Braunshardt (sas). Unlängst feierte mit Theresia Hauwasser eine der ältesten Einwohnerinnen Weiterstadts ein Jubiläum, das nur wenigen Menschen vergönnt ist. Ihren 101. Geburtstag hat die Ungarndeutsche an diesem Tag im Altenheim St. Ludwig begangen, aufgrund der dort stattfindenden Bauarbeiten gab es dieses Jahr keine Feier im großen Speisesaal wie im vergangenen Jahr, dafür hohen Besuch.
Bürgermeister Niklas Gehnich überreichte der Jubilarin eine Glückwunschurkunde des Landes Hessen, einen Gruß von Landrat Klaus Peter Schellhaas und natürlich herzliche Glückwünsche im Namen der Stadt Weiterstadt sowie ein Glas regionalen Honigs für die Gesundheit.
Für ihr hohes Alter ist Theresia Hauwasser noch erstaunlich agil. „Ich bin körperlich schon ein bisschen geschrumpft, ansonsten kann ich fast alles machen, ich kann mich selbst an- und ausziehen, ins Bad gehen, alleine essen…“, erzählt sie. „Manchmal schiebt sie sogar noch ihre Tochter an“, ergänzt Tochter Renate Hauwasser, die ebenfalls im Altenheim lebt. Die Augen sind nicht mehr gut und auf ihr Hörgerät ist Theresia Hauwasser ebenfalls angewiesen, aber vor allem wisse sie „noch alles von A-Z“.
Seit vier Jahren lebt Theresia Hauwasser im Altenheim in Braunshardt, ihre Tochter Renate, das dritte ihrer vier Kinder, ist seit drei Jahren auch in St. Ludwig beheimatet. „Ich bin am 28. Juni, nach meinem Geburtstag, hierhergekommen. Mit 97 dachte ich, wird es höchste Zeit, dass ich wo hinkomme – wie lange will ich noch machen?“, sagt Theresia Hauwasser. Bis dahin hat sie noch alleine gelebt. Ihr Leben lang hat sie viel gearbeitet, im Akkord am Fließband, hat als Witwe mit 56 Jahren alleine für ihre Kinder gesorgt. Auch nach der Rente hat sie noch eine Putzstelle angenommen: „Ich konnte nie zuhause bleiben“, sagt sie, und das bis zum 75. Lebensjahr, „dann war mal Schluss.“ „Die Familie wird heute auch noch gebührend zum Feiern im kleinen Kreis kommen“, sagt Tochter Renate, trotz der schweißtreibenden Temperaturen. Ein jüngstes Familienmitglied ist am 17. Mai übrigens noch hinzugekommen: Urenkelin Mala.
Was wünscht sich Theresia Hauwasser mit 101 Jahren noch? „Ich will noch klar im Kopf bleiben, solange es geht. Ich weiß gut, wie das ist, meine Schwester hat fünf Jahre im Wachkoma gelebt. Ich will so bleiben, wie ich bin, so lange wie ich da bin.“ Das wünscht man der lebensfrohen Seniorin ebenfalls aufrichtig.
