Von links: Der neue stellvertretende Schiedsmann Hubert Haas, Schiedsfrau Doris Öhlenschläger und Bürgermeister Karsten Krug. Foto: Burmeister

Städtebauliches Konzept und mehr

Neues aus Groß-Rohrheim: Stellvertretender Schiedsmann im Amt/Gemeinde zählt alle Hunde

Groß-Rohrheim (mic). Hubert Haas ist der neue Mann im Amt des stellvertretenden Schiedsmannes in Groß-Rohrheim. Er würde, sollte sie einmal verhindert sein, Doris Öhlenschläger vertreten, die das Amt der Schiedsfrau seit nunmehr drei Jahren ausübt. Wie Öhlenschläger am vergangenen Mittwoch bei einem Pressegespräch im Sitzungssaal des Rathauses auf Nachfrage erklärte, hat sie im Jahr etwa fünf bis zehn Fälle zu betreuen, oder besser gesagt zu schlichten. Etwa bei einem Viertel davon findet sich am Ende keine Lösung.

„Genau das ist auch meine Aufgabe – nicht richten, sondern schlichten“, erklärte Doris Öhlenschläger. Ein Schiedsmann oder eine Schiedsfrau wird immer dann gerufen, wenn es Streit gibt. In den meisten Fällen geht es um Nachbarschaftsstreitigkeiten wie etwa Grenzabstände, Lärm oder einfach nur das Entfernen von Laub. Da sei jeweils Fingerspitzengefühl gefragt. Einen Schiedsmann anzurufen ist bei Streitigkeiten Pflicht. Kommt durch ihn oder sie keine Einigung oder Schlichtung zustande, kann erst danach der Gang zum (Amts-) Gericht erfolgen. Es sei wichtig einen gemeinsamen Weg für alle Beteiligte zu finden. Öhlenschlägers neuer Stellvertreter ist in Groß-Rohrheim kein Unbekannter. Der gelernte Industriewerkmeister hat seinen Arbeitsplatz in Darmstadt und engagiert sich in seiner Firma auch im Betriebsrat. Um den Posten hatte es in der Kommunalpolitik zuletzt immer wieder Unmut gegeben, denn der einzige Kandidat, der für diesen Posten von der LiGR vorgeschlagen wurde, bekam in mehreren Sitzungen keine Mehrheit.

Aber es ging am vergangenen Mittwoch auch noch um andere Themen. Eingeladen hatte Bürgermeister Karsten Krug und der erklärte, dass die Gemeinde nun die Zahl der in der Gemeinde lebenden Hunde erfassen will. Dazu werden jetzt alle 2400 Haushalte angeschrieben. In dem kleinen Fragebogen wird die Bevölkerung gebeten ihren Vierbeiner, soweit vorhanden und noch nicht geschehen, anzumelden. Gefragt wird nach der Zahl der im jeweiligen Haushalt lebenden Hunde sowie nach der Rasse. Sollte jemand seinen Hund bislang noch nicht angemeldet haben und dies nun vielleicht zeitversetzt im Nachhinein tun, so muss er mit keinerlei Konsequenzen rechnen. Die Gemeinde wird sich hier auf die Angaben der Halter verlassen, sagte Krug.

Aktuell sind etwa 350 Hunde in Groß-Rohrhiem registriert. In Sachen Hundesteuer wurde vom Gemeindeparlament vor einigen Monaten ja eine Erhöhung beschlossen. Der erste Vierbeiner kostet im Jahr 48 Euro. Hat man ein Tier, das zu den sogenannten „Kampfhunde-Rassen“, also vermeintlich gefährlichen Tieren, zählt, sind sogar bis zu 600 Euro an Steuern zu zahlen. Aktuell nimmt die Gemeinde im Jahr durch die Hundesteuer rund 20.000 Euro ein, wie Krug auf Nachfrage ergänzte.

Vor einigen Wochen hatte es in der Rathausscheune bereits den ersten Workshop in Sachen Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) gegeben. Dieser Workshop war nicht nur sehr gut besucht, es geht nun auch die nächste Runde. So sind jetzt im August gleich drei weitere Treffen geplant, bei denen man wieder auf die aktive Mitarbeit und Gestaltung der Bevölkerung hofft. Diese sind themenspezifisch aufgegliedert. Alle drei Workshops finden jeweils im Treff 21 statt. Es geht hier darum, wie man die Zukunft der Gemeinde neu oder anders gestalten kann. Einigt man sich auf ein oder mehrere Projekte (auch die Kommunalpolitik wird am Ende, vermutlich Anfang 2027, entscheiden müssen), gibt es dafür auch Fördergelder vom Land. Das können dann je nach Projekt bis zu zwei Drittel der Kosten sein.

Los geht es am 10. August um 18.30 Uhr mit dem Thema „Die Allee und ihre Umgebung“. In diesem Zusammenhang ergänzte der Groß-Rohrheimer Bürgermeister, dass man aktuell in Verhandlungen steht mit dem Besitzer des Gebäudes an der einstigen Gärtnerei Kirsch. Das Freigelände, das ja auch an die Allee grenzt, war in der Kommunalpolitik schon mehrfach Gegenstand von Beratungen und Diskussionen (zuletzt wurde dort das Projekt eines so genannten Tiny Forest vorgestellt). Nun könnte man aber ganz anders planen, denn auch das überbaute Areal nebenan (dort waren unter anderem mal ein Supermarkt und eine Postfiliale) steht nun komplett zum Verkauf. Insgesamt handelt es sich hier um 1800 Quadratmeter Fläche. Somit könnte das gesamte Areal in die möglichen Planungen und Diskussionen mit einbezogen werden.

Die nächste ISEK-Zukunftswerkstatt hat das Thema „Kinder, Familien und Senioren (am 19. August ab 16.30 Uhr) und die letzte der drei ISEK-Veranstaltungen findet am 27. August um 18.30 Uhr statt. Thema an diesem Abend: Der historische Ortskern. Teilnehmen kann jeder.

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