Weiterstadt (red). „Was bedeutet überhaupt Respekt?“ „Wie lebt man Respekt?“ „Wann zeigen und fordern wir Respekt?“ Mit diesen und vielen weiteren Fragen rund um das Thema Respekt hat sich der Bildungsbeirat der Stadt Weiterstadt unter dem Titel „Pro Respekt“ seit einem Jahr beschäftigt und erste Ergebnisse erarbeitet, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung.
Entstanden ist das Projekt aus einer Initiative der Weiterstädter Schulen. Ziel war es, ein für alle Beteiligten der Bildungslandschaft relevantes Thema mit Klärungsbedarf und Optimierungspotenzial zu definieren. Dies sollte als zeitlich begrenztes Projekt mit konkreten Ergebnissen durchgeführt werden, eine wichtige Rahmenbedingung sollte sein, das nicht nur die im Bildungsbeirat organisierten Institutionen betroffen sein sollten. Die Initiative sollte möglichst in alle Teilbereiche des täglichen Miteinander hineinwirken und eine aktive Teilhabe ermöglichen.
Im März 2025 wurde der Vorschlag im Rahmen eines Fachforums des Bildungsbeirates präsentiert, schnell war man sich einig das „Respekt“ ein für die Stadt relevantes Thema ist, da im Alltag in zunehmenden Maße Rücksicht und Respekt verloren gehen. Es gibt also ausreichend Bedarf, zu erarbeiten was „Respekt“ überhaupt bedeutet und wie sich respektvolles Verhalten wieder verstärken lässt.
Als erstes Ziel wurde die Entwicklung von gemeinsamen Leitsätzen für alle Weiterstädter Kitas, Schulen, Vereine und sonstigen Bildungsträger definiert. Damit diese auch vollumfänglich gelten können, wurden sie gemeinsam in einem mehrstufigen Prozess erarbeitet. Dazu gehörten Umfragen in allen Institutionen, sowohl bei Erwachsenen als auch Kindern. Die Ergebnisse zur Bedeutung von Respekt und erwünschten Verhaltensweisen wurden mehrfach diskutiert, aggregiert und auf einfache, verständliche und umsetzbare Leitsätze reduziert.
Entstanden ist eine Übersicht von neun Leitsätzen unter dem Stickwort „Pro Respekt“, welche nun veröffentlicht werden und als Richtlinien für ein gemeinsames Verständnis und einen respektvollen Umgang für Jung und Alt dienen sollen, nicht nur miteinander, sondern auch mit Gegenständen, Objekten sowie fremdem und öffentlichem Eigentum.
Es wurde vereinbart, dass in möglichst allen beteiligten Institutionen nun Folgeprojekte entstehen, die für ein breit angelegtes Bewusstsein und eine Veränderungskultur sorgen. Der Bildungsbeirat wünscht sich dabei ausdrücklich, dass sich viele weitere Teile der Bevölkerung ebenfalls beteiligen, die Vorarbeit nutzen und damit den respektvollen Umgang alltäglich machen. In einem Jahr soll dann zurückgeschaut werden, ob eine Änderung, also Verbesserung beobachtbar ist, was dafür getan wurde und wie man diese noch weiter ausbauen kann.
Bereits die bisherige Arbeit sieht man im Bildungsbeirat sehr positiv, so der Vorsitzende Michael Gießelbach als Vertreter der Geschäftsführung: „Die Initiative der Weiterstädter Schulen war ein sehr guter Auslöser, wir haben gemeinsam und konsequent ein für alle wichtiges Thema aufgearbeitet, egal ob Elternvertretungen, Schulen, Kindergärten, Vereine, Kirchengemeinden oder Stadtteil AGs. Es gibt ein gemeinsam verabschiedetes Ergebnis, nun hoffen wir das sich viele an einer sinnvollen Umsetzung beteiligen. Nur wenn das in der Breite und wirksam gelingt, haben wir nachhaltig etwas zum Positiven verändert.“
