Der neue Schaufelradlüfter (rechts) arbeitet direkt neben dem Technikhäuschen der Umwälzpumpe. Foto: Gebauer

Neue Technik soll helfen

Trockenheit und Hitze setzen den Griesheimer Angelteichen zu

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Griesheim (red). Niedrige Wasserstände, hohe Temperaturen und akut drohender Sauerstoffmangel: Die zurückliegenden Sommermonate haben die Griesheimer Angelteiche laut einem Bericht des ASV Griesheim an ihre Belastungsgrenzen gebracht. Wer derzeit an den Spätsommerabenden an den Gewässern unterwegs sei, sehe die Spuren der Hitzeperiode deutlich. „Flachwasserzonen liegen trocken, und an den Böschungen zeigt sich deutlich, wie tief der Wasserspiegel gesunken ist“, erklärt der ASV-Vorsitzende Volker Schupp. Stark schwankende Pegel hätten zudem die Ufer an vielen Stellen unterspült.
Die ökologische Logik hinter der Krise ist laut dem ASV physikalisch bedingt: Warmes Wasser speichere bedeutend weniger Sauerstoff als kühles. Gleichzeitig steige bei hohen Temperaturen der Stoffwechsel und damit der Sauerstoffbedarf von Fischen, Wasserpflanzen und Mikroorganismen. „Besonders kritisch wird es in den frühen Morgenstunden, wenn Pflanzen und Algen über Nacht keinen neuen Sauerstoff durch Photosynthese produziert haben“, berichtet Gewässerwart Guido Bitter. „Niedrige Wasserstände verstärken diesen Effekt, da sich geringere Wassermengen rascher aufheizen.“

Um ein Kippen der Gewässer zu verhindern, überwachen die Gewässerwarte Guido Bitter und Dominik Katzenmeier Temperatur und Sauerstoffgehalt laut dem Verein in den heißen Sommermonaten täglich. Bislang sei dem in Krisenmomenten meist nur eine Option geblieben: das Einpumpen großer Mengen Frischwasser. „Diese Methode ist allerdings extrem aufwendig und verursacht jährlich erhebliche, stetig steigende Kosten“, so der ASV. Während der jüngsten Hitzewelle mit Werten von über 40 Grad sei das Verfahren an seine Grenzen gestoßen. Hätte die Extremhitze nur wenige Tage länger angehalten, wäre ein großes Fischsterben kaum abzuwenden gewesen, schildert der Verein.

Seit einigen Tagen setzt der Verein daher auf eine neue technische Maßnahme: Zusätzlich zu den bereits vor einigen Jahren mit hohen Investitionen angeschafften Umwälzpumpen wurden in den Wochen vor dem Zwiebelmarkt bei mehreren Arbeitseinsätzen von den Mitglieder an beiden Teichen Schaufelradlüfter installiert. Eine intelligente Steuerung sorge dafür, dass die Anlagen in den heißen Sommermonaten vorrangig nachts laufen, um dem nächtlichen Sauerstoffabfall gezielt entgegenzuwirken und das Wasser leicht abzukühlen. „Auch jetzt im Herbst bleiben die Lüfter im Einsatz: Wenn absterbende Algen und zersetzendes Laub dem Wasser zusätzlich Sauerstoff entziehen, laufen die Geräte im Dauerbetrieb, um die Wasserqualität stabil zu halten“, erklärt der ASV weiter.

Die Kühlung und Belüftung löse jedoch nicht alle strukturellen Probleme. Durch Verlandungsprozesse habe sich die ursprüngliche Teichtiefe von einst 3,5 bis 4 Metern auf heute maximal 2,5 bis 3 Meter verringert. Um den Lebensraum für die heimische Tier- und Pflanzenwelt dauerhaft zu sichern, stünden in den kommenden Jahren weitere Großprojekte an: Die Teiche müssten schrittweise wieder vertieft und die durch den schwankenden Wasserstand beschädigten Uferbereiche aufwändig gesichert werden.

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