Kevin Reißner im Studio der ZDF-Sendung „Küchenschlacht“, der er drei Tage beiwohnte. Foto: ZDF/Nicolaus

Kochkeesschnitzel auf großer Bühne

Kevin Reißner aus Leeheim kam bei Küchenschlacht bis Runde Drei

KochenKulturMenschenRiedstadt

Kochkeesschnitzel auf großer Bühne

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Kevin Reißner im Studio der ZDF-Sendung „Küchenschlacht“, der er drei Tage beiwohnte. Foto: ZDF/Nicolaus

Kevin Reißner aus Leeheim kam bei Küchenschlacht bis Runde Drei

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Leeheim (rd). Dass ihn einmal wildfremde Menschen auf der Straße erkennen und auf seinen Fernsehauftritt ansprechen würden, hätte Kevin Reißner wohl selbst nicht erwartet. Doch genau das erlebte der 27-Jährige zuletzt auf der Leeheimer Kerb. „Da bin ich aus den Gesprächen gar nicht mehr herausgekommen“, erzählt er lachend. Sogar beim Kerbeumzug wurde er von Menschen angesprochen, die ihn zuvor nur auf dem Bildschirm gesehen hatten. Der Grund: Der Industriemechatroniker aus Leeheim war Kandidat bei der beliebten ZDF-Kochshow „Die Küchenschlacht“ und hatte sich dort bis zum dritten Wettbewerbstag gekocht.

Die Leidenschaft fürs Kochen begleitet Reißner bereits seit seiner Kindheit. Besonders seine Großmutter hat ihn geprägt. Mit ihr stand er schon früh gemeinsam in der Küche, probierte aus und schaute ihr über die Schulter. Auch die „Küchenschlacht“ gehörte damals zum Fernsehprogramm. „Früher habe ich als Kind sehr häufig bei meiner Oma den Wochenrückblick geschaut“, erinnert er sich. Dass er eines Tages selbst an einem der Herde stehen würde, war damals noch nicht abzusehen.

Freunde und Bekannte hatten ihn allerdings schon länger ermutigt, sein Können einmal in einer Kochsendung unter Beweis zu stellen. Anfang des Jahres wurde aus dem Gedanken schließlich ein konkreter Plan. Im Frühjahr bewarb sich Reißner über ein Onlineformular beim ZDF. Es folgten mehrere Gespräche mit der Redaktion und verschiedene Auswahlverfahren. Im August kam dann der Anruf, ausgerechnet, als er am Flughafen auf dem Weg in den Urlaub war. Er durfte zur Aufzeichnung nach Hamburg kommen. „Da war der Urlaub natürlich gleich noch einmal schöner“, erzählt er.

Herzklopfen vor dem ersten Auftritt
Mit der Zusage begann eine aufregende Vorbereitungszeit. Rezepte mussten ausgearbeitet und Gerichte geplant werden. Je näher der Aufzeichnungstermin rückte, desto größer wurde die Anspannung. Besonders der erste Gang ins Fernsehstudio ist Reißner in Erinnerung geblieben. „Da schlägt einem das Herz natürlich schon bis zum Hals“, berichtet er. Doch kaum hatte die Sendung begonnen, war die Nervosität weitgehend verschwunden.

Denn für die Kandidaten blieb kaum Zeit, über Kameras, Publikum oder die prominente Jury nachzudenken. Gerade einmal 35 Minuten standen zur Verfügung, um ein vollständiges Gericht zuzubereiten. „Man ist wirklich nur noch in diesem Tunnel“, beschreibt Reißner die Situation. Seinen ersten Wettbewerbstag bestritt der Leeheimer mit einem Kochkäse-Schnitzel nach hessischer Art, Ofenkartoffelwürfeln und Omas Gurkensalat. Bewusst hatte er sich für ein Gericht entschieden, das seine Heimat repräsentiert. Der Gurkensalat wiederum war eine persönliche Erinnerung an seine Großmutter, deren Zubereitung er sich über viele gemeinsame Stunden in der Küche angeeignet hatte.

Mit dem Gericht überzeugte er die Jury und durfte eine Runde weiter. Auch den zweiten Wettbewerbstag überstand er. Erst am Mittwoch war für ihn Schluss. Enttäuscht war er deshalb keineswegs. „Mein größtes Ziel war eigentlich, erst einmal den ersten Tag zu überstehen“, sagt er. Alles Weitere sei ein Bonus gewesen. Natürlich habe er mit jeder überstandenen Runde mehr Ehrgeiz entwickelt. Doch die Erfahrungen seien ihm wichtiger gewesen als ein möglicher Sieg.

Eine Klassenfahrt unter Hobbyköchen
Besonders positiv erinnert sich Reißner an die Atmosphäre hinter den Kulissen. Moderatorin Zora Klipp, die Juroren und das gesamte Produktionsteam hätten die Kandidaten herzlich aufgenommen. Auch unter den Teilnehmern sei schnell eine besondere Gemeinschaft entstanden. „Das hatte schon so ein bisschen Klassenfahrtgefühl“, erzählt er. Menschen, die sich zuvor überhaupt nicht kannten, seien innerhalb weniger Tage zusammengewachsen, zu einigen hält Reißner bis heute Kontakt.

Überwältigende Resonanz in der Heimat
Was nach der Fernsehausstrahlung folgte, überraschte den Leeheimer beinahe noch mehr als die Sendung selbst. Sein Handy stand tagelang kaum still. Freunde, Bekannte und sogar völlig fremde Menschen gratulierten ihm über verschiedene soziale Netzwerke. „Der Support war bombastisch“, schwärmt Reißner. Die vielen positiven Rückmeldungen hätten ihm gezeigt, wie sehr die Menschen in seiner Heimat mitgefiebert hatten. Vor allem aber habe ihm die Teilnahme einen ordentlichen Schub für sein Selbstbewusstsein gegeben. „Man geht da raus und ist wirklich stolz auf sich und seine eigene Leistung.“

Und wie geht es weiter? Seinen Beruf als Industriemechatroniker möchte Reißner vorerst nicht gegen eine professionelle Kochlaufbahn eintauschen. Dafür genießt er das Kochen als kreativen Ausgleich zu seinem Berufsalltag zu sehr. Seit knapp einem Jahr präsentiert er seine Gerichte auch auf Instagram. Durch die Fernsehsendung sind weitere Interessierte hinzugekommen. Eine Rückkehr vor die Kamera schließt der 27-Jährige allerdings keineswegs aus. Besonders eine Sonderausgabe der „Küchenschlacht“, bei der ehemalige Kandidaten erneut antreten, würde ihn reizen. Bis dahin bleibt er seiner Leidenschaft am heimischen Herd treu.

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