Weiterstadt (sas). Ruhm aus Kelsterbach, Öhringer Blutstreifling, Dithmarscher Paradiesapfel oder der Kalbfleischapfel – schon der Name manch einer Apfelsorte lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen. Äpfel von Birnen zu unterscheiden, ist in der Regel einfach, aber welche speziellen Sorten im eigenen Garten wachsen, dafür ist Erfahrung nützlich.
Am vergangenen Sonntag konnten die Gäste auf dem Gelände des Obst- und Gartenbauvereins in Weiterstadt ihr Obst fachkundig bestimmen lassen. Der Pomologe Steffen Kahl half im Rahmen einer Obstschau mit seiner Expertise dabei, die entsprechende Sorte zu erkennen – bei rund 2500 Apfelsorten bundesweit keine einfache Aufgabe.
Bei der Veranstaltung des Kreisverbands Darmstadt zur Förderung des Obstbaus stand der Apfel im Mittelpunkt: bei der Obstbestimmung, beim Probekeltern, dem Apfel-Memory oder beim Vortrag des Apfel-Experten, der sich als Autor einiger Apfelbücher und bei der Schlaraffenburger gGmbH einen Namen gemacht hat. Trotz herbstlicher Temperaturen waren einige interessierte Gäste gekommen und hatten viele Fragen. Was sind gute Kelteräpfel, was Kuchenäpfel? Sind Äpfel anpassbar an den Klimawandel? Werden Polyphenole aus den Äpfeln herausgezüchtet? Auf alle Fragen hatte der erfahrene Pomologe eine Antwort und stellte bei seinem unterhaltsamen Vortrag auch selbst Fragen ans Publikum, beispielsweise, wie viele Kerne sind in einem Apfel? Richtig war: In den fünf Kernkammern sind jeweils zwei Kerne, also zehn Kerne insgesamt. So mancher Apfel ging reihum zum Probieren dabei.
Der deutsche Pomologen-Verein, genauer die Landesgruppe Hessen, hat als hessische Lokalsorte des Jahres 2026 übrigens die Mensfelder Glanzrenette auserkoren, eine Sorte, die traditionell nur im Landkreis Limburg-Weilburg wächst. Ein guter Wirtschaftsapfel, mittelfest, süß-säuerlich, mild gewürzt. Mit wenigen Altbäumen von 1917 wird diese regionale Obstsorte bis heute erhalten und weiterverbreitet. In Hessen sollen es rund 60 solcher regionalen Obstsorten geben mit klingenden Namen wie dem Heuchelheimer Schneeapfel, Büttners Rote Knorpelkirsche, der Kerwebirn oder der Bischofsmütze und dem Speierling.
Die rot-gelbe Frucht war überall beim Obst- und Gartenbauverein als Dekoration ausgelegt, doch zur Sättigung trugen noch mehr Grillspeisen, selbstgemachte Kuchen und Kartoffelpuffer bei – natürlich mit Apfelmus


