Stockstadt (haza/nic). Zu einer Bürgerinformationsveranstaltung mit Dr. Martin Felke über die in Stockstadt mehrfach nachgewiesene „Große Drüsenameise“ hatten sich am Montagabend zahlreiche Betroffene und Interessierte in der Altrheinhalle eingefunden. Als invasive Art verursacht „Tapinoma Magnum“ durch den Bau ihrer Nester massive Schäden an Bauwerken und Infrastruktur. Für den Menschen sind die Insekten zwar ungefährlich, aber dennoch lästig. Besonders angezogen werden sie beispielsweise von Süßem oder auch von elektrischen Leitungen.
Der Referent vom Institut für Schädlingskunde in Reinheim beleuchtete in seinem Vortrag über die Ameise das Verhalten, den Geruch sowie die dazugehörigen Nester der Insekten. Breite, mehrspurige Ameisenstraßen und der Transport der Larven und Puppen zwischen den Zweignestern seien Indizien für das Vorkommen dieser Ameise. Wenn man das Ameisennest störe, strömten die Tiere schnell und in großer Zahl aus. Die Ameise selbst ist komplett schwarz und gilt als eine eher kleine Ameisenart mit einer Größe von zwei bis vier Millimetern. Laut der Interpretation von Experten verströme eine zerdrückte Ameise der Art „Tapinoma magnum“ einen intensiven, chemisch-süßlichen Geruch, ähnlich wie Kleber oder Buttersäure. Großflächige Sandauswürfe sind ein Zeichen für das Nest, aber auch einheimische Arten würden zu Erdauswurf neigen, so Felke. Nester kämen überwiegend unter Pflastersteinen und an Gehwegen vor.
Als Handlungsempfehlung heißt es auf der Homepage der Gemeinde in einer Checkliste: Locken Sie die Ameisen mit Zuckerwasser auf einem (karierten) Blatt neben einer Ameisenstraße an, wo sich nach etwa zehn bis 20 Minuten die Ameisen sammeln. Nun könne man die Größe und das Aussehen der Ameise mit einem Lineal erfassen und diese anschließend fotografieren. Die Bilder können dann über den Meldebogen auf der Webseite der Gemeinde hochgeladen werden. Ebenso findet man auf dieser Seite die ausführliche Checkliste.
Um den Schädlingen den Kampf anzusagen, plant die Gemeinde nun den Kauf eines Großgeräts, das mit heißem Wasserdampf arbeitet, um die Ameisen abzutöten. Die Stadt Karlsruhe habe mit einem solchen Modell bereits positive Erfahrungen gesammelt, wie Bürgermeister Thomas Raschel informierte. Das Einleiten von Dampf beziehungsweise heißem Wasser in die Nester wird darüber hinaus auch Betroffenen empfohlen, um sich gegen die Insekten zu wehren. Darüber hinaus kann Diatomeenerde verwendet werden, die Ameisen nicht gut überqueren können.
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