich die Germanen 4:3 durch. Man merkte, dass aufgrund der dritten Begegnung innerhalb weniger Tage die Beine schwer waren, aber der Mix aus Moral und Durchsetzungsvermögen transportierten ein weiteres Erfolgsresultat in den blau-weißen Hafen, berichtet Germania-Vorsitzender Eckhard Czok.

Die Tore teilten sich brüderlich Mehmet Köroglu, Ranbir Singh, Marlon Velez Gomez und Bilal Sabbagh. Damit gebührte Elvis Presley das Resümee der ersten drei Testeinheiten. Exakt 72 Jahre zuvor nahm der damalige LKW-Fahrer in Memphis seinen ersten Song auf und startete in die Welt-Karriere. Den Titel durften Germanen angesichts von zwei Siegen und einem Remis kopieren: „That’s all right“.

Zwischen dem 9. und 11. Juli verkauften sich die beiden Mannschaften des Rasensportvereins bei der im Sportpark des SV Hahn ausgetragenen Pfungstädter Stadtmeisterschaft sehr ordentlich. Das Kreisliga-A-Team musste nach einem 2:4 gegen den Hausherr (beide Tore Max Meier) und einem 4:2 gegen die Freie Turngemeinde (Treffer Max Meier 2, Mehmet Köroglu, Robert Botezatu) lediglich dem favorisierten Gastgeber den tabellarischen Vortritt lassen, während die Kreisliga-C-Mannschaft dank zwei Siegen (4:1 gegen die FTG, 3:0 gegen Hahn) triumphierte und souverän den Titel holte.

Nächster Beitrag
Für ein Zuhause in Gastfamilien
Vorheriger Beitrag
Durstige Bäume