Auerbach (red). Eingeladen durch den Kur- und Verkehrsverein Auerbach (KVV), stellten sich laut einer Mitteilung des Vereins kürzlich fünf der sechs Bürgermeisterkandidaten den Fragen von Moderator Reinhard Bauß und den rund 200 interessierten Auerbacher Bürgerinnen und Bürger.
An der Diskussion nahmen Carmelo Torre, Stefan Juchems, Harry Hegenbarth, Matthias Penteker und Justin Arnold teil. Nicht dabei war Kevin Bösel.
Wie der Verein berichtet, konfrontierte Bauß die Kandidaten mit ihren Plakataussagen. Bei Torre seien dies die plakativen Adjektive „erfahren, zuverlässig, menschlich“. In seiner Antwort habe Torre auf seine kommunalpolitische Erfahrung, seine ortsbekannte Zuverlässigkeit und die von Vielen bei ihm „sehr geschätzte Menschlichkeit“ hingewiesen.
Ähnlich habe auch Stefan Juchems mit den Adjektiven „zuhören, verbinden, machen“ argumentiert. Er erläuterte dazu, dass für ihn bei jedem kommunalpolitischen Handeln zuerst das Zuhören, dann das Verbinden der Akteure und, davon ausgehend, das Machen zu stehen habe.
Harry Hegenbarth sei von Bauß mit dem Slogan „Bensheim kann mehr“ konfrontiert worden, ob dies denn ein Tadel für Bensheim sei? Hegenbarth habe in seiner Stellungnahme auf viele Projekte in Bensheim verwiesen, die mehr oder weniger immer zerredet worden seien und unerledigt im Rathaus schlummerten.
Matthias Penteker falle, so Bauß, damit auf, dass er unterschiedliche Forderungen auf verschiedenen Plakaten platziert habe. So zum Beispiel „Schluss mit Schulden“, „Grundsteuer B runter“ und weitere. In der Antwort sei erneut der Ausdruck „Geldvernichtungsmaschine Bensheim“ gefallen, für die Penteker Beispiele aufgeführt habe. Auf Lösungsansätze für eine Schuldenvermeidung bei gleichzeitiger Steuersenkung hätten die Zuhörerenden aber vergeblich gewartet. Die Kandidaten Justin Arnold und Kevin Bösel verzichten auf Plakate. Arnold habe dazu erklärt, dass er auf die digitale Karte setze, da er ohne Parteienunterstützung alles aus eigener Tasche bezahlen müsse.
In einer weiteren Runde habe Bauß den Kandidaten mit spezifischen Fragen zu Auerbach auf den Zahn zu fühlen versucht. Die Frage nach dem Datum der Eingemeindung sei ebenso unbeantwortet geblieben wie die Frage nach Auerbachs letztem Bürgermeister. „Dass die Kandidaten mit Fragen ‚wer ist Friedchen‘ oder ‚wer war Mina Katzenmeier‘ erst recht überfordert waren, verstand sich daher am Ende dieser Runde von selbst“, so der Verein.
Auf die Frage des Moderators, wo die Kandidaten in Auerbach Handlungsbedarf sähen, habe es „viel Gleichklang“ gegeben: Entwicklung des Sannergeländes, Schaffung von Parkraum, Erhaltung des Luftkurorts, Bau einer Mehrzweckhalle in der Weststadt oder auch nicht, Förderung des Ehrenamts und der Vereine et cetera seien die immer wieder aufgegriffenen Themen gewesen. Die abschließende Fragerunde für das Publikum habe Auerbach als Problemfeld für Radfahrer aufgezeigt, verbunden mit der Forderung, die Wilhelmstraße als reine Fahrradstraße und die gesamte B3 als Tempo-30-Zone auszuweisen. Auf alle Fragen aus dem Publikum habe es „mehr oder weniger richtungsweisende Antworten“ gegeben, immer unter Hinweis auf die Finanzlage der Stadt. „Die einzig erfreuliche Aussage des Abends lautete übrigens: Die Kreuzung Saarstraße/Wilhelm-Straße wird noch diese Woche wieder frei“, so der Verein
