Pfungstadt (rd). Rock und Funk, klassische Klänge, Saxofon Sound und eine kraftvolle Bigband, an diesem Abend sollte möglichst viel von dem zu hören sein, was den Musikverein Pfungstadt ausmacht. Zu seinem 100-jährigen Bestehen hatte der Verein kürzlich zum großen Festkonzert ins alte E-Werk eingeladen. Die Halle war mit Fans des Vereins und neugierigen Gästen gut gefüllt und das Publikum bekam ein rund dreistündiges Programm geboten, das weit über ein klassisches Jubiläumskonzert hinausging.
Für Speisen und Getränke sorgte der Karnevalsverein mit einem Catering-Stand. Bevor die Musik die Hauptrolle übernahm, begrüßte der stellvertretende Vereinsvorsitzende Siegfried Dittmann die Gäste. Durch den Abend führte Andy Rügner vom Heimatverein Pfungstadt, der das Programm gewohnt unterhaltsam und mit viel Humor moderierte. Besonders begrüßt wurden der Kreisbeigeordnete Frank Klock als Vertreter des Landrats sowie Udo Stoye als Vertreter des Pfungstädter Bürgermeisters. Beide würdigten in ihren Grußworten die Geschichte und die heutige Arbeit des Musikvereins und verfolgten das Konzert anschließend bis zum Ende.
Für einen schwungvollen Auftakt sorgte die vierköpfige Fusionband. Rund eine halbe Stunde lang bewegte sie sich mit Instrumental- und Gesangsnummern zwischen Rock, Funk und Jazz. Eigene Interpretationen von Stücken unter anderem von Miles Davis sowie Blood, Sweat and Tears wurden mit viel Energie und Spielfreude präsentiert. Der kräftige Sound verfehlte seine Wirkung nicht: Schon zu Beginn war die Stimmung im Saal entsprechend gelöst, das Publikum belohnte den Auftritt mit kräftigem Applaus.
Deutlich ruhigere Töne schlug anschließend das Blechbläserensemble an. Die vier Musiker präsentierten Werke von Georg Philipp Telemann ebenso wie Arrangements modernerer Stücke für Trompeten und Posaunen und zeigten damit eine weitere Facette des Vereins.
Danach gehörte die Bühne dem Klassikensemble. Zwei Querflöten, Violine, zwei Celli und Klavier sorgten für eine große klangliche Bandbreite. Zu hören waren bekannte Melodien wie das als Eurovision-Fanfare bekannte „Prelude“ von Marc-Antoine Charpentier und Edward Elgars „Pomp and Circumstance“. Dazu kamen ein rhythmischer „Tantz“ aus Ungarn und ein Walzer.
Besonders hier zeigte sich, wie gut die Mischung des Abends beim Publikum ankam: Lang anhaltender Beifall und Zugaberufe begleiteten die Musiker. Dass das alte E-Werk nicht nur akustisch, sondern auch räumlich genau die richtige Bühne für das Jubiläum bot, zeigte sich anschließend bei den besonderen Gästen des Abends. Die erfolgreichen Cheerleader der FTG nahmen die sechs mal acht Meter große Bühne in Beschlag und nutzten auch die Höhe der Halle. Menschliche Pyramiden, Würfe und akrobatische Figuren führten die Aktiven bis nahe an die Dachstreben. Das präzise Zusammenspiel und die spektakulären Bewegungsabläufe sorgten für einen der eindrucksvollsten Momente des Abends. Moderator Andy Rügner nutzte den Auftritt zugleich, um im Gespräch mit den Beteiligten mehr über den Verein, dessen Wettbewerbsteilnahmen und bereits errungene Auszeichnungen zu erfahren.
Musikalisch ging es danach mit vier Saxofonistinnen der Bigband weiter. Als Quartett interpretierten sie drei anspruchsvolle, harmonisch abwechslungsreiche Stücke. Mit Instrumenten vom hohen Sopran- bis zum tiefen Baritonsaxofon entstand ein bemerkenswert breites Klangspektrum, das die Möglichkeiten dieser Besetzung eindrucksvoll zeigte.
Zum musikalischen Höhepunkt des Abends versammelte sich schließlich die gut besetzte Bigband des Musikvereins auf der Bühne. Nach dem bereits umfangreichen Programm konzentrierte sie sich auf sechs Stücke, die dafür mit vollem Sound gespielt wurden und beim Publikum noch einmal für richtigen Schwung sorgten. Mit dabei war auch Glenn Millers Bigband-Klassiker „In The Mood“. Eine besondere Verstärkung erhielt die Formation durch Sängerin Mirjam Vaeth. Mit ihrer Stimme verlieh sie unter anderem „Fever“ eine ganz eigene Note. Ganz zum Schluss setzte sie mit „Skyfall“ als Zugabe noch einmal einen starken musikalischen Akzent und sorgte damit für einen stimmungsvollen Abschluss eines langen Konzertabends. Das Publikum verabschiedete die Musiker und Mitwirkenden mit viel Applaus in den späten Abend.
Ganz beendet ist das Jubiläumsjahr damit noch nicht. Das letzte Konzert zum 100-jährigen Bestehen des Musikvereins steht am 14. November auf dem Programm. Unter dem Titel „Gospel meets Singstation“ findet dann ein Vokalkonzert in der evangelischen Kirche in Pfungstadt statt.
