Diplom-Sozialarbeiter Ingo Droll gestaltete seinen Vortrag über die psychischen Folgen traumatischer Erfahrungen in Teilen interaktiv und bezog die Teilnehmenden etwa in Rollenspielen mit in die Thematik ein. haza-foto

Aktion erfährt großen Zuspruch

Fachveranstaltung zum Kinderschutz in der Gernsheimer Stadthalle

GernsheimGesellschaftInformationVereine

Aktion erfährt großen Zuspruch

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Diplom-Sozialarbeiter Ingo Droll gestaltete seinen Vortrag über die psychischen Folgen traumatischer Erfahrungen in Teilen interaktiv und bezog die Teilnehmenden etwa in Rollenspielen mit in die Thematik ein. haza-foto

Fachveranstaltung zum Kinderschutz in der Gernsheimer Stadthalle

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Gernsheim (red). Rund 150 Teilnehmende kamen zuletzt in der Stadthalle Gernsheim zur Fachveranstaltung „Aktion Schutzschild“ zusammen. Besonders erfreulich sei die starke Beteiligung der örtlichen Kindertagesstätten und Schulen gewesen, so die Organisierenden. Auch Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, Vereinen und sozialen Einrichtungen, mehrere Hebammen sowie zahlreiche Schutzleute vor Ort der Polizeidirektion Groß-Gerau nutzten die Gelegenheit zur fachlichen Weiterbildung und zum Austausch.

Die Veranstaltung wurde gemeinsam vom Polizeipräsidium Südhessen, dem Netzwerk gegen Gewalt und dem Kinderschutzbund Ried umgesetzt. Sie war zugleich Bestandteil der Gernsheimer Kinderrechtekampagne, die der Kinderschutzbund vor rund anderthalb Jahren ins Leben gerufen hatte.
Dr. med. Markus Freff, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Oberarzt an einer Kinderschutzmedizinischen Ambulanz, erläuterte medizinische Anzeichen von Kindesmisshandlung, Vernachlässigung und sexualisierter Gewalt und verdeutlichte die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung.

Diplom-Sozialarbeiter Ingo Droll sprach in seinem Vortrag über die psychischen Folgen traumatischer Erfahrungen. Mit lebensnahen Beispielen und interaktiven Rollenspielen bezog er die Teilnehmenden aktiv ein. Dabei wurden nicht nur die Auswirkungen von Gewalterfahrungen verständlich vermittelt, sondern auch eigene Wahrnehmungen und Handlungsmuster hinterfragt.

Hilfe leistet etwa die Fachberatungsstelle „Wildwasser“, deren Angebote sich nicht ausschließlich an Kindertagesstätten, Schulen oder andere Institutionen richten. „Wildwasser“ stehe nach eigener Aussage auch Menschen, die sexualisierte Gewalt erlebt haben, unmittelbar als Anlaufstelle zur Verfügung.
Auch das Familienzentrum der Caritas stellte seine Arbeit und seine Unterstützungsangebote vor. Für die Teilnehmenden bot sich damit die Gelegenheit, regionale Ansprechpartner kennenzulernen und konkrete Hilfsmöglichkeiten für ihren beruflichen Alltag mitzunehmen.

Die Beratungsstellen erhielten zusätzlichen Raum, da der ursprünglich vorgesehene Vortrag der „Zentralen Ermittlungseinheit Fokus“, die auf Ermittlungen im Bereich des sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie der Kinderpornografie spezialisiert ist, entfallen musste.

Für den Kinderschutzbund Ried stand besonders die Frage im Mittelpunkt, wie sich die gewonnenen Erkenntnisse in den Alltag der Einrichtungen übertragen lassen. David Weiser, Präventionsverantwortlicher des Kinderschutzbunds, betonte: „Sie, liebe Fachkräfte, tragen eine große Verantwortung für den Schutz der Ihnen anvertrauten Kinder. Aber damit möchten wir Sie nicht allein lassen. Wir wollen sie in Ihrer täglichen Arbeit unterstützen, Impulse für Schutzkonzepte geben und Ihre Handlungssicherheit stärken.“

Entscheidend sei nicht, dass jede Fachkraft eine mögliche Kindeswohlgefährdung selbst abschließend beurteilen könne. Vielmehr gehe es darum, Warnsignale ernst zu nehmen, angemessen zu reagieren und die richtigen Ansprechpartner zu kennen. Auch der Kinderschutzbund Ried sieht sich selbst in der Verantwortung und möchte die Schutzkonzepte in seiner eigenen Kinderkrippe kontinuierlich weiterentwickeln.

Mit der „Aktion Schutzschild“ rückte eines der zwölf im Rahmen der Gernsheimer Kinderrechtekampagne hervorgehobenen Kinderrechte in den Mittelpunkt: das in Artikel 19 der UN-Kinderrechtskonvention verankerte Recht auf Schutz vor Gewalt, Misshandlung, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch. „Der große Zuspruch zur Veranstaltung zeigt, dass dieses Anliegen bei den örtlichen Einrichtungen auf großes Interesse stößt. Zugleich unterstreicht er die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen pädagogischen Fachkräften, Beratungsstellen, Polizei und weiteren Netzwerkpartnern“, so das Bündnis hinter der Aktion.

Durch die Veranstaltung führte Joachim Hofmann, polizeilicher Jugendkoordinator der Polizeidirektion Bergstraße, der die Fachbeiträge moderierte und den Austausch begleitete.

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