Griesheim (red). Die Stadt Griesheim setzt nach eigenen Angaben derzeit die ersten aus den Reallaboren abgeleiteten Maßnahmen um. Sie betreffen vorerst die Georg-Schüler-Anlage, die Friedrich-Ebert-Straße sowie die Martin-Luther-Straße.
In ihrer nächsten Sitzung am Donnerstag, dem 5. November, wird sich die Stadtverordnetenversammlung mit der vorläufigen Umgestaltung des Georg-Schüler-Platzes befassen. „Bis dahin können die Bürgerinnen und Bürger den Platz weiterhin als Aufenthaltsfläche nutzen. Im Laufe der Woche werden dazu Stadtmöbel und Pflanzkübel auf der Fläche platziert“, heißt es in der Mitteilung der Stadtverwaltung. Zukünftig sollen auf der Fläche auch wieder Veranstaltungen stattfinden. Hierzu habe die Stadt bereits mehrere Anfragen erreicht.
Wie geht es mit der Einbahnstraße weiter?
In der Friedrich-Ebert-Straße bleibt laut Stadtverwaltung die Einbahnstraße bestehen: „Die Stellplätze auf der Westseite der Straße werden als Schrägparkplätze neu markiert, während die bisherigen Gehwegstellplätze auf der Ostseite auf die Straße verlegt werden.“
Georg-Schüler-Anlage und Martin-Luther-Straße
„Auf der Georg-Schüler-Anlage bleiben die Modalfilter (Poller) vor dem Georg-August-Zinn-Haus als vorübergehende Maßnahme bis zur Umsetzung des Platzkonzepts bestehen. In der Martin-Luther-Straße wird die beidseitige Sperrung mit Pollern fortgesetzt. Im Zuge der Umgestaltung von Platz und Spielplatz soll das östliche Zugangstor des Spielplatzes in den gesperrten Bereich verlegt werden. Der Fußweg zum Marktplatz wird zudem mit Pflanzkübeln ausgestattet, um zu schnellen Rad- und Rollerverkehr zu unterbinden.“
Im Bereich der Martin-Luther-Straße hätte es auch die Möglichkeit gegeben, so die Stadtverwaltung, nur einen Poller stehen zu lassen. In der Diskussion im Umweltausschuss sei sich für beide Poller entschieden worden, da sie eine höhere Verkehrssicherheit für dort spielende Kinder böte.
Vorläufige Umgestaltung des Georg-Schüler-Platzes
Die vorläufigen Maßnahmen auf dem Georg-Schüler-Platz sehen vor, einen sicheren Schulweg für die Schülerinnen und Schüler der Friedrich-Ebert-Schule zu schaffen: „Hierzu wird im hinteren Bereich des Platzes ein Gehweg angelegt. Zudem sollen drei Behindertenparkplätze auf dem Platz entstehen.“ Die bisherigen Kurzzeitparkplätze werden auf den westlichen Abschnitt der Friedrich-Ebert-Straße zwischen B 26 und der Feuerwehrzufahrt verlegt und stünden insbesondere für Arztbesuche und Besuche des Zinn-Hauses zur Verfügung. Die vorläufige Umgestaltung bleibe solange bestehen, bis der Wettbewerb „Plätze in der Innenstadt“ fertiggestellt sei, teilt die Stadtverwaltung weiter mit.
Die Alternativen im Überblick
Insgesamt wurden im Umweltausschuss am 9. September drei Varianten zur vorläufigen Umgestaltung des Georg-Schüler-Platzes vorgestellt. Dabei standen die Erhöhung der Schulwegsicherung, dauerhafte Begrünung und Verschattung sowie die Belebung durch Veranstaltungen im Mittelpunkt.
Eine Möglichkeit wäre gewesen, zur Ausgangssituation zurückzukehren. Das heißt, die Poller am Zinn-Haus hätten entfernt werden müssen und der Georg-Schüler-Platz würde wieder als Parkplatz genutzt werden. Diese Variante hätte aber weder die Umfrageergebnisse noch die Empfehlungen des zuständigen Büros aufgegriffen. Daher seien zwei weitere Varianten entwickelt und vorgestellt worden.
Der erste Vorschlag hätte ebenfalls die Nutzung des Georg-Schüler-Platzes als Parkplatz vorgesehen. Hinzugekommen wären eine Abgrenzung des Gehwegs durch weitere Poller entlang des Platzes an der Friedrich-Ebert-Straße und eine Rotmarkierung im Einfahrtsbereich als Aufmerksamkeitsfläche. Nur der Poller auf Höhe der Stadtbücherei sollte bleiben. Insgesamt wären dadurch die Konflikte zwischen zu Fuß Gehenden, Radfahrenden und Autofahrerinnen sowie -fahrern zur und von der Schule bestehen geblieben.
„Letztendlich wurde sich für die jetzt zur Umsetzung offene zweite Variante entschieden. Sie greift alle Aspekte der Empfehlungen auf: Sie reduziert Konflikte im Bring- und Holverkehr unmittelbar, verbessert die Sicherheit der Schulkinder und aller zu Fuß Gehenden von und bis zur Ampel, schafft verlässlich nutzbare Aufenthaltsbereiche und ermöglicht eine schnelle, praxistaugliche Umsetzung bis zur Realisierung des Platzkonzepts, indem mit mobilen Elementen gearbeitet wird“, ist sich die Stadt sicher.
