Niklas Diehl und Kerwevadder Anton Keil mit dem Bobstädter Kranz. Fotos (2): Burmeister

Rum für den Kerwekranz

Groß-Rohrheimer Nachkerb: Jede Menge Preise vergeben

Rum für den Kerwekranz

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Niklas Diehl und Kerwevadder Anton Keil mit dem Bobstädter Kranz. Fotos (2): Burmeister

Groß-Rohrheimer Nachkerb: Jede Menge Preise vergeben

Groß-Rohrheim (mic). Nun ist sie also endgültig Geschichte – die Groß-Rohrheimer Kerb 2026. Am vergangenen Samstagabend fand in der Rathausscheune die traditionelle Nachkerb statt. DJ Rick Thorsten sorgte für den passenden Sound zum Tanzen. Es gab Pizza und jede Menge kühle Getränke. Noch einmal hatten die Kerweborsch eingeladen und zahlreiche Gäste waren gekommen, um endgültig Abschied von der Rohrheimer Kerb zu nehmen. Und noch etwas stand im Mittelpunkt des Geschehens: der Bobstädter Kerwekranz, der am Kerwemontag (wir berichteten) auf „wundersame Weise“ den Weg nach Groß-Rohrheim gefunden hatte. Und am Ende löste sich das „Problem“ dann doch noch positiv für alle auf.

Der Bobstädter Kerwekranz wurde am 24. August von den Rohrheimer Kerweborsch in einer frühmorgendlichen Geheimaktion von seinem Baum geholt. Man entführte das grüne Gebinde ins eigene Kerwedorf, um es dort der Öffentlichkeit als Trophäe zu präsentieren. Der Coup war gelungen, die Rohrheimer hatten die Bobstädter Kerb theoretisch einen Tag früher beerdigt. „Wir warteten immer auf irgendeine Reaktion, aber nichts rührte sich. Kein Bobstädter reklamierte den Verlust“, sagte Sascha Drexler vom Kerweverein RARA auf Nachfrage.

Der erinnerte noch daran, dass schon seit den 80er Jahren das Entwenden des Kerwekranzes zwischen Bobstadt und Groß-Rohrheim immer mal wieder ein Thema, ja dies fast schon Tradition war. Da machten sich die jeweiligen Kerweborsch einen Spaß daraus, ähnlich einer Brautentführung, sich den jeweiligen Kerwekranz zu holen. Und am Ende galt es das gute Stück dann gegen einen Pfand wieder abzuholen beziehungsweise einzutauschen.

Zur Nachkerb am vergangenen Samstagabend war der Kerwekranz immer noch fest in Rohrheimer Hand und wäre am Ende beinahe höchstbietend versteigert worden. Doch, siehe da, gegen 20.30 Uhr kam schließlich doch noch ein Vertreter aus Bobstadt an die Rathausscheune. Im Arm hatte der Mann eine große Flasche Rum dabei. Der Bobstädter „Parlamentär“, dessen Aufgabe es war, den Kranz wieder zurückzuholen, hieß Christoph Cornelius. Der zollte den Rohrheimer Kerweborsch seinen Respekt, ob der gelungen Aktion, die am Kerwemontag gegen 5 Uhr morgens stattgefunden hatte.

„Eigentlich waren wir ja froh, das Ding los zu sein. So musste sich niemand um dessen Entsorgung kümmern“, sagte Cornelius ironisch. Er bedauerte, dass es in Bürstadts nördlichem Stadtteil nicht auch so eine aktive Kerwejugend gibt. „Respekt an die Rohrheimer Borsch!“ Die Kerweborsch haben die Auslöse angenommen und der Kranz ist wieder zurück in Bobstadt.

Zur Nachkerb wird auch immer das Ergebnis des Schätzspiels bekanntgegeben. Diesmal ging es um ein möglichst schnelles Öffnen von Bierflaschen, die zunächst aus einem Wasserbecken „herausgefischt“ werden mussten. Die gemessene Gesamtzeit aller Kerweborsch hatte 554 Sekunden betragen. Der Sieger des Schätzspiels hatte sich lediglich um eine Sekunde vertan. Viel zu jubeln hatten die Rohrheimer Dancing Queens. Die Damengruppe überzeugte mit ihren 50er-Jahre–Petticoat-Outfits die Jury. Die Damen gewannen den ersten Preis als schönste Gruppe des Kerweumzugs von vor zwei Wochen. Der hatte 16 Teilnehmerinnen beziehungsweise Teilnehmer. Die Dancing Queens bekamen eine Urkunde und 250 Euro Preisgeld. Auf Platz zwei kam die gemeinsame Rolle der Rohrheimer Kitas und den dritten Platz belegten die Löschzwerge der Freiwilligen Feuerwehr. Der Kerweverein bedankte sich noch einmal herzlich bei allen an der Kerwe beteiligten Vereinen, den vielen Ehrenamtlichen sowie auch bei den zahlreichen Sponsoren. Danach war dann Party angesagt.

Der Preis für die schönste Umzugsgruppe ging in diesem Jahr an die Dancing Queens.
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