Seeheim (cf). Kürzlich sind Gewerbetreibende aus Seeheim-Jugenheim erneut im Forum am Rathaus wieder zum Unternehmertreff zusammengekommen. Nachdem Bürgermeisterin Birgit Kannegießer die Teilnehmenden begrüßt hatte, stand die derzeitige Situation Wirtschaftsstandorts Seeheim im Fokus. Dazu konnten mehrere Referenten gewonnen werden: Tobias Loy von der Gemeinde, Dr. Tamara Eschler, die vom Kreis Darmstadt-Dieburg Vergleichszahlen mitgebracht hatte und Dr. Daniel Theobald von der IHK Darmstadt, der zum Thema Unternehmensnachfolge sprach.
Eva Braune vom Gewerbeverein Seeheim übernahm die Moderation und hatte sich im Vorfeld per Umfrage mit den Gewerbetreibenden in Verbindung gesetzt, um auch ihren Eindruck abzufragen. Bei der Umfrage gaben die Unternehmen an, dass für den Einzelhandel eine attraktive Ortsmitte mit auch entsprechenden Geschäften ein wichtiger Faktor sei. Wenn es dort, wie auch an anderen Stellen, zu viele Leerstände gebe, entstehe schnell ein negativer Eindruck, so Braune. Was die Leerstände betreffe, hänge das auch mit hohen Mietpreisen zusammen.
Bedeutend ist der Anteil der Lebensmittelgeschäfte, deren Anteil in Seeheim-Jugenheim bei 32 Prozent liege. Doch betrachte man die Ortsteile Steigerts und Stettbach, sehe das ganz anders aus, denn dort gebe es keine entsprechenden Versorger.
Probleme habe die Gastronomie-Branche in der Gemeinde, die nach Corona von 40 auf 35 Betriebe geschrumpft sei. Einen starken Rückgang habe es auch bei Metzgereien gegeben. Die Anzahl der Unternehmen habe sich von 2015 bis 2024 von 735 auf 682 reduziert. Gut aufgestellt sei man im Gesundheitsbereich, unter anderem Dank des Sanitätshauses. Im Jahr 2024 hatte die Gemeinde 16.392 Einwohnerinnen und Einwohner.
3395 Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde gingen 2025 einer Beschäftigung nach. Dabei sei ein Anstieg von Teilzeitstellen verzeichnet worden. Wie Eva Braune erklärte, habe die Gemeinde zwar eine etwas ältere Einwohnerschaft, diese sei im Vergleich mit anderen Kommunen im Kreis aber sehr kaufkräftig.
