Einen natürlichen Lärmschutzwall gibt es nun zwischen der Wohnbebauung im Südwesten und den angrenzenden Landwirtschaftsbetrieben, kürzlich in einem offiziellen Termin eingeweiht, unter anderem von Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl. Foto: Hausl

„Ein Mehrwert für die Natur“

Künstlich angelegte Düne als Lärmschutzwall eingeweiht

Griesheim (gu). Nach einer sechsjährigen Planung und einer sechsmonatigen Bauzeit wurde der begrünte Lärmschutzwall, der im Südwesten die Wohnbebauung von den angrenzenden landwirtschaftlichen Betrieben trennt, offiziell eingeweiht. Statt einer im Bebauungsplan vorgesehenen Schallschutzwand wurde mit der Schaffung einer künstlichen Düne effektiver Lärmschutz mit der Nachbildung des geschützten Lebensraums der „Griesheimer Düne“ verbunden.

„Mit dem Lärmschutzwall in Form einer Naturdüne wurde ein besonderer Mehrwert für die Natur im westlichen Griesheim geschaffen“, erklärte Bürgermeister Geza Krebs-Wetzl bei der Einweihung. Damit komme die Stadt nicht nur ihrer Verpflichtung nach, den Lärmschutz zwischen den landwirtschaftlichen Betrieben und der Wohnbebauung sicherzustellen, sondern schaffe gleichzeitig einen Lebensraum für viele verschiedene Arten.

Die künstlich angelegte Düne hat eine Höhe von vier Meter, ist 14 Meter breit und inklusive der Stirnseiten 240 Meter lang. In ihr stecken 6000 Kubikmeter Sandboden und 1000 laufende Meter Gabionen. Die Bepflanzung mit einer Sandtrockenrasenmischung aus rund 100 Arten, Wildrosen und Sanddorn ist dem natürlichen Vorbild nachempfunden. Rund 1,5 Millionen Euro waren ursprünglich für das Projekt veranschlagt. Nach Angaben der Stadt liegen die tatsächlichen Kosten jedoch knapp unter einer Million und damit deutlich niedriger als zunächst angenommen. Gefördert wird das Griesheimer Projekt durch das Bundesförderprogramm „Anpassung urbaner und ländlicher Räume an den Klimawandel“, das 90 Prozent der Kosten abdeckt.

Man habe aus der Not eine Tugend gemacht, erklärte Geza Krebs-Wetzl und lobt Projektleiter Matthias Dorweiler, der sich bewusst gegen eine herkömmliche Lärmschutzwand entschieden und die Idee verfolgte, die natürliche Griesheimer Düne nachzubilden. Diese erfüllt gleich mehrere Funktionen: Sie schützt die angrenzende Wohnbebauung vor Lärm, schafft einen neuen Naturraum und dient zugleich als öffentliche Grünanlage. Einen weiteren Vorteil stelle die Kostenübernahme des Bundes von 90 Prozent dar, betonte der Bürgermeister. Ansonsten hätten die Anwohner die Erschließungskosten eines Lärmschutzes mit 90 Prozent finanzieren müssen, was voraussichtlich eine Summe im fünfstelligen Bereich bedeutet hätte. Weil die landwirtschaftlichen Betriebe und die Wohnbebauung nur rund 30 Meter auseinander liegen, hätte man aufgrund des Bebauungsplans weder eine Lärmschutzwand noch die jetzt fertiggestellte Düne einfach weglassen können, erläuterte Geza Krebs-Wetzl. „Unabhängig vom Lärmschutz ist es wichtig, dass es zu keinem Konflikt zwischen Bewohnern des Baugebiets Südwest und der Landwirtschaft kommt“, betonte er.

Nachdem die künstliche Düne nun offiziell eingeweiht ist, soll im Herbst entlang der Anne-Frank-Straße noch ein Sichtschutz mit einer Baumallee aus 28 Bäumen, darunter Feldahorn, Französischer Ahorn, Mehlbeere und Maulbeerbaum entstehen. Somit wird dann alle acht Meter ein Baum stehen. Diese werden über das Bundesförderprogramm „NKK – Natürlicher Klimaschutz in Kommunen“ mit 80 Prozent gefördert.

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