Paul Pertschy hat im Museumshof in einem berührenden Zeitzeugenbericht von seiner Vertreibung aus seiner donauschwäbischen Heimat und seinem Leben danach erzählt. Foto: Hausl

Geschichte aus erster Hand

Zeitzeugeninterview mit Paul Pertschy im Museumshof

Griesheim (gu). Wie berichtet, dokumentiert die aktuelle Ausstellung „Angekommen“ im Heimatmuseum Griesheim anhand historischer Fotografien und Informationen die Flucht und Vertreibung von rund 12 bis 15 Millionen Deutschen infolge des Zweiten Weltkriegs. Sie zeigt die vielfältigen Wege, Herausforderungen und Erfahrungen der Menschen, die ihre Heimat verloren und sich andernorts ein neues Leben aufbauen mussten – Erfahrungen, die sich auch in der Lebensgeschichte von Paul Pertschy widerspiegeln.

In einem Zeitzeugeninterview im Museumshof stellte sich dieser am vergangenen Samstag den Fragen von Julia Mörtel und Günter Kuhnke und erzählte von seiner Kindheit im donauschwäbischen Filipowa, von der Vertreibung seiner Familie, der Flucht und seinem Weg zu einer neuen Heimat in Deutschland.

Er berichtete auch von Menschen, die ihm Mut machten, von Hilfsbereitschaft und Freundschaften, von Verlusten und Wiedersehen, von Erfolgen und Rückschlägen sowie von der Bedeutung seiner Familie und vom Ankommen in Griesheim. Zahlreiche heitere Episoden, beispielsweise aus seiner Lehrzeit als Schneider oder von seiner Ankunft in Darmstadt-Eberstadt während der Fußball-Weltmeisterschaft 1954, sorgten immer wieder für gelöste Stimmung unter den zahlreichen Zuhörern. So wurde der Abend zu dem, was Zeitzeugengespräche im besten Sinne leisten können: zu „Geschichte aus erster Hand“, die nicht nur informiert, sondern berührt und im Gedächtnis bleibt.

Nach den eindrucksvollen Einblicken in ein bewegtes Leben hatten die Besucherinnen und Besucher abschließend die Möglichkeit, Exemplare von Paul Pertschys Buch zu ersteigern. Der Autor spendete den gesamten Erlös dem Verein Heimatmuseum Griesheim.

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