Die Tiere wurden bei der Segnung jeweils mit ihrem Namen angesprochen. Foto: Pfirsching

Alles Lebendige ist verbunden

St. Leonhardi-Andacht mit Segnung am Wallfahrtsort Maria Einsiedel

AktionGernsheimGesellschaftGlaubensgemeinschaften

Alles Lebendige ist verbunden

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Die Tiere wurden bei der Segnung jeweils mit ihrem Namen angesprochen. Foto: Pfirsching

St. Leonhardi-Andacht mit Segnung am Wallfahrtsort Maria Einsiedel

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Gernsheim (gp). „Nach dem Segen kommt die Sonne“ das waren die Worte von Pfarrer Matthias Wunderle am Ende der St. Leonhardi-Andacht auf dem Außengelände des Wallfahrtsorts Maria Einsiedel, als sich der graue und dunkle Himmel wieder aufhellte.

Trotz des anfangs regnerischen und stürmischen Herbstwetters am vergangenen Sonntagnachmittag kamen doch zahlreiche Gäste mit ihren vierbeinigen Freunden zu der traditionellen Tierandacht mit anschließender Segnung. Von den Vierbeinern waren Hunde und Pferde vertreten.

Zunächst zogen die Reiter feierlich unter Glockengeläut, begleitet von Pfarrer Wunderle, vom Jugendhaus Maria Einsiedel auf den Platz vor der Wallfahrtskapelle ein. Nach der Begrüßung erinnerte Pfarrer Wunderle in seiner Ansprache an die Schöpfungsgeschichte mit den Worten: „Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, somit sind der Himmel und die Erde miteinander verbunden. Gott ist Schöpfer allen Lebens und hat den Menschen die Schöpfung anvertraut. Daraus erfolgt für uns eine Verpflichtung zur Achtung und Wertschätzung des anvertrauten Lebens.“ Daraus ergebe sich wiederum, dass alles Lebendige miteinander verbunden sei und auch eine Resonanz untereinander habe.

Die Tiere seien dabei nicht eine „reine Zugabe oder Beigabe für die Menschheit“. Mensch und Tier könnten voneinander lernen. „Nicht immer fällt es uns leicht, zum Beispiel einem für uns vermeintlich hässlichem und schädlichem Tier, Wertschätzung entgegenzubringen. Ganz anders ist die Situation jedoch bei unseren Haus- und Nutztieren. Wir kümmern uns um diese Vierbeiner und oft sind sie sogar unsere besten Weggefährten. Säugetiere haben einen besonderen Stellenwert für uns, da sie uns am ähnlichsten sind und der emotionale Bezug für uns leicht fällt. Wir nehmen die Tiere als eigenständige Wesen wahr, die vieles durch ihre Spezialisierung verschiedener Sinnesorgane besser können als die Menschen“, fuhr Wunderle fort. Dafür habe der Mensch ein ausgeprägteres Bewusstsein und einen Geist.

In seinen Ausführungen regte der Pfarrer an, den Blick darauf zu richten, was man im Zusammenleben mit den Tieren teilen könne. „Tiere können uns Treue erweisen, uns aus dem Alltag hinaus, aber auch in den Alltag hinein bewegen“, so Wunderle weiter. Er endete mit den Worten „Zum Glück gibt es nicht nur Menschen. Gott sei Dank.“

Im Anschluss segnete er gemeinsam mit Pfarrer Monsignore Helmut Bellinger alle anwesenden Tiere, die dazu vorher jeweils individuell mit ihrem Namen angesprochen wurden. Nach einem gemeinsamen „Vater unser“ und dem Segen für alle wurden die Lieder „Großer Gott wir loben dich“ und „Maria, breit den Mantel aus“ gesungen. Musikalisch begleitet wurde die Veranstaltung von Alex Wehrum und seiner Tochter Anna Wehrum.

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