Mit seinem neuen Angebot einer Nachbarschaftshilfe will der Sozialverband pflegende Angehörige entlasten und ältere Menschen vor Einsamkeit schützen (Symbolbild). Foto: KI-generiert

Zwanzig Köpfe stehen bereit

VdK vor Start der Nachbarschaftshilfe – Ehrenamtler geschult, Projekt läuft

Pfungstadt (red). „Von Mensch zu Mensch“ – unter diesem Titel startet der VdK Pfungstadt eine lokale Nachbarschaftshilfe, um Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit persönlich und unbürokratisch zur Seite zu stehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Hierfür konnte ein 20-köpfiges ehrenamtliches Team aufgebaut werden, das bereits für das neue Ehrenamt geschult wurde.

Dabei legt Hans-Jürgen Wittig, VdK-Ortsverbandsvorsitzender in Pfungstadt und Organisator des Projekts, Wert auf die Feststellung, dass Nachbarschaftshilfe keine pflegerischen Tätigkeiten einschließe. Vielmehr gehe es darum, den Pflegebedürftigen Gesellschaft zu leisten, ihnen vorzulesen, Gesellschaftsspiele zu spielen oder sie bei Arztbesuchen und Spaziergängen zu begleiten. Auch kleine Verrichtungen im Haushalt könnten dazu gehören. Wittig ist auch der Ansprechpartner für alle Pfungstädter Bürgerinnen und Bürger, die die Nachbarschaftshilfe gerne in Anspruch nehmen möchten, heißt es vom VdK.

„Bundesweit gelten mittlerweile an die sechs Millionen Menschen als pflegebedürftig. 86 Prozent werden in den eigenen vier Wänden versorgt; allein in Hessen sind das rund 370.000 Personen. Für sie, aber auch für ihre Angehörigen, können schon kleine Hilfestellungen im Alltag zu einer deutlichen Verbesserung der Lebensqualität führen und mit dazu beitragen, dass sie länger selbstständig bleiben und nicht in eine Betreuungseinrichtung umziehen müssen“, sagt Wittig. Pflegebedürftige könnten die Kosten der Unterstützung durch die VdK-Nachbarschaftshilfe über den monatlichen Entlastungsbetrag der Pflegeversicherung finanzieren.

Unterstützt wird die Pfungstädter Nachbarschaftshilfe laut VdK vom landesweiten Projekt „Digitale Vernetzung und Professionalisierung von Nachbarschaftshilfen“, das der Landesverband Nachbarschaftshilfen in Hessen 2026 ins Leben gerufen hat. „Ziel ist es, Ehrenamtliche durch die Ausstattung mit digitalen Werkzeugen von anfallenden Verwaltungs- und Organisationsaufgaben zu entlasten, damit sie mehr freie Kapazitäten für die eigentliche Betreuung zur Verfügung haben. Auch sollen ihnen Schulungen zur weiteren Qualifizierung – etwa im Umgang mit digitalen Anwendungen – angeboten werden“, sagt Wittig.

Geplant sei außerdem, mit der Zeit ein landesweites Netzwerk aufzubauen, über das die vielen engagierten Nachbarschaftshelferinnen und -helfer Wissen, Erfahrungen und gute Ideen untereinander austauschen könnten. Das Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur an der Frankfurter Goethe-Institut begleite das Projekt und will seine Entwicklung und die Ergebnisse wissenschaftlich evaluieren; die Finanzierung des Projekts komme aus dem hessischen Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege.

„Wir sind sehr froh darüber, an diesem Projekt teilnehmen zu dürfen“, sagt Hans-Jürgen Wittig. „Das erleichtert für uns den Start der Nachbarschaftshilfe in Pfungstadt, weil wir auf professionelle Unterstützung und die Erfahrung anderer Ehrenamtlicher zurückgreifen können.“

Danke sagen möchte Hans-Jürgen Wittig auch der Bürgerstiftung Helene Gröninger und deren Vorsitzendem Manfred Gröninger, die per finanzieller Unterstützung den Start der „VdK Nachbarschaftshilfe Pfungstadt“ ermöglicht hätten.

Nächster Beitrag
Verwahrlost, verlaust und krank
Vorheriger Beitrag
Die Hoheit auf dem Schloss