Der Hitze zum Trotz nahmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger beim 25. Themenrundgang durch den Ort teil. Foto: Höser

Die Hitze macht‘s kürzer

Auerbacher Themenrundgang fand zum 25. Mal statt

Auerbach (red). Wie der Kur- und Verkehrsverein Auerbach (KVV) berichtet, fand kürzlich der 25. Themenrundgang statt. Vorgesehen war eine Strecke über den Burgweg zur Fritz-Lühnsdorf-Hütte mit Rast geplant. „38 Grad im Schatten stellten den Rundgang zwar nicht ganz infrage, machten aber eine Anpassung an die Verhältnisse notwendig“, so der Verein.

Nach der Begrüßung erklärte Ralph Stühling, Initiator der Rundgänge und Vorstandsmitglied des Kur- und Verkehrsvereins, die Entwicklung des Kurparks zum heutigen „Kronepark“. 1971 entstand der erste Musikpavillon, es folgten Erweiterungen in den Jahren 1975 und 2006. Durch einen Grundstückstausch sorgte die Stadt Bensheim für eine Vergrößerung der Gesamtfläche, wodurch auch die Erweiterung der Minigolfanlage mit Errichtung von Clubhaus und öffentlicher Toilettenanlage möglich wurde.

Der Standort des heutigen Bürgerhauses war früher mit einem Nebengebäude, der „Krone“, zuletzt von Familie Hohenschild als Fotostudio genutzt, und einer Tankstelle bebaut. Nach deren Abriss 1978 diente das Gelände längere Jahre als Park-, Fest- und Kerweplatz. Das Hotel Krone nimmt seit 1655 als fürstliche Herberge „Zur Goldenen Krone“ mit seiner umfangreichen Geschichte eine zentrale Rolle im Stadtteil ein. Ein markantes Datum war der 1. Oktober 1906, als das Gebäude einem Großbrand zum Opfer fiel. Es wurde aber wieder aufgebaut. Lazarett und Standort der Amerikaner waren weitere Stationen in der Nachkriegszeit, ehe der Auerbacher Unternehmer Ortlieb das Hotel Mitte der 1960er-Jahre wieder seinem ursprünglichen Zweck zuführte.

Gegenüber der Krone befanden sich an der dort damals engen Fahrbahn der heutigen Darmstädter Straße mehrere Geschäftshäuser. An der Ecke zur Bachgasse war zunächst das Schreibwarengeschäft Margarete Greve, nach 1947 Schuhhaus Stegmüller. Daran folgten südlich der Frisörsalon Fehr, die Buchhandlung Klose, der Installateur Heling, das Kaufhaus Riedinger und das Haus Weigold. Damals trugen die genannten Gebäude lange die Hausnummern Heidelberger Straße 2-8. Pläne, den Kreuzungsbereich zu einem Autokreisel auszubauen, wurden zwar 1985 verworfen, sind aber der Grund für den großen Abstand der neuen Gebäude auf der Südseite der Bachgasseneinmündung, berichtet der KVV.

Der Rundgang wurde dann in der Darmstädter Straße fortgeführt. Diese präsentierte sich von den 1950er- bis in die 70er-Jahre als vielseitige Geschäftsstraße mit Apotheken, Lebensmittelgeschäften, Gaststätten, Eiscafés und mehr. Neubauten entstanden auf der Westseite und 1968 im Bereich der Einmündung der heutigen Otto-Beck-Straße. Auf der Ostseite folgten in jüngerer Zeit auf dem Gelände der ehemaligen Gaststätte „Zum Löwen“ aus dem Jahr 1924 ein Wohnungsneubau und aktuell wird ein weiterer Neubau gleichen Ausmaßes Ecke Karlsbader Straße errichtet.

Weiter ging es zum Siegfried-Lenz-Weg, auf dem sich früher das Betriebsgelände der Firma Link LKW-Spedition und Kranbetrieb befand. Gegenüber auf der östlichen Seite der Darmstädter Straße wird es in nächster Zeit zu drei Neubauten kommen.
Über die Franz-Schubert-Straße kam die Gruppe zum Schlossplatz, auf dem nach 1945 die Fahrgeschäfte und Buden bei der Kerb standen. Vorbei an dem noch namenlosen Brunnen ohne Wasser stieß man am neuen Zugang zur Schlossberg Schule auf den „Heimkehrer Stein“. Dieser stand zuerst in nächster Nähe am alten Schuleingang zur Erinnerung an die Heimkehr der letzten Kriegsgefangen 1955 aus Russland.

Wegen der hohen Temperaturen führte der Weg abschließend über die Wilhelminenstraße und Kappengasse zum Alten Auerbacher Rathaus. Hier endete der 25. Themenrundgang „gestern-heute-morgen“ im kühlen Raum der Interessengemeinschaft Auerbacher Vereine.

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