Amerika (nic). „Natürlich wollen wir Weltmeister werden“ – dieses Ziel rief Bundestrainer Julian Nagelsmann bereits auf der Pressekonferenz nach der unglücklichen Niederlage im Viertelfinale der Heim-EM 2024 gegen Spanien aus. Zwei Jahre später steht die deutsche Nationalmannschaft bei der Endrunde der WM in den USA, Kanada und Mexiko nun vor genau dieser Aufgabe. Dass das kein Selbstläufer wird, dürfte dem Bundestrainer bereits damals klar gewesen sein, vor allem im Hinblick auf das Abschneiden des Nationalteams bei den letzten beiden Turnieren, denn sowohl in Russland 2018 als auch in Katar 2022 schied durfte man jeweils bereits nach der Gruppenphase wieder die Heimreise antreten. Das letzte K.O.-Spiel, das die deutsche Mannschaft bei einer WM bestritten hat, war somit das Finale der WM 2014.
Damit sich das Ausscheiden von 2018 und 2022 nicht wiederholt, gilt es für die Nagelsmann-Elf, sich zunächst gegen Curacao, die Elfenbeinküste und Ecuador zu behaupten. In ihrem Auftaktspiel in der Gruppe E trifft die deutsche Mannschaft am Sonntag, 14. Juni, in Houston auf WM-Neuling Curacao (Anpfiff 19 Uhr MESZ, ARD). Bei dem Debütanten gab es vor wenigen Wochen noch größere Unruhen: Ursprünglich sollte der Niederländer und ehemalige Schalke-Trainer Fred Rutten die Mannschaft zum Turnier führen, nachdem er den Trainerposten im Februar von Dick Advocaat übernommen, der das Amt aus familiären Gründen zur Verfügung gestellt hatte. Nach zwei schwachen Testspielen und Protesten von Spielern sowie Sponsoren trat Rutten jedoch schnell wieder zurück und Advocaat übernahm erneut. Im Kader Curacaos stehen mit Jürgen Locadia (früher Hoffenheim), Riechedly Bazoer (Wolfsburg), Tahith Chong (Werder Bremen) und Joshua Brenet (Hoffenheim) zwar auch einige Spieler mit Bundesliga-Erfahrung, an ihrem Status als klarer Underdog der Gruppe, ändert das jedoch nicht viel. Alles andere als ein deutlicher Sieg des deutschen Teams wäre daher eine Überraschung.
Nach dem Auftakt geht es für das DFB-Team in der zweiten Partie am 20. Juni in Toronto gegen die Elfenbeinküste (Anpfiff 22 Uhr MESZ, ZDF) weiter. Die Ivorer könnten dem Team von Julian Nagelsmann vor allem aufgrund der Physis und der Erfahrung gefährlich werden, gewann das Team doch 2024 im eigenen Land den Afrikacup. Das Team ist mit einigen Bundesligaspielern sowie anderen international erfahrenen Akteuren besetzt. Zu den bekanntesten Namen gehört allen voran Yan Diomande (RB Leipzig), der in der zurückliegenden Bundesligasaison mit starken Leistungen überzeugen konnten. Dazu kommen Spieler wie Youngster Bazmouana Touré (Hoffenheim), Elye Wahi (Eintracht Frankfurt) oder auch Evan Ndicka (ehemals Eintracht Frankfurt) und Odilon Kossounou (ehemals Bayer Leverkusen).
Zum Abschluss der Vorrunde trifft die deutsche Mannschaft dann noch am 25. Juni in East Rutherford auf Ecuador (Anpfiff 22 Uhr MESZ, ARD). Auch die Südamerikaner verfügen in ihren Reihen über einige erfahrene Spieler. Mit Willian Pacho (PSG, ehemals Eintracht Frankfurt) und Piero Hincapie (Arsenal London, ehemals Bayer Leverkusen) standen sich erst zwei davon jüngst im Finale der Champions League gegenüber. Auch diese Begegnung dürfte für das Nagelsmann-Team daher kein Selbstläufer werden.
Sollte die deutsche Mannschaft die Gruppenphase als Gruppenerster beenden, würde sie am 29. Juni in Foxborough auf einen der besten Gruppendritten aus den Gruppen A, B, C, D oder F treffen. Als Gruppenzweiter wäre man erst einen Tag später gegen den Zweitplatzierten aus Gruppe I gefordert. Sollte das DFB als Gruppendritter weiterkommen, wäre die Ansetzung von der Konstellation der weiteren besten Gruppendritten abhängig. In jedem Fall sicher wäre aber, dass das Sechzehntelfinale beim ZDF zu sehen wäre.
