Weiterstadt (hst). Für Weiterstadt gibt es auf der Social-Media-Plattform Facebook eine öffentliche Gruppe mit mehr als 15.000 Mitgliedern, die sich schlicht „Weiterstadt“ nennt. Der Moderator dieser Gruppe hat sie 2018 ins Leben gerufen und seitdem heißt sie so.
Auch die Stadt Weiterstadt hat einen Auftritt auf Facebook, diese Gruppe beziehungsweise Seite heißt „Stadt Weiterstadt“, hat fast 4000 Mitglieder und wird als offizielle Gruppe des Magistrats der Stadt Weiterstadt betrieben. Wie lange genau sie schon besteht, war bis zur Drucklegung dieser Zeitung nicht zu erfahren, aber mehr als zehn Jahre dürften es wohl sein.
Jetzt hat der Administrator der Gruppe „Weiterstadt“ veröffentlicht, dass die Stadt Weiterstadt ihm mit Klage drohe, wenn er nicht einen klärenden Zusatz zu den Gruppennamen ändere oder einen klärenden Zusatz hinzufüge. Allein der Name „Weiterstadt“ könne für viele Facebooknutzer:innen irreführend sein und so gedeutet werden, dass es sich um einen „offiziellen Kommunikationskanal der Stadtverwaltung“ handele. Diese Verwechselungsgefahr sieht der Administrator der „Weiterstadt“-Gruppe nicht und hat deswegen schon juristischen Beistand in Anspruch genommen.
Unter diesem „Post“ der Weiterstadt-Gruppe gibt es mittlerweile mehr als 200 „Kommentare“, deren Tenor in etwa lautet: „Wir haben größere Probleme“, „Das ist doch schon lange so und immer gut gegangen“, „Andere Kommunen machen das genauso“, „Wir können das sehr wohl unterscheiden“ bis hin zu „Lächerlich“, „Das kann nur Satire sein“. Auf Facebook hat die Stadt Weiterstadt ihre Kommentarfunktion abgeschaltet beziehungsweise eingeschränkt, so dass unter ihrem Beitrag zum Zeitpunkt der Erstellung des Artikels keine Kommentare mehr abgegeben werden können. Aber bis dahin gaben die Kommentatorinnen und Kommentatoren ebenfalls ihre Meinung zu dieser Forderung ab, die meisten sahen auch hier keine Grund für eine Umbenennung oder Namensergänzung.
Angefangen hat diese Unstimmigkeit zwischen Stadtverwaltung und Facebookgruppe schon im Mai dieses Jahres, so der Administrator, mit dem Wunsch der Stadtverwaltung, die Gruppe umzubenennen. Das wollten der Administrator und die Moderatorin der Gruppe nicht und so seien die Forderungen der Stadt Weiterstadt nach Umbenennung beziehungsweise Namensergänzung massiver geworden.
Obwohl die Stadt auf ihrem Facebook-Auftritt betont, dass sie ausdrücklich möchte, dass die Gruppe bestehen bleibt und auch nicht kritische Meinungen über die Stadtverwaltung unterbinden will, beharrt sie aber auch darauf, dass die Namensgebung missverständlich und so nicht hinnehmbar sei.
Da scheinen die Fronten verhärtet, eine Lösung in weiter Ferne – oder man spricht doch noch miteinander, vielleicht sogar im RL, also „Real Life“, nicht „VR“, in der Virtuellen Realität.
