Bürgermeister Karsten Krug benötigte nur einen Schlag, um das Fassbier anzustechen – sehr zur Freude der Kerweborsch und der Gäste. Weitere Impressionen sind in der aktuellen Printausgabe zu finden. Foto: Burmeister

Bunter Umzug und gestohlener Kranz

Rohrheimer Kerb mit Musik, Tanz, Show und Überraschungs-Olympiade

Groß-Rohrheim (mic). Groß-Rohrheims langes Party-Wochenende hatte viel zu bieten. Zur Rohrheimer Kerb konnten die Organisatoren, der Kerweverein RARA, wieder viele Gäste willkommen heißen. Los ging es am vergangenen Samstagnachmittag traditionell mit dem Aufstellen des Kerwebaums. Danach erfolgte der Freibier-Fassanstich durch Bürgermeister Karsten Krug, der die Kerb damit auch offiziell eröffnete. Nach nur einem Schlag floss der Gerstensaft in den Maßkrug.

„Ich freue mich auf drei tolle Tage. Lassen Sie uns gemeinsam eine schöne Zeit und Spaß haben“, rief Krug den Gästen zu. Zur Eröffnung gab es einige Neuerungen. Zum einen stand ein großes Fahrgeschäft auf der Wiese, das die Massen anlockte, und die Biertischgarnituren, die sich immer auf dem gepflasterten Weg zur Bürgerhalle befanden, hatte man diesmal auf der Wiese vor der Halle platziert. Das sorgte dafür, dass viele Besucherinnen und Besucher nun beim Aufstellen des Kerwebaums direkt zuschauen konnten.

Und so hatte der neutrale Beobachter den Eindruck, als seien viel mehr Gäste zum Auftakt gekommen. Übrigens auch die Zeremonie selbst bot zwei Neuigkeiten: Zum einen wurde der Kerwebaum nun aus einer anderen Richtung hochgeschoben – mit der evangelischen Kita im Rücken. Und das Ganze dauerte insgesamt noch nicht mal zehn Minuten, denn eine neue, eigens konstruierte Vorrichtung aus Metall sorgte dafür, dass der Kerwebaum sich nun nicht mehr unkontrolliert nach rechts oder links wegdrehen konnte.

Der Kerwebaum mit seinem Kranz an der Spitze musste nur mit vereinten Kräften hoch-, beziehungsweise nach vorne gedrückt werden. So landete er quasi von selbst und ohne große Verzögerungen im vorbereiteten Loch. Dafür, dass das ganze so schnell und glatt ging, gab es Beifall vom Publikum. Damit war die Kerb eröffnet und man konnte sich auf die Showtime am Abend, den Auftritt der Rohremer Dancing Queens mit dem Thema Grease freuen. Die Band Sounds begleitete den Abend mit Tanzmusik und es wurde auch reichlich das Tanzbein geschwungen. Pünktlich um 22.30 Uhr begann die etwa 45-minütige Showtime der Kerweborsch – wieder schrill, laut und wild. Und genau das war auch das Thema: Die wilden Kerweborsch, frei nach der Kinoserie „Die wilden Kerle“.
Der Sonntag stand dann wieder ganz im Zeichen des Umzugs. Zahlreiche Fußgruppen, darunter auch wieder die Star-Wars Figuren von Darth Vader über Jawas bis zum Mandalorian, und Wag fuhren, begleitet von vielen Zuschauern, durch den Ort. Auch die Rohrheimer Kitas hatten sich wieder viel Mühe gemacht mit ihrer Rolle. Angeführt wurde der Kerwezug von den Rohrheimer Kerweborsch. Viel zu erzählen über das Rohrheimer Geschehen im vergangen Jahr hatte Kerwevadder Anton Keil. So etwa über den neuen Eisautomaten am Bahnhof, dessen Inhalt reißenden Absatz findet, oder einen weiteren Automaten mit eher herzhaftem Inhalt am Sonneneck. Ein Loblied auf die Hersteller von Nahrungsmittelautomaten.

Angetan haben es dem Kerwevadder auch die Straßennamen im Neubaugebiet. Schließlich hatte man, bevor einst die Bagger angerückt waren, im Untergrund Historisches aus der Keltenzeit entdeckt. Der nächste Teil der Kerwerede war ein Loblied auf die Einsätze der Rohrheimer Feuerwehr, die in diesem heißen Sommer so einiges an Bränden zu löschen hatte. Weitere Themen der Kerwerede waren die turbulente RARA-Skifreizeit und die Kommunalwahl, in der vor allem die LiGR so einiges abbekam.

Höhepunkt am Kerwemontag war wieder die Überraschungs-Olympiade. Insgesamt sieben Stationen mussten die zahlreichen Kinder und Erwachsenen ansteuern – und das alles möglichst schnell. Mit dabei waren unter anderem Geschicklichkeitsspiele wie das beliebte Einhauen eines Nagels in einen Baumstamm.

Ein ganz besonderes Ausstellungsstück, oder besser gesagt eine Trophäe, lag in der Bürgerhalle aus. Auf einem Biertisch da lag er, der echte Kerwekranz aus Bobstadt! Heimlich entfernt von seinem angestammten Platz. Ob ihn jemand vermisst hat? Es kam jedenfalls niemand, um ihn abzuholen. Natürlich will es am Ende keiner gewesen sein, der das Teil in der Nacht zum Montag entwendet hat. Man sah aber manchen Kewe-Gesichtern eine gewisse Schadenfreude an. Dabei ist es schon einige Jahre her, als die Rohrheimer Kerweborsch sich diesen Scherz schon einmal erlaubten und danach die diplomatischen Drähte zwischen Bürstadt und Groß-Rohrheim auf Bürgermeisterebene heiß liefen. Nun haben „sie“ es also wieder getan?

Am 29. August, ab 18 Uhr, lädt der Kerwe- und Traditionsverein in die Rathausscheune zur Nachkerb. Vielleicht hat sich bis dahin das Ganze ja aufgeklärt. Zu diesem Termin wird übrigens auch der schönste Umzugsbeitrag ausgezeichnet.

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