Gernsheim (red). Hans-Josef Becker bleibt Gernsheims Behindertenbeauftragter. Ihn wählten die Stadtverordneten in ihrer konstituierenden Sitzung nach der Kommunalwahl erneut in dieses Amt. Auf seinen Vorschlag hin hat der Magistrat sachkundige Bürgerinnen und Bürger in den Behindertenbeirat berufen: Astrid Adams, Sabine Bierhals, Andrea Bonifer, Astrid Engelke, Frank Hammann, Markus Queck und Herbert Reis. Ziel der Arbeit ist die Verwirklichung der gleichberechtigten Teilnahme von Menschen mit Behinderung in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Gernsheim.
Neben seiner sonstigen Arbeit bereitet der Beirat zwei Projekte vor, die in diesem Jahr noch vorgesehen sind. So ist er Botschaftsträger bei der Aktion „Kinderrechte“ des Kinderschutzbunds. Er wird den Teilaspekt „Recht behinderter Kinder auf Spaß und Spiel gemeinsam mit anderen Kindern“ bearbeiten. Eine gemeinsame Aktion soll am 15. August auf dem Inklusionsspielplatz Neckarstraße stattfinden. „Hallo, ich bin Lena aus Gernsheim und ich bin 14 Jahre alt. Kinder haben das Recht, dazuzugehören. Das nennt man Inklusion. Kinder mit und ohne Behinderung sollen gemeinsam spielen und lernen. Unterschiede sind normal und machen die Welt bunt. Alle Kinder dürfen mitmachen.“ Dieser Text ist dort zu hören, wenn man den QR-Code auf dem Hinweisschild zur „Die Kinderrechte entdecken-Tour“ des Kinderschutzbunds scannt.
„Was uns bewegt“ ist der Titel eines Films, der am 23. Oktober gezeigt werden soll. Er erzählt die Geschichte von neun Freunden, die gemeinsam 256 Kilometer auf dem Jakobsweg zurücklegen. Einer von ihnen, Tobias, nutzt einen Rollstuhl, nicht am Rand, sondern als selbstverständlicher Teil der Gruppe. Der Film handelt von Mut, Vertrauen und Zusammenhalt und davon, wie Teilhabe im Alltag konkret gelebt werden kann. „Was uns bewegt“ ist ehrlich, laut, berührend, humorvoll, manchmal chaotisch, aber immer echt, heißt es von Regisseur und Produzent Oliver Stritzke. In einer letzten Sitzung vor der Kommunalwahl wurden zwei Mitglieder aus dem Beirat verabschiedet: Ute Jung war von 2006 bis 2014 Behindertenbeauftragte, danach weiterhin im Beirat tätig. Die Bildung des Beirats geht auf ihre Initiative zurück. „Sie hat Neuland betreten“, sagte Bürgermeister Peter Burger (CDU), „denn es war ihre Initiative.“ Im Beirat arbeiten Menschen aus eigener Betroffenheit, im Zusammenhang mit dem beruflichen Umfeld oder aus familiären Gegebenheiten, so der Verwaltungschef weiter. Burger dankte den Mitgliedern des Beirats für viele Impulse und Infrastrukturprojekte. Die Arbeit erfordere ein zeitliches Opfer, solle aber auch Freude machen: „Sie machen das für eine gute gemeinsame Sache.“
Verabschiedet wurde auch Franz Saltzer, der seit 14 Jahren in dem Gremium mitarbeitete und darüber hinaus die Stadt im Inklusionsbeirat des Kreises Groß-Gerau vertrat. Die überörtliche Aufgabe wird er weiterhin wahrnehmen. Er gab in der Sitzung einen Bericht über die Schwerpunkte des Inklusionsbeirats: Frühförderung und Inklusionsarbeit in Kindergärten sowie Inklusion behinderter Kinder bei Sportangeboten. Eine der großen Fragen laute, wie Menschen mit Behinderung in Sportvereine integriert werden könnten.
