Das Feuerwerk über dem Rheinstrom bildete am Montag den traditionellen Abschluss des Fischerfests. haza-foto

„Erwartungen absolut erfüllt“

Macher ziehen positive Bilanz: Rückblick auf das 76. Rheinische Fischerfest

Gernsheim (red/nic). Und schon ist es wieder vorbei: Von Donnerstag bis Montag wurde in Gernsheim wieder ausgiebig das Rheinische Fischerfest gefeiert – mit allem, was dazugehört.

Am Donnerstagabend, 30. Juli, wurde die 76. Auflage des Fischerfest offiziell eröffnet. Gleich zwei Höhepunkte prägten den Auftakt: Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft übernahm der Bürgermeister der französischen Partnerstadt Bar-sur-Aube den traditionellen Bieranstich. Für den extra angereisten Philippe Borde war dies eine Premiere, die er bravourös meisterte.

Eingeleitet wurde die Eröffnung durch den feierlichen Einzug des Spielmannszugs aus Mettenheim, der gemeinsam mit einer großen Anzahl Festbesucherinnen und Festbesuchern über den Festplatz marschierte. „Insgesamt war der Eröffnungsabend sehr gut besucht und auf dem gesamten Gelände herrschte eine ausgelassene, fröhliche Stimmung“, berichtet Katharina Rohrbach von der Rheinisches Fischerfest Gernsheim GmbH.

Am Freitag öffnete der Festplatz mit dem traditionellen Familien-Nachmittag, bei dem alle Stände Angebote zu reduzierten Preisen offerierten. Hitzebedingt begann er zunächst ruhig, aber mit sinkenden Temperaturen füllte sich das Gelände rasch und Groß und Klein kamen auf ihre Kosten.

Später fand dann die Vorrunde des Fischerstechens statt – 32 Herren und 8 Damen haben sich der Herausforderung gestellt, teilweise in kreativer Verkleidung. Aufgrund des niedrigen Wasserstandes musste die Austragung an den Rand des Hafenbeckens verlegt werden, was der ausgelassenen Stimmung und dem sportlichen Ehrgeiz der Teilnehmenden und Zuschauer jedoch keinen Abbruch tat.

Auch am Samstag waren kleine organisatorische Anpassungen nötig: Da die Weinprobe aufgrund des Regens erst verspätet im Riesenrad starten konnte, bewiesen alle Beteiligten Flexibilität. Kurzerhand wurden die ersten beiden Weine bei einer kleinen Weinwanderung direkt auf dem Festplatz verkostet. Anschließend konnten die Teilnehmenden ins Riesenrad einsteigen und die fröhliche Fahrt genießen. Auch die von der Stadt Gernsheim geladenen Seniorinnen und Senioren für den Mittagstisch mussten rasch Zuflucht unter Pavillons und Schirmen suchen.

Am Nachmittag standen die sportlichen Highlights im Mittelpunkt. An den verschiedenen Läufen des Fischerfestlaufes gingen insgesamt 585 Aktive im Alter von 8 bis 80 Jahren an den Start und stellten sich den sportlichen Herausforderungen. In Summen nahmen an den verschiedenen Wettkämpfen des Rahmenprogramms über 1000 Personen teil – darunter auch ein junger Mann aus Schwäbisch Hall, der die 120 Kilometer lange Strecke mit dem Fahrrad anreiste, den Hauptlauf in stolzen 38 Minuten beendete, sich anschließend beim Schwimmen abkühlte und dann wieder die Heimreise auf dem Fahrrad antrat.
Packende Duelle waren am Sonntagnachmittag bei den Finalrunden des Fischerstechens zu sehen: Bei den Damen verteidigte Laura Dybizbanski erfolgreich ihren Titel aus dem Vorjahr, Madelaine Tarpah und Maria Neumann erkämpften sich die Plätze zwei und drei. Bei den Herren sicherte sich Oliver Ziegler im Finale den Turniersieg, gefolgt von Niklas Hartmann auf dem zweiten und Lars Ratfisch auf dem dritten Platz.

Neben der sportlichen Leistung wurde auch die Kreativität prämiert, die Jury vergab gleich drei erste Preise für die besten Kostüme: Sina Kunkel überzeugte als Fischerfestmädchen, Sandra Bumes punktete im Matrosenkostüm und Frank Petner brachte im bunten Anzug Farbe in den Wettkampf.
Das Highlight des Tages folgte nach der Dämmerung: Ein spektakuläres Pyromusical über dem Hafenbecken. Untermalt von bekannter Filmmusik erleuchtete das Feuerwerk den Nachthimmel und begeisterte die tausenden Zuschauerinnen und Zuschauer am Ufer.

Der traditionelle Frühschoppen läutete den Festmontag ein, der tagsüber von Rekordtemperaturen jenseits der 35-Grad-Marke geprägt war. Erst am Abend strömten die Besucherinnen und Besucher bei spürbarer Abkühlung auf den Festplatz, um das traditionelle Höhenfeuerwerk über dem Rhein als fulminanten Abschluss des Fischerfestes zu bestaunen.

Trotz extremer Sommerhitze und sehr hoher Besucherzahlen zogen die Rettungs- und Sicherheitsdienste eine positive Bilanz. Polizei, Wasserschutz, Feuerwehr, DRK und DLRG meldeten ein friedliches und ruhiges Festwochenende. Die Einsatzkräfte verzeichneten verhältnismäßig wenige Konflikte. Auch das DRK meldete lediglich die bei solchen Großveranstaltungen üblichen Hilfeleistungen.

Alexander Schmidt, Geschäftsführer des Rheinischen Fischerfests, zog ebenfalls eine rundum positive Bilanz: „Mit rund 190.000 Gästen an fünf Tagen wurden unsere Erwartungen absolut erfüllt. Besonders stolz macht uns, dass das Fest trotz des riesigen Andrangs vollkommen friedlich und ohne nennenswerte Zwischenfälle verlief. Die Stimmung auf dem Platz war einfach großartig. Besonders danken möchten wir an dieser Stelle nochmal den Schaustellern, Helfern, Sicherheitskräften, Sponsoren und Gästen für diesen großartigen Erfolg.“

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