Heppenheim (mic). Die drei Beratungsstellen des Kreises – in Bensheim, Lampertheim und in Fürth – haben bei einem Pressegespräch am vergangenen Dienstag ihre Zahlen des Jahres 2025 vorgelegt und erläutert. „Die letzten Jahre haben uns besonders herausgefordert. Sowohl in der steigenden Zahl der Menschen, die unsere Unterstützung suchen, als auch in der zunehmenden Komplexität ihrer Anliegen“, erklärte Frank Occhionero, der Leiter der Lampertheimer Beratungsstelle, die für Viernheim und das gesamte Ried bis einschließlich Groß-Rohrheim zuständig ist.
Eine kontinuierliche Zunahme der Fallzahlen in allen drei Beratungsstellen mitsamt ihren Außenstellen zeichnete sich auch im Jahr 2025 ab. Immer mehr Eltern wendeten sich mit ihren Sorgen und Nöten an die Beratungsstellen. „Sie haben Vertrauen zu uns und unsere Arbeit und sie wissen, dass sie bei uns gut aufgehoben sind. Der Zugang zu unseren Angeboten ist niederschwellig und antragsfrei“, ergänzte Hanna Günes, Leiterin der Bensheimer Beratungsstelle. „Da geht inzwischen viel auch über Mundpropaganda.“ Außerdem würden die Ratsuchenden beispielsweise von Kinderärzten oder sozialen Diensten an sie empfohlen. Die Beratungsstellen seien in regelmäßigen Abständen in den Bergsträßer Schulen sowie in den Kitas mit Sprechstunden präsent. Das habe sich als vorteilhaft erwiesen, denn so kämen die Ratsuchenden bei Problemen frühzeitig zur Beratung. Eine zeitnahe Unterstützung sei oft entscheidend bei der Bewältigung der Probleme.
Ein Erklärungsansatz für die weiterhin hohe Inanspruchnahme der Beratungsstellen insgesamt könnten die steigenden Anforderungen und Belastungen sein, mit denen viele Familien aktuell konfrontiert wären. Dazu zählen Unsicherheiten, Erziehungsprobleme und wirtschaftlicher Druck. Auch Armut sei immer wieder ein Thema. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 2469 Fälle dokumentiert (2024 waren es 2436 Fälle). Zu den Menschen, die um Rat baten, war die Hälfte aller Gesamtfälle die klassische Familie. 38 Prozent der Ratsuchenden waren Alleinerziehende, gefolgt von Patchwork-Familien (elf Prozent). 69 Prozent der Personen, die sich gemeldet hätten, seien Mütter. Beim Zugang, also wer sich bei der Beratungsstelle selbst gemeldet hat, war es meist die Eigeninitiative der Eltern (42 Prozent), gefolgt von Empfehlungen über Schule oder Kita (29 Prozent).
Der Großteil der Beratungsdauer (fast 90 Prozent) benötigte eine maximale Anzahl von höchstens zehn Sitzungen. Meist konnte in dieser Zeit eine Lösung gefunden werden. Und auch bei den häufigsten Gründen für eine Beratung hat sich nichts gegenüber den Vorjahren geändert: In den meisten Fällen – rund 1000 – ging es um das Thema Trennung und Scheidung sowie um die daraus entstehende Situation mit dem gemeinsamen Kind beziehungsweise den Kindern. Mit weitem Abstand folgten mögliche Entwicklungsauffälligkeiten bei Kindern sowie der Bereich eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern.
