Eschollbrücken (mw). „Vielleicht lehnen wir uns weit aus dem Fenster, aber unser großer Wunsch ist es, im kommenden Jahr am 6. November die Eröffnungsparty zu feiern“, sagt Jörg Berbalk, Vorsitzender des „Fördervereins zur Sicherung der Zukunft unserer Kinder“ (Sizuki) und Eschollbrücker Ortsvorsteher, mit Vorfreude.
Die Rede ist vom neuen Herzensprojekt des rührigen Fördervereins, dem größten, das er je gestemmt hat. In unmittelbarer Nähe zum Grillhaus am Sandbach im Norden Eschollbrückens soll bis zum kolportierten Eröffnungstermin „Wheely“ entstehen, ein generationenübergreifender Sport- und Begegnungsort, unter anderem mit Pumptrack und Strecken auch für Laufräder, Scooter, Inlineskates und Rollstühle, ergänzt unter anderem von einer Calisthenics-Anlage, Kiosk und Verkehrsübungsplatz (wir haben berichtet).
Wie Berbalk im Gespräch mitteilt, befinde man sich aktuell in der finalen Planung, bis spätestens Ende November soll der Bauantrag beim Kreisbauamt gestellt werden. Das formale Go für das Leuchtturmprojekt wird von der Stadtverordnetenversammlung am Montag, 9. November, erwartet. „Gemäß Bodengutachten sind wir auf dem anvisierten Gelände kampfmittelfrei und es gibt auch keine Bodendenkmäler“, sagt Berbalk, der zudem auf eine öffentliche Infoveranstaltung von Sizuki zur Vorstellung von „Wheely“ am Mittwoch, 18. November, um 18 Uhr im Grillhaus verweist. Dorthin sind alle Bürgerinnen und Bürger, Gewerbetreibende sowie potentiellen Unterstützer eingeladen, um sich Entwurfsplanung und Zeitplan vorstellen zu lassen.
Idealerweise finden sich an diesem Termin und darüber hinaus viele helfende Hände, denn Arbeiten in Eigenregie könnten laut dem Sizuki-Vorsitzenden viele Kosten einsparen. Dazu zählen etwa das Andienen von benötigtem Asphalt per Schubkarre, das Erstellen von Fundamenten und Einfassungen oder das Verlegen von Rohren für den geplanten Kiosk. Der Start der Eigenarbeiten ist für Juni geplant, die Pflaster- und Asphaltierphase soll im Juli losgehen.
Geld-, Material- und Arbeitsspenden sind laut Sizuki jederzeit willkommen, die Gesamtkosten für den im fertigen Zustand rund 3500 Quadratmeter umfassenden, öffentlichen und kostenlosen Sportpark für Stadtteile, Stadt und Region beziffert Berbalk auf rund 590.000 Euro. Circa 40 Prozent davon hat der Förderverein laut einer Pressemitteilung bereits akquiriert, weitere etwa 30 Prozent würden von bereits zugesagten Sachspenden – darunter Baumaterialien – und handwerklichen Eigenleistungen aus der Bürgerschaft abgedeckt. Offen bleiben derzeit also noch weitere 30 Prozent, was knapp 215.000 Euro entspricht.
Alleine das Einholen möglicher Fördergelder werde teils von bürokratischen Hürden erschwert, ist sich Berbalk sicher, da etwa viele Stiftungs- und Landesprogramme aufgrund formaler Kriterien oder Gebietszuschnitten nicht griffen.
Neben dem Selbermachen als Kostensenker setzt das Vorstandsteam von Sizuki aber wie erwähnt auch auf die Spendenbereitschaft aus der Pfungstädter Bevölkerung, um den künftigen Mehrwert für diese bauen zu können. „Würde jeder Einwohner Pfungstadts rechnerisch nur zehn Euro beisteuern, wäre die Summe komplett beisammen“, sagt Andreas Stein vom Sizuki-Bauteam. Man freue sich aber auch enorm über weitere Sponsoren für Baumaterialien, Asphalt, Steine, Rohrleitungen, Bepflanzung oder den Einsatz von Baumaschinen.
Mit den städtischen Gremien und der Verwaltung stehe man in einem engen und guten Austausch, die Erteilung der Baugenehmigung erwarten Berbalk und das Sizuki-Team für das zweite Quartal 2027.
Bürgermeister Maximilian Schimmel äußert auf Anfrage ebenfalls sein Wohlwollen: „Das Projekt ‚Wheely‘ ist eine große Chance für Pfungstadt und insbesondere für den Stadtteil Eschollbrücken. Hier soll ein Ort entstehen, an dem Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft zusammenkommen. Generationenübergreifend und offen für alle. Ich freue mich sehr über das Engagement des Vereins Sizuki und hoffe, dass das Projekt ein erfolgreiches Aushängeschild hier in der Region wird.“
Weitere Infos: wheely.de
