Pfungstadt (red). Viele Wasserrettungsdienste, wie DLRG oder Feuerwehren, hätten aktuell wegen der tiefen Pegelstände von Flüssen wie Rhein und Main Probleme, ihre gewöhnliche Einsatzbereitschaft zu erhalten, berichtet die DLRG aus Pfungstadt. Um ihre Boote ins Wasser zu bringen, oder nach Einsätzen wieder an Land, müssten die Organisationen mitunter weitere Anfahrten in Kauf nehmen, da viele Nato-Rampen, die zum Trailern genutzt werden, aktuell nicht bis ins Wasser reichen.
Die DLRG Pfungstadt ist davon nach eigenen Angaben nicht betroffen, da ihr Motorrettungsboot „Karl Essbach“ während der Wachsaison dauerhaft im Eicher See am Steg an der Wachstation liege. Dirk Kopp, Technischer Leiter in Pfungstadt erklärt: „Als Teil unseres stationären Wasserrettungsdiensts fahren wir an den Wochenenden auch immer wieder auf den Rhein und leisten zwischen Biebesheim und Gernsheim Aufklärungsarbeit über die Gefahren, die der Fluss birgt.“ An den Wochenenden treffe die DLRG regelmäßig zahlreiche Menschen an, die im Rhein baden und schwimmen und sich, insbesondere aufgrund des niedrigen Wasserstands, in Sicherheit wägten. Der Wasserstand täusche dabei, so Kopp: „Der Rhein ist ein gefährliches Gewässer mit vielen Strömungen und Strudeln. Diese wirken bei niedrigem Wasserstand stärker. Dazu kommt dann noch, dass die Fahrrinne der Schifffahrtsstraße vergleichsweise näher am Ufer ist.“ Schiffe, die ihre Frachten über den Fluss transportieren, kreieren starken Sog und Wellenschlag, die auch erfahrene Schwimmerinnen und Schwimmer in große Not und Lebensgefahr bringen können.“
Die Statistik der DLRG belege dies für Hessen und bundesweit klar: der Großteil der Badetoten kam laut den Lebensrettenden in einem Fluss oder See ums Leben. Bis zum 31. Juli 2026 ertranken in Deutschland insgesamt 261 Menschen, 188 davon in Flüssen oder Seen. In Hessen ist es noch deutlicher; bei acht von zwölf Badetoten ereignete sich der tödliche Unfall laut DLRG in einem Fluss. Die DLRG Pfungstadt ist dabei bisher von größeren Einsätzen verschont geblieben, konnte im Rahmen von technischen Hilfeleistungen, Erste-Hilfe-Leistungen sowie Absicherungsmaßnahmen aber bereits einige Einsätze verzeichnen.
Besonders erfreulich für die Pfungstädter DLRG sei der lang ersehnte Baustart für die Wachstation am Eicher See. Die Detailvermessung ist laut Pressemitteilung abgeschlossen und die Fundamente für die neun auf sechs Meter messende Containeranlage würden aktuell gesetzt. Die Anlage soll bis zum Ende der Wachsaison geliefert werden und dann im Herbst in ehrenamtlicher Eigenleistung eingerichtet. Aktuell arbeiten die Wachmannschaften am Wochenende und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr mit einem kleinen zwei auf zwei Meter Container, der die wichtigsten Materialien beherbergt.
Trotz der eingeschränkten Situation findet am Samstag, 22. August, das Übungswochenende des Jugend-Einsatz-Teams mit Übernachtung im Zelt statt. Holger Heisel, Erster Vorsitzender der Ortsgruppe zeigt sich erleichtert: „Unser Vorstand und unser Aktiven-Team sind sehr froh, dass es am Eicher See jetzt endlich mit den Bauarbeiten losgeht. Zusammen mit dem neu gestarteten Jugend-Einsatz-Team gibt uns das Rückenwind für die Zukunft.“
