Behindertenbeauftragter Hans-Josef Becker bei seiner Begrüßung. haza-foto

Mit Rolli auf dem Jakobsweg

Gernsheimer Behindertenbeirat zeigte Dokumentarfilm

BeiräteFilmvorführungGernsheimGesellschaft

Mit Rolli auf dem Jakobsweg

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Behindertenbeauftragter Hans-Josef Becker bei seiner Begrüßung. haza-foto

Gernsheimer Behindertenbeirat zeigte Dokumentarfilm

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Gernsheim (red). „Was uns bewegt“ ist der Titel eines Dokumentarfilms von Regisseur und Produzent Oliver Stritzke: Neun Freunde, ein Rollstuhl und eine scheinbar unmögliche Mission. Gemeinsam bezwingen die Neun 256 Kilometer auf dem Jakobsweg. Unter ihnen: Tobias Weber, der mit einer körperlichen Beeinträchtigung zur Welt kam und im Rollstuhl sitzt. Der Film macht deutlich, was es braucht, um das scheinbar Unmögliche zu wagen.

Dieses außergewöhnliche Abenteuer zeigte der Behindertenbeirat der Schöfferstadt gemeinsam mit den Partnern Buchhandlung Bornhofen, Kreisvereinigung Lebenshilfe, Nieder-Ramstädter Diakonie und Sozialverband VdK vor gut 100 Personen in der Stadthalle. Die Gäste sahen, wie aus einem fantastischen Traum nach einem Jahr intensiver Planung und voller Entschlossenheit Wirklichkeit wurde. Der Film wird aus Tobias’ Perspektive erzählt und zugleich begleitet von den unterschiedlichen Blickwinkeln seiner Freunde: Für die einen ein Abenteuer, für die anderen eine Herausforderung oder ein Ausdruck von Freiheit. Ihre Perspektiven verschmelzen zu einer gemeinsamen Kraft, die sie immer wieder über sich hinauswachsen lässt.

„Dieser Film berührte, machte Mut und inspirierte zum Nachdenken. Vielleicht weckte er auch die Sehnsucht nach Freundschaft, Abenteuer und Freiheit. Sicher aber lud er dazu ein, das Leben aus einer neuen Perspektive zu betrachten. Wie Tobias selbst sagt: Man braucht Mut und man braucht Freunde – und dann hat man das schönste Erlebnis, das man haben kann“, sagt Gernsheims Behindertenbeauftragter Hans-Josef Becker. Für die echte Kino-Atmosphäre sorgte zudem eine Popcornmaschine.

Zuvor hatte Becker auf die Aufgaben des Beirats verwiesen. Dazu gehört auch, die Lebenssituation und Probleme behinderter Menschen in der Öffentlichkeit bekannt machen – etwa die Ausstellung im Museum der fußmalenden Künstlerin Antje Kratz oder die Lesung mit dem erblindeten Marcel Heim. Im Zuge der Kinderrechte-Tour des Kinderschutzbunds hat der Beirat gemeinsam mit dessen Vertreterinnen und dem ehrenamtlichen Sportcoach der Stadt ein integratives Spielfest ausgerichtet.

Dem Beirat gehören derzeit neben dem Behindertenbeauftragten Astrid Adams, Sabine Bierhals, Andrea Bonifer, Astrid Engelke und die Herren Frank Hammann, Markus Queck und Herbert Reis an; ständiger Gast ist Marianne Kasjan vom Sozialverband VdK. Sie nutzte die Gelegenheit, für die ehrenamtliche Tätigkeit im VdK zu werben. Erster Stadtrat Michael Trock sprach für die Schöfferstadt ein Grußwort. Dabei verwies er auf die gute Zusammenarbeit zwischen Beirat und Stadt.

Dem Film schloss sich ein Video-Interview mit Tobias Weber an. Dabei sagte er, dass ihn die Ankunft in Santiago sehr bewegt habe. Zudem sei er auf eine Frau getroffen, deren im Rollstuhl sitzende Schwester auch gerne nach Santiago wolle: „Durch den Film hat sie womöglich den Mut dazu gefasst.“

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