Region (red). Häusliche Gewalt betrifft zu einem weit überwiegenden Teil Frauen – ein Aspekt, dem mit der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes und dem Ausbau des Frauenschutzsystems in Hessen Rechnung getragen werde, teilt das Hessische Ministerium für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales in einer Meldung mit.
Allerdings sei laut Ministerium jede fünfte von Partnerschaftsgewalt betroffene Person männlich (20,7 Prozent laut Bundeslagebild Häusliche Gewalt des BKA von 2024). Das Dunkelfeld sei um ein Vielfaches größer.
Sozialministerin Heike Hofmann hat dem Verein Flexible Jugendhilfe. In Darmstadt deshalb nun einen Bescheid über 35.000 Euro für ein Pilotprojekt zur Einrichtung einer sogenannten Männerschutzwohnung übergeben. Der Förderzeitraum erstreckt sich vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2026. Die Wohnung, die der Verein schaffen möchte, soll zwei Männern und ihren Kindern Platz bieten.
„Männer sind weit häufiger von Partnerschaftsgewalt betroffen als bisher meist angenommen – psychisch wie körperlich. Ausmaß und Intensität der Gewaltbetroffenheit zwischen Frauen und Männern sind sicherlich nicht vergleichbar, doch die Daten zeigen: Es handelt sich hier nicht um Einzelfälle, weshalb auch in diesem Bereich Schutzstrukturen vonnöten sind“, sagte Ministerin Hofmann.
Aktuell existiere in Hessen keine solche Unterkunft, selbst bundesweit seien es bislang gerade einmal 18 Männerschutzwohnungen mit 55 Plätzen. „Ich danke dem Verein Flexible Jugendhilfe, dass er sich dieses Themas annimmt“, so Ministerin Hofmann weiter.
